Trosdorf
Interview

Multitalent auf dem Wakeboard: Martin Sicklinger

Am Rande des Jugendcamps in Trosdorf gewährte der erfolgreiche Wakeboarder Martin Sicklinger einen Einblick in seine Anfänge im Wassersport.
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Martin Sicklinger Foto: Corinna Bail
Martin Sicklinger Foto: Corinna Bail
Fußball, Tennis, Skifahren, Wasserski und Wakeboarding - ob auf dem Land oder zu Wasser: Martin Sicklinger ist ein Allrounder. 2016 setzte sich der 23-jährige Passauer gegen internationale Kontrahenten beim europaweit größten Wakeboardevent "Chill and Ride" in Baden-Württemberg durch und belegte den ersten Platz in der Kategorie "Amateure". Auch bei der Deutschen Meisterschaft 2015 begeisterte er mit seinem Talent.



Wie sind Sie zum Wassersport gekommen und was reizt Sie an diesem Hobby?
Martin Sicklinger: Ich bin einfach ein wassersportbegeisterter Mensch. Ich habe das im Alter von 13 Jahren angefangen und sofort gemerkt, dass das genau das Richtige für mich ist. Hier kann ich nicht nur sportlich aktiv sein, sondern habe auch mit den Menschen zu tun, das ist mir wichtig. Beim Skifahren oder Snowboarden, was ich früher gemacht habe, ist mir die soziale Basis einfach zu kurz gekommen. Was ich am Wassersport so toll finde, ist einfach, dass ihn eigentlich jeder machen kann. In unserem Verein sind zum Beispiel auch Kinder mit Behinderung, da wird keiner ausgeschlossen. Hier ist jeder willkommen.

Wo hat Ihre Karriere begonnen und welche Highlights hatten Sie bisher?
Ich habe angefangen beim Wasserskiteam Obernzell. Jetzt fahre ich seit gut zehn Jahren Wakeboard. Bei der Deutschen Meisterschaft 2015 bin ich Vierter geworden und letztes Jahr beim internationalen "Chill and Ride" hab ich den ersten Platz bei den Amateuren belegt. Das war eigentlich mein Highlight bisher. Am nächsten Tag durfte ich auch noch bei den Profis mitfahren, die das berufsmäßig machen. Da bin ich dann von 18 Teilnehmern der Zwölfte geworden. Das war schon arg, ich mach das ja eigentlich bloß "Larifari"-mäßig.

Welcher Tätigkeit gehen Sie hauptberuflich nach?
Ich studiere Zahnmedizin in Bratislava. Das hat eigentlich überhaupt nichts mit Wassersport zu tun. Das Gute ist, dass ich daher immer meinen Mundschutz mit aufs Wasser nehmen kann. Ich habe nämlich schon ein paar Verletzungen gehabt, zum Beispiel habe ich mir die Knie ins Gesicht gehauen und mir dabei die Unterlippe durchgeschlagen. Da wurde mir schnell klar, dass es so nicht weitergehen kann. Gerade als Zahnarzt kann ich ja später mal schlecht ohne Zähne rumlaufen.

Und was hat Sie in den Landkreis Bamberg zum Wakeboardcamp der Jugend gebracht?
Ich habe den Robert (Geiger, Trainer der TWF, Anm. d. Red.) letztes Jahr auf dem Trainerlehrgang kennengelernt. Er kam auf mich zu und hat gefragt, ob ich nicht auch zum Wakeboardcamp nach Bischberg kommen will, weil sie jemanden brauchten, der die Tricks a weng vermitteln kann. Und ich weiß ja auch aus eigener Erfahrung, wie sich das anfühlt, wenn ein Trick endlich klappt. Ich will, dass so viele Menschen wie möglich am Sport teilnehmen.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Der Wettkampfsport ist erst einmal Geschichte. Ich bin vielleicht noch acht Wochen zu Hause zwischen meiner Studienzeit. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich klar noch mehr machen. In meiner Hochphase im letzten und vorletzten Jahr bin ich jeden Tag auf dem Wasser gefahren. Ohne Wasser geht eigentlich bei mir nicht. Ich brauche unbedingt einen Fluss oder einen See in meiner Nähe. Und wenn's nur zum Chillen am Wasser ist.

Die Fragen stellte
Corinna Bail
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