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Unser Thema der Woche // Gesundheit

Gesund bleiben dank Frankens Pflanzenwelt

Auch der hartgesottenste Schulmedizin-Anhänger muss zugeben: Gegen viele Wehwehchen ist tatsächlich ein Kraut gewachsen, wie drei Bamberger Kräuterexpertinnen wissen. Die Natur bietet schnelle Hilfe bei Erkältung, Muskelschmerzen oder Insektenstichen.
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Es kratzt im Hals, beim Schlucken schmerzt es, die Nase läuft. "Halt ein Infekt" würde die Diagnose das Allgemeinmediziners vermutlich lauten. Der Gang zum Arzt ist nicht nötig. Bei kleineren Leiden muss man nicht mal zur Apotheke und kann trotzdem etwas tun: Denn gegen viele Wehwehchen ist das sprichwörtliche Kraut gewachsen.

Die Bamberger Kräuterpädagogin Jana Renger schwört bei einer Erkältung auf Holunderblüten-Tee. Dazu werden die getrockneten Blüten des Holunderbuschs mit heißen Wasser übergossen. Der Tee sollte rund zehn Minuten ziehen. Mit etwas Honig gesüßt kann er gegen Erkältungsbeschwerden helfen "und wirkt auch fiebersenkend".

Gegen Husten und bronchiale Beschwerden gibt es viele Kräuter, die als Tee schleimlösend und schmerzlindernd wirken. Etwa Salbei und Thymian, das bei vielen auf der Küchenbank oder im Garten wächst. "Ich stopfe die Kräuter in einen Teebeutel und übergieße ihn mit heißem Wasser. Gesüßt mit Honig oder Süßholz ist der Tee gut gegen Erkältungsbeschwerden", weiß Gertrud Leumer von der Bamberger Kräutergärtnerei Mussärol.

Süßholztee wiederum helfe auch bei Magen-Darm-Beschwerden. Dazu geraspeltes Süßholz in Teewasser bis zu 15 Minuten ziehen lassen. "Wer möchte, kann auch Minze, Fenchel oder Ysop hinzugeben", verrät Leumer.

Ein wahres Wundermittel ist auch die Zwiebel. Sie wird seit über 5000 Jahren als Heilpflanze genutzt. Studien belegen, das die ätherischen Öle und Schwefelstoffe der Zwiebel entzündungshemmend wirken. Als Hausmittel gegen Husten, Ohrenschmerzen oder zur Schmerzlinderung nach Insektenstichen ist die Zwiebel tatsächlich wirksam.

Doch wer hat schon eine Zwiebel dabei, wenn sich am Baggerloch, im Schwimmbad oder auf dem Spielplatz eine Wespe dafür rächt, nichts vom Eis abzukriegen? "Da hilft der Spitzwegerich", sagt Kräuterpädagogin Elisabeth Fröhlich aus Scheßlitz. Einfach ein Blatt abzupfen, zerquetschen und den Pflanzensaft auf dem Stich verteilen. "Sptzwegerich kühlt und wirkt antiseptisch", erklärt Fröhlich. Sein Bruder, der Breitwegerich, wächst ebenfalls am Wegesrand: "Wer sich beim Wandern eine Blase läuft, kann sich ein Blatt des Breitwegerichs auf die schmerzende Stelle legen", sagt Fröhlich. Socken und Schuhe wieder anziehen und die Schmerzen nehmen ab.

Elisabeth Fröhlichs Lieblingshausmittel aber ist das Johanniskrautöl. "Das war schon bei meinen Großeltern das Allheilmittel", sagt die Scheßlitzerin. Dazu sammelt sie um Johanni, also Ende Juni, die Blüten des Johanniskrauts und lässt sie trockenen. "Dann fülle ich die zerquetschten Blüten in ein Glas zusammen mit sehr gutem Bio-Olivenöl und bedecke das Glas mit einem Baumwolltuch." Nach rund zwei Monaten färbt sich das Öl rot. "Bei Wachstumsschmerzen, Sehnenscheidenentzündungen oder Muskelverspannungen hilft es, die schmerzende Stelle mit dem Öl einzureiben", weiß Fröhlich. Doch Vorsicht: Wer das Öl auf der Haut hat, sollte nicht in die Sonne gehen. "Doch bei einem Sonnenbrand mindert das Öl den Schmerz." Bei sorgfältiger Zubereitung hält das Öl übrigens ein Jahr. Also bis das Johanniskraut wieder blüht.

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