Bamberg
Gebühren

Müllabfuhr wird ab 2019 in Bamberg teurer

Ab 2019 müssen die Bamberger für Müll, Straßenreinigung und Entwässerung mehr bezahlen. Für einen Vier-Personen-Haushalt steigen die Kosten um elf Prozent.
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Die Gebühren für die Abfallbeseitigung steigen ab Januar: Ein Haushalt mit vier Personen muss  inklusive höheren Straßenreinigungs- und Entwässerungskosten mit Mehrausgaben von gut elf Prozent pro Jahr rechnen.  Foto: Ronald Rinklef
Die Gebühren für die Abfallbeseitigung steigen ab Januar: Ein Haushalt mit vier Personen muss inklusive höheren Straßenreinigungs- und Entwässerungskosten mit Mehrausgaben von gut elf Prozent pro Jahr rechnen. Foto: Ronald Rinklef

Die Bürger in Bamberg müssen sich ab dem neuen Jahr auf höhere Gebühren einstellen. Das betrifft nicht nur die Müllentsorgung, sondern auch die Straßenreinigung und die Kosten für die Entwässerung. Eine entsprechende Satzung für die nächste Kalkulationsperiode von 2019 bis 2022 hat der Stadtrat jetzt beschlossen.

Laut Finanzreferent Bertram Felix, der die Zahlen erstmals im Bausenat präsentiert hatte, sollen die Gebühren moderat für alle drei Leistungen ansteigen. Je nach Wohnsituation ändern sich für den Bürger die gesamten Aufwendungen für Straßenreinigung, Müllabfuhr und Entwässerung im Schnitt in den kommenden vier Jahren um 2,9 bis 3,4 Prozent pro Jahr. Musterberechnungen der Stadt ergeben eine Gebührenerhöhung von insgesamt rund 1,63 bis 2,17 Euro pro Kopf und Monat.

Auf ein Muster-Einfamilienhaus mit vier Personen berechnet, betragen die jährlichen Gesamtgebühren bisher 669 Euro, ab dem kommenden Jahr dann rund 747 Euro. Die Kosten steigen auf diese Haushaltsgröße bezogen um über elf Prozent.

Gestiegene Kosten

Dass es nun zu einer Erhöhung komme, habe auch damit zu tun, dass hier kostendeckend gearbeitet werden müsse, so die Erklärung des Finanzreferenten bei der Präsentation der Zahlen. Derzeit sind etwa die Straßenreinigungs- und die Niederschlagswassergebühr nicht kostendeckend und müssen angepasst werden, da im letzten Zeitraum eine Überdeckung abzubauen gewesen sei. Aber auch gestiegene Kosten, insbesondere für Löhne oder Fahrzeuge, werden als Kostentreiber angeführt.

In der Entwässerung stünden außerdem weiter hohe Investitionen in das Kanalnetz an. Unter anderem sollen in den kommenden vier Jahren über 14 Millionen Euro in die Konversionsfläche investiert werden.

In der Abfallwirtschaft seien die Gebühren in den vergangenen acht Jahren konstant gehalten worden, nun müssten auch diese leicht angehoben werden. Aber: "Der Bürger bekommt ein ,Rundum-sorglos-Paket‘, wie er es woanders nicht bekommt", sagte Felix. Die Abgaben liegen trotz der Erhöhung im Schnitt weiterhin unter den Gebühren der Jahre 2004 bis 2010.

Als Grund für die Anhebung der Müllgebühren führte Felix unter anderem auch das umfangreiche Modernisierungsprogramm des Fuhrparks an, wo weiterhin verstärkt investiert werde. Die jährlichen Gesamtkosten der Abfallwirtschaft werden auf durchschnittlich 7,46 Millionen Euro geschätzt.

Lob vom Stadtrat

Die Fraktionen im Stadtrat lobten die Verwaltung dafür, dass es nur zu einer moderaten Anhebung der Gebühren kommen wird. Allerdings machte etwa Daniela Reinfelder (BuB) bereits im Bausenat deutlich, dass dies nicht für jeden einfach sein wird. "Vor allem für manchen kleinen Bürger wird es weniger in der Tasche sein."

Städte im Vergleich:

Müllentsorgung Vergleich mit anderen Städten und vergleichbarem Servicepaket wie Restmüll, Biomüll, Papier oder Sperrmüll bei der Abfallbeseitigung (bezogen auf den jährlichen Gebührensatz bei einer 120-Liter-Mülltonne):

Bamberg 207 Euro

Erlangen 272,40 Euro

Nürnberg 305,76 Euro (Restmüll wird wöchentlich geleert)

Straßenreinigung Vergleich mit anderen Städten (Jährlicher Preis pro laufendem Meter Straßenfrontlänge/ bezogen auf Reinigungsklasse 2 in Bamberg):

Ohne Gehwege:

Hof 3,68 Euro

Coburg 4,24 Euro

Bayreuth 5,26 Euro

Mit Gehwege:

Bamberg 8,95 Euro

Erlangen 12,24 Euro

Nürnberg 20,62 Euro

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