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Musik

Bamberg/Bayern: Schlagersänger Stefan Mross zu Gast in Bamberg - Arland als Stargast

Der Schlagerstar gastiert mit seiner Show "Immer wieder sonntags...unterwegs" in der Konzerthalle. Heimlicher Star ist ein 79-jähriger Rückkehrer.
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Stefan Mross führte durch den Abend in Bamberg.  Foto: Barbara Herbst
Stefan Mross führte durch den Abend in Bamberg. Foto: Barbara Herbst
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Es braut sich etwas zusammen am Freitagabend im Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg. Einige in Lederhosen gekleidete Menschen lassen erahnen, dass hier kein Klassik-Konzert stattfinden wird. Im Gegenteil, der beliebte Moderator und Musiker Stefan Mross ist mit seiner Erfolgstournee "Immer wieder sonntags...unterwegs" in der Stadt und will für gute Stimmung sorgen. Ob ihm das beim überwiegend älteren Bamberger Publikum gelingt?

Normalerweise ist Mross am Sonntagvormittag bei vielen, die an diesem Abend den Weg in die Konzerthalle gefunden haben, im Wohnzimmer zu Gast. Dann nämlich, wenn seine gleichnamige Erfolgsshow in der ARD, die dieses Jahr ihren 15. Geburtstag feiert, ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen begeistert. Seit 2013 geht er mit der Show auf Tournee und macht heuer zum ersten Mal auch in der "Weltstadtmetropole Bamberg" (Mross) Halt.

Erstmal warm schunkeln

Dort begrüßt er gut aufgelegt einige der laut Veranstalter rund 800 Zuschauer per Handschlag, als wären sie alte Freunde und freut sich, "sie alle endlich einmal persönlich kennenzulernen". Das Publikum muss sich bei von Mross performten Schlagerklassikern wie Semino Rossis "Rot sind die Rosen", Mieke Telkamps "Tulpen aus Amsterdam", Udo Jürgens "Vielen Dank für die Blumen" oder Heinos "Blau blüht der Enzian" aber erstmal warm klatschen und schunkeln.

Zum Glück hat Mross als Unterstützung einige bekannte Größen aus der Schlager- und Volksmusikszene mitgebracht. Als erster Gast tritt das Südtiroler Duo "Die Ladiner" auf und performen ihren Grand-Prix-Sieger-Hit "Beuge dich vor grauem Haar". Mit Liedern "von wahren Geschichten und Heimat" wollen die beiden Brüder die Herzen ihres Publikums berühren. Im tiefgründigen Lied "Die Erde hat Fieber" erzählen sie von den jedes Jahr weiter schwindenden Gletschern in ihrer Südtiroler Heimat und dadurch findet auch der Klimawandel in ungeahnter Weise an diesem Abend seinen Platz. Richtig Stimmung will da freilich noch nicht aufkommen.

Arland lässt das Publikum auftauen

Wie gut, dass gleich darauf mit Maximilian Arland der Stargast auf die Bühne tritt und mit dem Titellied seines aktuellen Albums "Liebe in Sicht" das Publikum langsam auftauen lässt. Der aus einer wahren Schlagerfamilie stammende Arland performt einige Lieder aus seinem Jubiläums-Werk und seinen neuesten Song "Verliebt in Berlin". Auch das von seinem Großvater Rolf Arland für Roy Black komponierte Lied "Ganz in weiß" darf nicht fehlen.

Arland erreicht die Menge mit seiner zugänglichen Art und gesteht, dass es schon komisch sei, "mit gerade einmal 38 Jahren schon sein 25. Jubiläum zu feiern". Da lachen einige Zuschauer, bei denen er ja quasi "im Wohnzimmer groß geworden" (Arland) ist.

Die Bühne zum Glänzen bringt die mit 26 Jahren jüngste und einzige weibliche Künstlerin des heutigen Abends, Anna-Carina Woitschack, die nicht nur für musikalische Höhepunkte, sondern mit ihren wechselnden Outfits auch für einige optische Aha-Momente sorgt. Die ehemalige "Deutschland sucht den Superstar"-Kandidatin wird im Saal mit lautem Applaus empfangen und wartet mit einer echten Premiere auf. Sie präsentiert ihren just am Freitag neu erschienenen Song "Eine Nacht mit dir im Paradies", der sogleich in den Top Ten der iTunes-Charts gelandet ist.

Liebespaar im Duett

Neben einem Medley ihrer drei "Lieblingslieder", singt sie noch einige Titel der 2017 verstorbenen Schlagersängerin Andrea Jürges, die ihr musikalisches Vorbild sei. Außerdem performt sie gemeinsam mit Mross, der auch privat ihr Partner ist, ihren Erfolgssong "Los Siento", der 2018 zum "Schlager des Jahres" gekürt wurde und Peter Maffays "Ich wollte nie erwachsen sein".

Der "heimliche Star" des Abends ist allerdings Bata Illic, der nicht nur überaus sympathisch und geerdet von seinem musikalischen Werdegang erzählt, sondern auch damit überrascht, dass er bereits als Jugendlicher für amerikanische Soldaten in Bamberg Jazzmusik gemacht hat. Daher sei die Rückkehr in diese Stadt eine Herzensangelegenheit für ihn. Spätestens bei seinem Evergreen "Michaela" singt dann auch der Letzte im Saal ausgelassen mit. Und auf den Rängen hält es einige eingefleischte Illic-Fans nicht mehr auf ihren Sitzen.

Als Mross nach fast drei kurzweiligen Stunden noch ein mehr oder weniger gelungenes Trompetensolo zu "Sierra Madre" von den Schürzenjägern hinlegt und zum Abschluss "Ciao Amore" der Kastelruther Spatzen singt, werden vereinzelt Smartphones gezückt und Erinnerungsfotos geschossen.

Das zum Großteil stehende Publikum verabschiedet sich winkend und wehmütig von seinem Gastgeber. Allzu lange müssen die Fans jedoch nicht warten, denn am 12. Januar 2020 heißt es erneut "Immer wieder sonntags" in Bamberg - mit neuen Gästen und dann auch wirklich an einem Sonntag.

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