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Prozess

Morddrohungen und Internet-Hetze: Bamberger Erzbischof zieht vor Gericht

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erhielt in den vergangenen Jahren Beleidigungen und Morddrohungen über das Internet. Nun kommt es zum Prozess.
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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erhielt in den vergangenen Jahren Beleidigungen und Morddrohungen über das Internet. Nun kommt es zum Prozess. Symbolfoto: Jochen Tack/Imago
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erhielt in den vergangenen Jahren Beleidigungen und Morddrohungen über das Internet. Nun kommt es zum Prozess. Symbolfoto: Jochen Tack/Imago
Die Internet-Hetze gegen den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist nun ein Fall für das Gericht. Ein Anwalt aus Wuppertal muss sich am Dienstag vor dem Amtsgericht Bamberg verantworten. Er hatte einen Strafbefehl wegen eines Hass-Kommentars auf Facebook nicht akzeptiert, deshalb wird nun verhandelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Facebook-Nutzer über Schick geschrieben: "Stell Dir vor, dieser Heini wird im Gottesdienst geköpft und niemand schaut hin." Die Anklagebehörde wertet das als Beleidigung.


AfD nutzt Zitat für Facebook

Im Herbst 2016 hatte es eine Welle hasserfüllter Kommentare bis hin zu Morddrohungen gegen Schick gegeben. Ausgelöst wurden die Beschimpfungen durch einen Eintrag auf der Facebook-Seite der AfD Ende Oktober 2016. Es war ein Foto des katholischen Kirchenmanns in Kombination mit dem verkürzt wiedergegebenen Zitat "Kirche: Muslimischer Bundespräsident denkbar" zu sehen.

Konkret hatte Erzbischof Schick während einer Podiumsdiskussion in Nürnberg auf die Frage, ob er sich einen muslimischen Bundespräsidenten vorstellen könne, geantwortet, dass er dafür derzeit keine gesellschaftliche Mehrheit sehe. Auf die Nachfrage, ob er dies denn grundsätzlich für möglich halte, sagte Schick, dass ein möglicher muslimischer Kandidat von den Parteien nominiert und von der Bundesversammlung gewählt werden müsste. Wenn dies geschehen sollte, werde die Kirche diese demokratische Entscheidung akzeptieren. Alles andere entspräche nicht dem Grundgesetz.


Hetze im Netz

In einem weiteren Verfahren gegen einen Kommentar-Schreiber bei Facebook ist ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bamberg inzwischen rechtskräftig, wie ein Sprecher der Anklagebehörde der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Mann hatte geschrieben: "Dieses ganze Politiker- und Pfaffengesindel sind korrupte Verbrecher und gehören liquidiert." Er musste eine Geldstrafe von 4000 Euro zahlen.

Immer wieder registrieren Schick und seine Mitarbeiter Hetzbotschaften im Netz - "immer dann, wenn es eine entsprechende Äußerung des Erzbischofs gibt", wie ein Bistumssprecher sagte. Das sei zuletzt vor ein paar Monaten der Fall gewesen, als Schick gesagt hatte, dass Christen sich ein Vorbild daran nehmen könnten, wie viele Muslime ihren Glauben öffentlich leben und sich dazu bekennen. "Im Moment ist es ruhig", ergänzte der Sprecher.
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