Gundelsheim
Hitzehelden

Müllmann und Hitze: Der Winter ist oft schlimmer

Müllwerker wie Erich Zimmermann mögen lieber die Sonne als Schneeregen oder Eis. Die derzeitige Hitze ist aber auch für sie eine Tortur. Ein Vorteil ist, dass bis zum Mittag die meiste Arbeit schon erledigt ist.
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Puh, die vergangenen Wochen waren auch für einen erfahrenen Müllwerker wie Erich Zimmermann aus Bamberg eine Herausforderung. Foto:  Matthias Hoch
Puh, die vergangenen Wochen waren auch für einen erfahrenen Müllwerker wie Erich Zimmermann aus Bamberg eine Herausforderung. Foto: Matthias Hoch
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Eigentlich ist an diesem Mittwoch die Temperatur um kurz nach 9 Uhr noch erträglich. Gerade einmal 27 Grad zeigt das Thermometer an, als wir Erich Zimmermann und seine Kollegen in Gundelsheim (Landkreis Bamberg) bei ihrer Arbeit treffen. Als Mitarbeiter der Entsorgungsfirma Eichhorn aus Eltmann kümmern sie sich um die Abfuhr von Restmülltonnen im Landkreis Bamberg. Im benachbarten Breitengüßbach haben sie begonnen, jetzt kommt Gundelsheim an die Reihe.
Zimmermann macht seit 14 Jahren diesen Job. Der Schweiß rinnt dem 56-jährigen Müllwerker von der Stirn. "So extrem wie in den letzten Wochen war das noch nie", sagt er. Er hilft sich mit viel Flüssigkeit. Getränke stellt die Firma Eichhorn zur Verfügung, transportiert werden sie in einer Kühltasche. "Es gibt auch immer wieder Anwohner, die uns kaltes Wasser bringen", berichtet Zimmermann von kleinen Aufmerksamkeiten der Bevölkerung. Und gelegentlich kann er sich in Ortschaften am Dorfbrunnen abkühlen.


Kubaner nimmt es leicht

Sein Kollege Hector Almagro Rodriguez, der heute auf dieser Tour aushilft, weil das angestammte Müllauto in die Werkstatt musste, ist erst seit fünf Jahren in Deutschland. Er kommt aus Kuba, war dort schon als Straßenreiniger tätig. Die aktuelle Hitze hier ist für den Kubaner nicht der Rede wert. Da war der Winter schon schlimmer, wenn zum Beispiel die Mülltonnen festgefroren sind und der Schneeregen ins Gesicht peitscht.
Auch Lkw-Fahrer Robert Botter, der vorne im Führerhaus sitzt, bevorzugt das Fahren im Sommer. "Weil im Winter die Nebenstraßen nicht geräumt sind", erzählt der 54-Jährige.
Um 5.30 Uhr haben sich die drei an diesem Tag auf dem Firmenstützpunkt im Bamberger Hafen getroffen. Das Müllladen im Landkreis ist ab 6 Uhr erlaubt.


Aufstehen um 3.30 Uhr

Der frühe Beginn ist in diesen Tagen von Vorteil. Zwar geraten die Müllwerker bis zum Ende ihrer Tour gegen 14.30 Uhr in die Mittagshitze hinein. Aber "bis dahin haben wir das meiste weg", sagt Zimmermann. Endziel jeder Tour ist das Müllheizkraftwerk in Bamberg. Dort wird der Restmüll zweimal am Tag abgelagert - und später verbrannt.
Doch dann hat Erich Zimmermann längst Feierabend. Gegen 21 Uhr oder 21.30 Uhr legt er sich dann ins Bett, um morgens um 3.30 Uhr wieder aufzustehen - an jedem Arbeitstag. Dazwischen lag in den vergangenen Wochen unruhiger Schlaf. "Es wird Zeit, dass es vor allem in den Nächten wieder kühler wird", sagt er.


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