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Bamberg zaubert

Mit dem Himmel auf Tuchfühlung - Nachwuchskünstlerinnen verzaubern Bamberg

Vier junge Bambergerinnen zeigen ihre mutigen Akrobatik-Künste bei der Nachwuchsshow.
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Die 15 Jahre alte Anna macht über dem staunenden Publikum einen Spagat. Nur das Vertikaltuch sichert sie vor dem Fall.  Fotos: Antonia Wild
Die 15 Jahre alte Anna macht über dem staunenden Publikum einen Spagat. Nur das Vertikaltuch sichert sie vor dem Fall. Fotos: Antonia Wild
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Es sieht aus wie ein langer Vorhang oder ein überdimensionierter Schal, das rote Vertikaltuch, das vom Kran herabhängt. Darunter liegt eine kleine Matte zum Schutz. Doch die kommt zum Glück gar nicht zum Einsatz, wenn Anna, Aliuska, Lotte und Almuth sich in schwindelerregende Höhe turnen und Figuren machen, die manch anderer nicht einmal am Boden ausführen könnte.

Bamberg zaubert lockt heuer zum 21. Mal Künstler aus aller Welt ins Frankenland. Mit dabei sind neben den großen Profis auch die Nachwuchstalente. Neben vielen nationalen und internationalen Akrobaten, Jongleuren, Trapezkünstlern und Komödianten sind auch die vier Bamberger Jugendlichen Anna, Aliuska, Lotte und Almuth mit von der Partie. Das Vertikaltuch hat es ihnen allen angetan. Anna, Aliuska und Lotte standen schon in den vorigen Jahren auf der Bühne, für Almuth ist es der erste Auftritt bei Bamberg zaubert.

Gemeinsame Tricks

Gerade erst zwölf Jahre alt sind Lotte und Almuth. Wenn sie am Tuch turnen, merkt ihnen das aber keiner an. "Wir haben für Bamberg zaubert eine eigene Show entwickelt, bei der jeder Einzeltricks macht, wir aber auch ein paar Kunststücke gemeinsam aufführen", sagt Lotte. Die Freundinnen kennen sich aus dem Kinder- und Jugendtraining des Zirkus Giovanni. In diesem Jahr treten sie zum ersten Mal gemeinsam auf. "Auch wenn viele Menschen das gruselig finden, mich beruhigt das Turnen am Vertikaltuch einfach", sagt Almuth.

Die "alten Hasen" Anna und Aliuska sind 15 beziehungsweise 17 Jahre alt und trainieren beiden schon seit sie sieben im Zirkus. "Das Vertikaltuch macht irgendwie süchtig", erklärt Anna. Aliuska gefallen besonders die Übungen, die sie im freien Fall ausführt. "Wenn man sich in das Tuch einwickelt und dann loslassen kann - das ist wie Fliegen", schwärmt sie. Für Bamberg zaubert haben sie eine Show entwickelt, die auf die Musik abgestimmt ist. "Das Grundgerüst steht ja eh von unseren anderen Auftritten, doch natürlich haben wir uns auch etwas Neues einfallen lassen für heute", sagt Anna.

Das Publikum ist beeindruckt

Die beiden Auftritte belohnt das Publikum mit mächtigem Applaus. Die mehreren Hundert Zuschauer auf dem Maxplatz genießen die Vielfalt der Auftritte. "Mich haben die Vertikaltuch-Künstlerinnen echt ins Staunen gebracht. Das ist schon sehr mutig, so weit oben in der Luft zu schweben und zu turnen", sagt die 25-jährige Ann-Sofie. Besonders die Körperbeherrschung der jungen Artistinnen bewundere sie.

So wie auch die anderen Künstler bei Bamberg zaubert nicht vom Veranstalter für ihre Auftritte bezahlt werden, erhalten auch die Jungkünstler ihre Gage "aus dem Hut". "Wir bekommen Essensgutscheine und so viel zu trinken, wie wir wollen, aber ab und zu gibt uns jemand auch eine kleine Spende für unsere Show", erklärt Anna. Die vier sind sich jedoch einig: Ihre Hauptmotivation, bei Bamberg zaubert aufzutreten, ist natürlich das Auftreten an sich. "Es macht riesigen Spaß, vor so vielen Leute zu zeigen, was man so kann", sagt Lotte.

Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das Konzept der Nachwuchsshow in einem Detail geändert: Während früher am Ende ein Sieger gekrönt wurde, gibt es heute keinen solchen Wettbewerb mehr. "Vielleicht hätte der Wettbewerb doch noch mehr Publikum angelockt, aber mir ist es so lieber, weil man einfach netter zueinander hinter der Bühne ist", sagt Anna. Auch Almuth ist ihrer Meinung. "Gerade für mich als Neue ist das super, weil das weniger Druck macht und es jetzt nur darum geht, eine tolle Zeit zu haben", sagt die Zwölfjährige.

Im kommenden Jahr möchten die vier Bambergerinnen wieder "mitzaubern". Für Aliuska wird das dann schon das erste Jahr ihrer Oberstufenzeit sein. "Natürlich wird der schulische Druck größer, aber das Vertikaltuchturnen gibt mir da den perfekten Ausgleich", erklärt die 17-Jährige. Für die Jugendlichen ist die Akrobatik am Tuch in schwindelerregender Höhe mehr als nur ein Sport - es ist die Erfüllung eines Kindheitstraums. Und Almuth träumt sogar noch weiter. "Wer weiß, vielleicht mache ich Akrobatik einmal beruflich. Lust hätte ich schon sehr darauf", sagt sie grinsend.

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