• Der ehemalige Erzieher, der zahlreiche Kinder in einer Bischberger Kita missbraucht haben soll, wurde schuldig gesprochen und muss ins Gefängnis



Vier Jahre und zehn Monate Jugendstrafe lautet das Urteil gegen Bertram B. (Name geändert). B. hat während seiner Ausbildung zum Erzieher im August und September 2017 an einer Kita in Bischberg insgesamt 13 Mal Mädchen im Kindergartenalter sexuell missbraucht, in fünf Fällen auch schwer. Daneben hatte die Polizei auf seinem Handy kinderpornografische Bilddateien gefunden.

Das Urteil bewegt sich zwischen den Anträgen von Staatsanwaltschaft, die fünf Jahre Jugendstrafe gefordert hatte, und Verteidigern, die auf vier Jahre und drei Monate plädiert hatten. Durch ein sogenanntes Rechtsgespräch zu Beginn des Prozesses war der Strafrahmen bereits deutlich eingegrenzt worden.


Weitere Taten gestanden

Der Angeklagte hatte in diesem Gespräch weitere Taten eingestanden, die nachträglich in die Verhandlung mit einbezogen wurden. Stark strafmildernd für B. wirkte sich sein umfassendes Geständnis aus, das den betroffenen Kindern eine Aussage vor Gericht ersparte.
Eine der entscheidenden Fragen am vierten und letzten Verhandlungstag sollte der Sachverständige Christoph Mattern beantworten. Es ging darum, ob für den Heranwachsenden B. bereits Erwachsenen- oder noch Jugendstrafrecht anzuwenden ist. Mattern sah im Angeklagten eine "unreife Persönlichkeit" und sprach sich für Jugendstrafrecht aus. Dem folgte die Kammer.


Planhaftes Vorgehen

Die verurteilten Taten trugen sich alle im Zeitraum von Anfang August bis Ende September 2017 zu. Der damalige Erzieher-Azubi ging dabei durchaus planhaft vor. Er suchte gezielt Situationen, in denen er mit den Mädchen im Alter von vier bis sechs Jahren allein war. Er verging sich bis auf einen Wiederholungsfall immer an unterschiedlichen Mädchen, weil er davon ausging, dass ihnen dann nicht so leicht geglaubt würde. Und schließlich machte er aus den intimen Berührungen ein "Geheimnis", das sie keinem anderen erzählen sollten.
"Erst mit dem Abschluss des Strafverfahrens kann es eine sinnvolle Aufarbeitung der Ereignisse geben", sagte Vorsitzender Richter Markus Reznik in seiner Urteilsbegründung. Entsprechend habe seine Kammer vorrangig zwei Ziele verfolgt: Den Missbrauchsprozess zu einem zügigen Abschluss zu bringen, ohne dass die Missbrauchsopfer die Geschehnisse noch einmal rekapitulieren müssten.



Einen ausführlichen Bericht lesen Sie hier (für Abonnenten kostenlos)

Missbrauch durch angehenden Erzieher im Kreis Bamberg: Ist noch eine weitere Kita betroffen?