Bug
Urlaub

Nach Bamberg im eigenen Hotel

Die Weltkulturerbestadt ist ein beliebtes Ziel für Wohnmobilisten, Vertreter einer aufstrebenden Art des Tourismus.
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Fühlen sich in Bamberg und speziell auf der Camping-Insel in Bug sehr wohl: Heike und Andreas Bernhardt aus Offenbach.  Fotos: Sebastian Schanz
Fühlen sich in Bamberg und speziell auf der Camping-Insel in Bug sehr wohl: Heike und Andreas Bernhardt aus Offenbach. Fotos: Sebastian Schanz
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Das Motto "Wohnraum statt Hubraum" liegt im Trend: Der Campingtourismus in Deutschland verzeichnet der Branche zu Folge stete Zuwächse. Bamberg ist ein beliebtes Ziel für die Wohnwagenfahrer - die Camping-Insel in Bug könnte mehr Platz gebrauchen. Vorerst wächst sie aber nur temporär.
"Alles picobello", sagt Andreas Bernhardt aus Offenbach im Klappstuhl vor seinem Wohnwagen direkt am Wasser. Die Stadt: "Toll". Der Campingplatz: "Alles top". Der Dom: "Innen enttäuschend". Vier Nächte wollen Andreas Bernhardt und seine Frau Heike auf der Camping-Insel bleiben, dann geht es weiter im Wohnmobil.
"Unser Augenmerk liegt darauf, dass wir die Gäste etwas länger verweilen lassen", sagt Christoph Hoffmann, der die Camping-Insel in der dritten Generation betreibt. Sein Großvater Fritz entwickelte die damalige Hoffmann-Klause 1952 von einem Treffpunkt für Künstler und Bootsfahrer zu einem Zeltplatz. Sohn Peter erlebte dann den Boom der Wohnmobile in den 1960er-Jahren. Und Enkel Christoph bewirtet bis heute im Familienbetrieb die Gäste aus aller Herren Länder. "Gerade haben wir Menschen aus 28 Nationen hier am Platz", sagt Seniorchef Peter Hoffmann, während neben ihm zwei Schweden das WM-Spiel ihrer Mannschaft auf der Leinwand verfolgen. "Die Nachfrage ist groß. Und der Trend geht hin zu großen Wohnmobilen", berichtet Christoph Hoffmann. "Dementsprechend viel Platz braucht man dafür." Kapazitäten hat die Insel für 40 Dauercamper und 140 Stellplätze plus "Zeltler". In der Hauptsaison wird es da manchmal eng. An Ostern, an Pfingsten, aber auch bei Großveranstaltungen wie "Bamberg zaubert" oder dem Jazz- und Bluesfestival lässt der Platzbetreiber daher auf einer externen Wiese an der Karl-May-Straße parken. Die Freifläche für rund 15 Wohnmobile wurde vom Bau- und Werksenat der Stadt Bamberg für weitere zwei Jahre bewilligt. "Wir streben mit der Stadt eine dauerhafte Lösung an", berichtet Christoph Hoffmann.
Einwände brachte ein Nachbar vor. Der Großteil der Buger stört sich jedoch nicht an den Campern, wie Manfred Drescher, der Vorsitzende des Bürgervereins, berichtet. Im Gegenteil: "Das Nebeneinander ist exzellent", sagt Drescher. "Wir haben ja sonst fast nichts mehr." Mit den Gästen gebe es überhaupt keine Probleme und die Gastwirtschaft sei eine Bereicherung. Außerdem teilen die Buger mit den Campern den Wunsch nach einem besseren öffentlichen Nahverkehr. Der Bus fährt die Haltestelle nur noch stündlich an - und erfordere außerdem ein Umsteigen am Klinikum. "Das sollte besser gelöst werden", fordert Drescher. Ein Wunsch wäre auch eine bessere nächtliche Beleuchtung der Radwege im Hainpark, der direkten Verbindung zwischen Camping-Insel und Stadt.
Eine gute Anbindung mit Rad und Bus sieht auch Patrick Backer, der stellvertretende Tourismusdirektor der Stadt, als wichtig an. "Dass die Camping-Touristen alle mit dem Auto in die Stadt fahren, ist nicht in unserem Interesse." Zwar handele es sich um eine Nische im städtischen Tourismusbereich, aber eine wachsende. Auch der Abstellplatz am Heinrichsdamm erfreue sich großer Beliebtheit. "Das ist eine Art des Tourismus, den wir toll finden", sagt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar.

Sebastian Schanz
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