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Nach spektakulärem Einbruch in Bamberg: Polizeichef rät zur Aufmerksamkeit

Besorgt reagieren Ladeninhaber auf das brachiale Vorgehen von Unbekannten, die bei einem Juwelier eingebrochen waren. Der Polizeichef rät zur Vorsicht.
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Auch am Dienstag hatte die Polizei noch keine Spur von den Einbrechern, die am Montagmorgen mit einem Auto in das Schaufenster eines Juweliergeschäfts in Bamberg gefahren waren. Foto: Ronald Rinklef
Auch am Dienstag hatte die Polizei noch keine Spur von den Einbrechern, die am Montagmorgen mit einem Auto in das Schaufenster eines Juweliergeschäfts in Bamberg gefahren waren. Foto: Ronald Rinklef
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Nach dem spektakulären Einbruch in ein Juweliergeschäft am Grünen Markt, bei dem am Montagmorgen gegen 4 Uhr mehrere Männer mit einem Geländewagen in ein Schaufenster gerast waren und Uhren und Schmuck in Millionenhöhe gestohlen hatten, fehlt von den Tätern bisher jede Spur. Am Dienstag sagte Thomas Neumert, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, dass es noch keinen neuen Ermittlungsstand gebe. Die Fahndungsarbeit läuft aber weiterhin auf Hochtouren.

Appell, aufmerksam zu sein

Derweil macht sich bei den Geschäftsinhabern in Bamberg leichte Sorge breit. So appelliert etwa Gertrud Feldbaum vom gleichnamigen Geschäft mit Schmuck und Mode an der Oberen Brücke an Passanten und Anwohner, wachsam zu sein: In ihr Geschäft war vermutlich in der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember versucht worden einzubrechen. Zwar vergleichsweise weniger spektakulär als ein paar Meter bergab bei dem Juwelier am Grünen Markt, aber dennoch sind die Spuren am kaputten Schaufenster noch deutlich zu sehen. Der Fall liege der Polizei vor, aber Täter seien bisher nicht ausfindig zu machen. Feldbaum will sensibilisieren: Dass Passanten oder Anwohner, die bei den Geschäften in der Innenstadt etwas Verdächtiges hören oder beobachten, möglichst sofort die Polizei rufen.

Mitgefühl mit Kollegen

"Wir sind total beunruhigt", erklärt Stefan Sebök, einer von zwei Geschäftsführern des Luxusuhren-Onlineshops Horando, der eine Filiale in der Langen Straße besitzt. Der 32-Jährige fühlt mit den Kollegen des Juweliergeschäfts am Grünen Markt: "Das ist das Schlimmste, was einem Juwelier passieren kann." Man versuche, alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, dass so etwas nicht vorkomme. Leider passierten solche Dinge dennoch. "Mir tut das sehr leid." Sebök hofft, dass die Täter nun schnell geschnappt werden.

Beim Stadtmarketing-Verein war der Einbruch bisher noch kein größeres Thema. Doch erklärt Vorsitzender Alfons Distler, dass man tätig werde, wenn die Mitglieder das wünschten. So könne man als Stadtmarketing zum Beispiel Schulungen mit Polizei oder Sicherheitskräften anbieten. Distler geht davon aus, dass in diesem so außergewöhnlichen Fall die Täter das Geschäft genau ausgekundschaftet hatten. "Die wissen, was sie tun."

Kaum Geschäftseinbrüche

"Geschäftseinbrüche haben wir wenig, weil die Alarmanlagen in der Regel anschlagen", erklärt Bambergs Polizeichef Thomas Schreiber. Da Juweliere in der Regel sehr gut vor Einbrechern geschützt seien, gelinge eine Tat also nur auf solch brachiale Art, wie sie die Unbekannten am Montag an den Tag gelegt hatten.

Dass es sich hier um Profis handeln muss, weiß auch Schreiber. "Es ist nicht auszuschließen, dass in dem Fall ausführlich ausbaldowert wurde." Will heißen: Möglicherweise hatten sich die Täter vorher in dem Geschäft umgeschaut. Er rät Ladeninhabern deshalb grundsätzlich zur Aufmerksamkeit, sollte einem Verkäufer gerade von hochwertigen Waren ein Kunde merkwürdig vorkommen: "Den gesunden Menschenverstand und den Gefahrenradar einschalten", zählt Schreiber auf. "Da darf nicht das Dollarzeichen, sondern das Fragezeichen aufleuchten." Am besten sei es, zu zweit zu sein und eine verdächtige Person gezielt auszufragen, etwa, wo sie wohnt, im Hotel oder woanders. "Ein ehrlicher Käufer zeigt dafür eher Verständnis." Sollten Zweifel aufkommen, rät Schreiber dazu, die Polizei zu rufen. Die Beamten könnten die Person dann kontrollieren.

Suche nach geklautem Fluchtauto

Nach dem spektakulären Einbruch am Montag waren die Täter in Richtung Strullendorf geflohen. Die Polizei sucht weiterhin nach dem Fluchtauto, einem braunen Mazda CX5 mit dem Kennzeichen BA-V 769. Wer dazu Hinweise geben kann oder sonst Beobachtungen gemacht hat, soll sich bei der Kripo unter Telefon 0951/9129-491 melden.



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