Memmelsdorf
Faschingsumzug

Narrenhochburg Memmelsdorf

Mit einem imposanten Umzug und tausenden Faschingsnarren hat Memmelsdorf auch in diesem Jahr bewiesen, dass der Ort die Faschingshochburg im Landkreis ist.
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Fotos: Joseph Beck
Fotos: Joseph Beck
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Mit dem Motto "Memmelsdorf zur Faschingszeit - DIE Narrenhochburg weit und breit" führte der Wagen des Ortskulturrings (OKM) den 63. Faschingszug an - und fast so viele Gruppen und Wägen (61) nahmen dieses Jahr wieder am größten Umzug des Landkreises teil.

Gespannt warteten alle auf die Wägen von Norbert Tscherner. Er thematisierte den Wechsel vom Hüherstall zur E-Mobilität. Auf seinem zweiten Wagen machte er aus den Bunkern auf der Muna Ställe: "Die SPD macht Bürger froh, Bamberg kriegt nen Streichelzoo." Der Memmelsdorfer Faschingsverein nahm folgendes Thema auf: "Memmelsdorfer Hochwasserschutz, wir lachen uns schlapp- der MFV taucht vorher ab." Wie das geht, zeigten sie mit ihrem Wagen, ein U-Boot. Wing-Tjung Kampfkunst ließ den Chinesischen Drachen auf die Zuschauer los.

Da der Memmelsdorfer Carnevalsclub (MCC) dieses Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiert, hatten MCC-Vorstand Florian Nickoleit und OKM-Vorsitzender Swen-Christian Hollmann alles aufgeboten, um den Faschingsumzug im Gedächtnis aller Narren zu platzieren. Herold und Standarte des MCC führten die Memmelsdorfer an. Es folgten die Trainerinnen und Betreuerinnen der vier Garden, das neue Prunkschiff des MCC mit Elferrat und der Wagen des Prinzenpaares Anja und Jakob.

Baunacher Prinzenpaar ist dabei

Weil der Umzug in Baunach heuer ausfiel, waren die Jecken der Narretei Baunach herzlich willkommen und durften an der Spitze mit ihrer Jugend- und Prinzengarde und dem Wagen ihres Prinzenpaares marschieren. Die Meedensdorfer waren mit drei Abteilungen dabei, dem Märchenwald, den Schildbürgern und dem Schneewittchen mit den Schilderzwergen. Mit viel Helau begrüßt wurden die über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten Meedensdorfer Dorfratschen, die dieses Jahr als schicke Stewardessen glänzten und ihre Rundungen ohne Scheu herausstellten.

Da musste selbst Petrus am Sonntag Tribut zollen und den grauen Himmel aufhellen. Tausende strömten so wieder in den Ort, um den Gaudiumzug mitzuerleben, sich zu amüsieren, Bekannte zu treffen und die Beutel für die Kinder mit Süßigkeiten und Früchten zu füllen. Eine Firma hatte zum Einsammeln 2000 Eimer gespendet.

Im Zug kamen örtliche und politische Themen an den Pranger. Es fehlten aber Wagen mit Themen aus der großen Politik von Berlin und München und auch der Landrat kam ungeschoren davon. Nur in den Faschingspredigten in Litzendorf am Morgen wurde die Strafversetzung seines Fahrers getadelt.

Viele Musikkapellen aus Memmelsdorf selbst, aber auch der Spielmannszug St. Otto aus Bamberg, der Musikverein Priegendorf, die Sendelbachtaler Musikanten, der Musikverein Gundelsheim, die Musikgruppe JBO Oberhaid und das Scheßlitzer Mittelstufenorchester, sowie eigene Musikwagen der Garden und Sportgruppen feuerten die Zuschauer an zum Mitfeiern.

Akrobatische Tanzeinlagen

Die großen und kleinen Garden des MCC Memmelsdorf, aus Schammelsdorf und des TSV Scheßlitz unterbrachen den Zug immer wieder, um ihre Bambinis, Kinder-, Jugend- und Prinzengarden ihre Showtänze aufführen zu lassen und mit Hebefiguren und Sprüngen die Gäste zu erfreuen. Besonders viel Applaus erhielten die Tanzmariechen. Auch die Cheerleader der BG Litzendorf eroberten die Herzen der Närrinnen und Narren, ebenso wie das Rock'n'Roll Dancing Team des MTV Bamberg. Alle trotzten dem Wetter und zeigten Show- und Akrobatiktänze vom Feinsten.

Die Fußgruppe "Kemmerer Spaßfraktion" Schlichting-Mainbauer hatte als Motto: "Sesamstraße - Wer nicht fragt, bleibt dumm". Es folgten die Strawiestas, die das Gesundheitszentrum Memmelsdorf auf die Schippe nahmen. Dabei war auch der Faschingsverein Hallstadt mit seinem Vereinswagen, denen die Rollschuhfahrer des ERSC folgten. Selbst die Litzendorfer des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim stellten einen Wagen samt Fußgruppe. Die Seniorinnen und Senioren waren schön geschminkt und mit Freude bei der Sache.

Mit dabei sind jedes Jahr auch das THW Bamberg und die Quadfreunde Scheßlitz, als "Schneewittchen und die Quadzwerge". Die Memmelsdorfer Barons warfen zielgenau, aber trotzdem mit hoher Geschwindigkeit ihre Bälle. Kosmetik- und Fitnessstudio Lieb verwies auf den Klimawandel, Rohrreinigung Ritter auf "Ritter und die Pömpel", die Faschingsfreunde Litzendorf auf "Mariokart". "Wir machen das Leben bunter", möchte das Tattoostudio Hautriss zeigen.

Süßigkeiten-Regen

Der Wagen der Gemeinde Memmelsdorf mit Bürgermeister Gerd Schneider (parteilos) und Gemeinderäten übergoss die Zuschauer mit Süßigkeiten. Ebenso der Prunkwagen des MCC. Auch Prinzessin Anja I und Prinz Jakob I waren nicht geizig. Neu dabei waren die Fußgruppe des FC-Freienfels als Hexen und die Jecken aus Trunstadt als "Ritter von Hahn" mit einer Riesenburg und ihrer Garde.

Am meisten aber regnete es Kamellen vom Schlusswagen des Ortskulturringes (OKR) mit Landrat Johann Kalb (CSU) und MdL Holger Dremel (CSU), die von der Memmelsdorfer Mafiamutter Anna Nikoleit bewacht wurden. Der neue OKR-Vorstand Swen-Christian Hollmann hatte mit vielen Helfern wieder den imposanten Zug organisiert. Sein Dank ging auch an die Security und die Feuerwehren, die unter ihrem Kommandanten Udo Winkler die nicht einfache Sicherung und Absperrung übernommen hatten.

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