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Stegaurach
Verkehrssicherheit

Nach Unfall mit Kind: Waizendorfer fordern Ampel

Am Dienstag ist ein Siebenjähriger im Stegauracher Ortsteil Waizendorf überfahren und schwer verletzt worden. Die Eltern sind nun alarmiert. Sie fordern mehr Sicherheit für ihre Kinder. Kritik kommt von der Polizei.
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Die Eltern aus Waizendorf fordern, dass eine Fußgängerampel an der viel befahrenen Durchfahrtsstraße angebracht wird. Sie stehen in der Nähe der Stelle, wo am Dienstag ein Siebenjähriger von einem Auto überfahren wurde. Fotos: Sebastian Martin
Die Eltern aus Waizendorf fordern, dass eine Fußgängerampel an der viel befahrenen Durchfahrtsstraße angebracht wird. Sie stehen in der Nähe der Stelle, wo am Dienstag ein Siebenjähriger von einem Auto überfahren wurde. Fotos: Sebastian Martin
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Die Straße teilt den Ort. Das sagen die Bewohner von beiden Seiten. Die Durchgangsstraße nehmen viele Waizendorfer wie eine Grenzlinie wahr: Auf der einen Seite liegt für sie Waizendorf-Ost, auf der anderen Waizendorf-West. "Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr", sagt eine Mutter, in deren Rücken die Autos vorbeifahren.

 


An der Stelle, wo die Anwohner jetzt stehen, ist am Dienstag ein Siebenjähriger überfahren worden. Der Junge wurde schwer verletzt, als er über die Straße wollte. Dem Jungen geht es nach Auskünften der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken besser. Er sei ansprechbar. Gott sei Dank.

Nicht tragbar für die Eltern
Die Waizendorfer sind wegen des aktuellen Unfalls besorgt und haben sich versammelt, um endlich eine Verbindung zwischen Ost und West zu erreichen. Der Schulbus, der Richtung Stegaurach fährt, hält bisher nur auf der westlichen Seite, Kinder müssten also von der östlichen Hälfte, wo die Neubausiedlung liegt, immer die Seite wechseln. Ein nicht tragbarer Zustand für die Eltern.

 

 

Es sei auch für Erwachsene schwer, auf die andere Straßenseite zu gelangen: "Wie soll das einem Kind gelingen?" Rolf Kühn nickt. Er wohnt direkt an der Frensdorfer Straße - mit seiner Enkelin über die viel befahrene Straße zu gehen, sei eine Herausforderung für ihn.

Schulbus: ein Halt mehr?
Das mit dem Schulbushalt könnte sich bald ändern. Gisela Metzner, vom gleichnamigen Unternehmen, hat bereits angekündigt, dass man zusätzlich zu dem Halt auf der Westseite auch einen Halt auf der Ostseite prüfe. In Absprache mit Claudia Christel, Rektorin der Grund- und Mittelschule Stegaurach, geschieht das. Doch auch Christel reicht das nicht: "Der Unfall ist ein Anlass, dass man alles noch mal überprüft." Also auch, ob nicht doch eine Bedarfsampel möglich wäre.

 


Die Diskussion kann Peter Krauß, Polizeihauptkommissar Bamberg-Land, nicht mehr hören: "Das hatten wir schon vor drei Jahren." Damals habe es bereits eine Verkehrsschau mit den Behörden und dem Elternbeirat gegeben. Ergebnis: Nur ein Verkehrshelferweg wäre danach in Waizendorf möglich und sinnvoll. Doch es fand sich laut Krauß niemand, der bereit war, sich morgens an den Bus zu stellen und aufzupassen. In Hirschaid oder Pommersfelden fänden sich genügend Verkehrshelfer aus den Reihen der Eltern und Großeltern - nur hier in Waizendorf nicht. "Wäre ein Verkehrshelfer vor Ort gewesen, wäre der Unfall nicht passiert", macht Krauß deutlich.

"Finden Sie mal Verkehrshelfer, das ist schwierig", sagt eine Mutter dagegen. Die meisten seien schließlich berufstätig. Auch Rektorin Claudia Christel sagt, dass es schwer sei, Freiwillige zu finden.

 

Bisher habe man für 14 Haltestellen in der Gemeinde gerade mal acht Helfer.

Unterstützung aus der Politik
Die Eltern beharren auf ihrer Forderung, dass eine Ampel das Beste wäre. Unterstützung kommt auch aus dem Stegauracher Gemeinderat. "Ich finde die Forderung vollkommen berechtigt", sagt Bernd Fricke (Grüne-Bürgerstimme). "Es braucht einen sicheren Fußgängerüberweg." Dafür müsse sich die Gemeinde mit Nachdruck einsetzen. Das sei in den vergangenen Jahren nicht der Fall gewesen. Das empfindet auch Thilo Wagner (Freie Liste-ÜWG) so: "Ich glaube, man könnte viel mehr machen." Das Thema Verkehrssicherheit sei wichtig - egal ob für Waizendorf oder Unteraurach.

"Das Sicherste wäre eine Ampel", sagt auch Daniel Palasti (CSU-Bürgerblock). Man müsse dabei auch an Mühlendorf denken, wo ähnliche Probleme herrschten.

"Wir müssen jetzt dranbleiben", ergänzt Heinrich Schubert (Bürgernahe Liste). Bürgermeister Siegfried Stengel (CSU/Bürgerblock) sagt dagegen, dass man abwarten müsse, was die Experten nach einer Verkehrsschau sagen. Eine Lösung könne man vorher nicht präsentieren. Das sei schließlich keine Angelegenheit der Gemeinde, da es sich um eine Staatsstraße handle.

Eltern wollen Behörden schreiben
Das verstehen die Eltern nicht. "Warum muss denn immer erst etwas passieren?", fragen sie. Am Freitagabend haben sie sich erneut getroffen, um ihre Forderungen zu formulieren. Sie wollen alle Behörden anschreiben. Auch Katharina Hofer. Ihr neunjähriger Sohn Simon war unmittelbar beim Unfall am Dienstag dabei. Sie hat ihren Sohn in den Tagen danach zur Bushaltestelle gebracht und wieder abgeholt. Doch das gehe nicht immer.
Sie habe Simon extra erklärt, wo er die Straße überqueren darf. Sie steht jetzt an der Stelle. Eine Ampel wäre für ihren Sohn eine große Hilfe, sagt sie, während die Blechlawine an ihr vorbeirollt.

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