Sport und Fitness

MTV Bamberg mit neuem Schmuckstück

Einweihung der Gymhallen 3 und 4 gefeiert - Höchstes Lob vom BLSV für die erfolgreiche Vereinsarbeit
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Bei der Einweihung der neuen Gymhallen 3 und 4 des Männerturnvereins in Bamberg zeigten unter anderem die Kickboxer des Vereins ihr Können.   Fotos: Werner Baier
Bei der Einweihung der neuen Gymhallen 3 und 4 des Männerturnvereins in Bamberg zeigten unter anderem die Kickboxer des Vereins ihr Können. Fotos: Werner Baier
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An seinem 136. "Geburtstag" feierte der Männerturnverein Bamberg nicht nur sein Altersjubiläum, sondern auch und besonders die Einweihung des vierten Bauabschnitts seines Vereinszentrums sowie das fünfjährige Bestehen der beliebten Kindersportschule KISS.

Mit rund 4000 Mitgliedern ist der am 28. September 1882 gegründete Verein an der Moosstraße einer der größten in Bayern und dank einer tüchtigen Vorstandschaft, zahlreicher Übungsleiter und freiwilliger Helfer auch einer der erfolgreichsten im Breitensport. Der ist in 24 Kursprogrammen und 14 Sportarten - vom Faustball bis zum Wandern und von Herz Qi Gong bis zum Tennis - vertreten. Aber nicht selten erwachsen daraus auch Meister ihres Sports. Die Kickboxer des MTV zum Beispiel haben unlängst bayerische Meister hervorgebracht.

Der Bamberger MTV feiert seine neuen Gymhallen

Das neueste Schmuckstück ist der binnen Jahresfrist aus dem Boden gestampfte Anbau für die Gymhallen 3 und 4. Nachdem die bisherigen Räumlichkeiten aus den Nähten platzten, war neuer Übungsraum höchst erforderlich.

Vorsitzender Peter Röckelein erklärte den zahlreichen Festgästen, dass der Grundstock für die stete Aufwärtsentwicklung des MTV 1966 gelegt worden sei. Für damals noch 57360 DM erwarb der Verein rund 30.000 Quadratmeter von der Bayerischen Forstverwaltung und die Stadt beteiligte sich auch noch mit 50 Prozent daran. Der einst von "Stehkragenturnern" und später um "Werte Fräuleins" - Gymnastinnen in langen Röcken - aufgebaute Verein expandierte danach in alle Richtungen. Nur dem König Fußball zollte der MTV keinen Tribut.

Der Sport muss auch weiterhin gefördert werden

Wolfgang Reichmann, der einst für die violetten Basketballer auflief und in seinem Unruhestand gerne noch als Plaudertasche aktiv ist, machte dem MTV als Moderator der Einweihungsfeier viele Komplimente. Vor allem gratulierte er den Mitgliedern zu ihrem seit vielen Jahren mit großer Umsicht und Tatkraft amtierenden Vorsitzenden Peter Röckelein.

Dessen Rat ist künftig sogar auf der Ebene des BLSV gefragt, wie Vizepräsident Klaus Drauschke durchsickern ließ. Röckeleins Wissen um den Erfolg eines Sportvereins solle über Bamberg hinaus dem Sport in Bayern nützlich sein, wünschte Drauschke. Der BLSV-Funktionär sicherte dem MTV einen Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro zu den knapp zwei Millionen Euro Baukosten der zwei Gymhallen zu, er konnte sich aber auf den Zeitpunkt der Auszahlung nicht festlegen. Zur Zeit betrage die Zuteilungsfrist etwa drei Jahre, nicht mehr zehn wie ehedem. Sport sei Prophylaxe und Therapeutikum, gab Drauschke zu bedenken und knüpfte damit an Ausführungen der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml an, die ihre beiden Kinder beim MTV in guten Händen weiß. "Keine Stunde im Leben, die man im Sport verbringt, ist verloren", zitierte sie den früheren britischen Premierminister Winston Churchill. Der Zigarrenraucher ist im Zusammenhang mit Sport zwar für ein anderes Zitat bekannter, aber er hat für seine Maxime "No sports" auch mit einem Alter im Rollstuhl gebüßt. Alles Gute für die nächsten 136 Jahre wünschte Ministerin Huml dem Verein und für die nächsten Bauprojekte gleich dazu. Bambergs Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner träumte laut davon, wie eine Gazelle auf dem fünf Meter langen und nur zehn Zentimeter breiten Schwebebalken zu tänzeln, machte sich dann aber mit dem Hinweis auf den 160.000 Euro Zuschuss der Stadt zum Erweiterungsbau und einem wertvollen Faustball für die Rasensportler beliebt.

Die Sportler des MTV demonstrierten ihr Können

Pfarrerin Anette Simojoki und Pfarrer Josef Eckert riefen Gottes Beistand für die neue Sportstätte und ihre Nutzer herab. Eckert lud dabei auch zu "seelischer Gymnastik" in die nahe St.-Anna-Kirche ein. Die Band "Streusalz" gab der Einweihungsfeier den musikalischen Rahmen. Turnflöhe und Wettkampfturnerinnen sowie die Kickboxer des MTV gaben Proben ihres Könnens und Zeugnis für die erfolgreiche Arbeit von über 100 Übungsleitern, die sich im MTV engagieren. Sehr zur Freude der in Ehren ergrauten Altmitglieder, die dem Verein auch in stürmischer Zeit die Stange hielten - buchstäblich, denn es war früher durchaus üblich, vor dem Training mit Schubkarre oder Maurerskelle etwa zum Bau einer Kegelbahn "freiwillig" beizutragen. Nun soll - was Baumaßnahmen betrifft - erst einmal eine Erholungs- und Stabilisierungsphase eintreten, sagte Vorsitzender Röckelein. Um gleich hinzuzufügen: "Aber unser Arbeitsaufwand wächst auf alle Fälle..."



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