Bamberg
Schließung

Michelin-Werk Hallstadt schließt: Wwie geht es für die Azubis weiter?

Das Michelin-Werk in Hallstadt wird 2021 die Tore für immer schließen. Seit dieser Nachricht sucht eine Task Force nach Jobs für die rund 850 Beschäftigten des Reifen-Herstellers. Das Landratsamt kümmert sich derweil um das Gelände in der Zeit nach Michelin.
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Update, 08.10.2019: Task Force sucht nach Jobs für Beschäftigte

Michelin hatte am Mittwoch, 25. September, die 858 Beschäftigten des Hallstadter Werkes informiert, dass die Produktion Anfang 2021 eingestellt werden soll. Seitdem arbeitet eine Task Force daran, für jeden der 858 Mitarbeiter Beschäftigung zu finden. Hierfür ist an diesem Mittwoch ein Gespräch mit den größten Arbeitgebern in der Region geplant. Am 14. Oktober tagt dann die Task Force, die die Bemühungen für die Beschäftigten bündelt.

Update, 08.10.2019: Zukunfts-Pläne für das Michelin-Gründstück

Michelin will zusammen mit dem Landkreis Bamberg und der Stadt Hallstadt eine Vision für die künftige Nutzung des Michelin-Geländes an der A 70 erarbeiten. Darüber berichtet der Landkreis in einer Pressemitteilung am Montagabend (07.10.2019). Ziel dieses Prozesses ist es, den Standort nach der für Januar 2021 geplanten Schließung des Werkes zu revitalisieren.

"Es eine anspruchsvolle Aufgabe und eine große Chance zugleich, ein Areal mit einer Fläche von 26 Hektar entwickeln zu können", leitete Landrat Johann Kalb den Prozess am Montag mit Werkleiter Jens Schlemmer und dem Hallstadter Bürgermeister Thomas Söder ein.

Im Landratsamt wurden am Montag die ersten Schritte und ein grober Zeitplan abgesteckt. Zunächst sollen Gespräche und Interviews mit Experten verschiedene Optionen für den Standort aufzeigen. Hieraus soll dann in der gemeinsamen Diskussion eine Vision erarbeitet werden. Diese Vision soll in einer Machbarkeitsstudie überprüft werden. Im Idealfall schließt sich dann die Umsetzung an.

Update, 02.10.2019: Was wird auch den Michelin-Azubis?

Derzeit sind 36 Auszubildende bei Michelin in Hallstadt beschäftigt. Nach der angekündigten Schließung des Werkes im Jahr 2021, muss nun geklärt werden, wie es mit den Auszubildenden weitergeht.

Landrat Johann Kalb nahm sich dieser Angelegenheit am Dienstag (1. Oktober 2019) an und führte Gespräche mit der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Wirtschaftsförderung und der Michelin-Ausbildungsleitung. Ergebnis dessen ist, dass 17 der 36 Azubis ihre Ausbildung planmäßig beenden können: Sie befinden sich im dritten oder vierten Lehrjahr. Die Ausbildung der Michelin-Azubis im dritten Lehrjahr wird um einen Monat verkürzt, so dass sie bereits im Januar 2021 ausgelernt sind.

Anders stellt sich die Situation bei den Auszubildenden dar, die sich aktuell im ersten beziehungsweise zweiten Jahr ihrer Lehre befinden. Für zehn Azubis, die im zweiten Jahr sind, wird ein Kooperationsmodell entwickelt, wie das Landratsamt Bamberg am Mittwoch (2. Oktober 2019) mitteilte. Demnach sollen sie ihre Ausbildung ab Februar 2021 bei anderen Unternehmen in der Region fortsetzen können. Die Azubis im ersten Lehrjahr (neun Auszubildende) können sich diesem Modell ebenfalls anschließen oder bereits zum jetzigen Zeitpunkt in eine andere Firma wechseln.

Bei den Lehrlingen handelt es sich vor allem um Elektroniker im Fachbereich Automatisierungstechnik und Industriemechaniker mit der Fachrichtung Instandhaltung.

Update, 01.10.2019: 858 Jobs nach Michelin-Schließung in Hallstadt in Gefahr

Auf der Liste der Unterstützer der Beschäftigten des Michelin-Werkes Hallstadt stehen seit Montagabend auch fünf Kabinettsmitglieder. Die Staatsminister Hubert Aiwanger, Kerstin Schreyer, Melanie Huml, Thorsten Glauber und Staatssekretär Thomas Silberhorn informierten sich auf Einladung von Landrat Johann Kalb vor Ort über die Situation der Beschäftigten und des Werkes. Sie sicherten zu, den anstehenden Transformationsprozess aktiv mitzugestalten.

Update, 27.09.2019: Aiwanger und vier Minister beraten über Michelin-Werk in Hallstadt

Am Montag (30. September 2019) wollen fünf Mitglieder des bayerischen Landeskabinetts über die Situation rund um das Hallstadter Michelin-Werk beraten. Informationen des Landratsamts Bamberg zufolge, geschieht dies auf Initiative des Landrates Johann Kalb.

Dem Quintett gehört unter anderem Hubert Aiwanger (Freie Wähler) an. Ihn begleiten Melanie Huml (CSU), Thomas Silberhorn (CSU), Thorsten Glauber (Freie Wähler) und Kerstin Schreyer (CSU). In einem Gespräch mit der Michelin-Unternehmensleitung sowie dem Betriebsrat sollen Möglichkeiten erörtert werden, wie die Politik in Hallstadt helfen kann.

Kalb hatte bereits am Mittwoch eine sogenannte "Task Force" gegründet und die Koordination bezüglich des Michelin-Werkes übernommen. "Wir werden alles tun, damit jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin und jeder Auszubildenden eine Beschäftigung in der Region findet", so Kalb.

Erstmeldung, 25.09.2019: Michelin-Werk in Hallstadt schließt

Wie die Michelin-Gruppe auf ihrer Homepage verkündet, soll das Werk bis Anfang 2021 geschlossen werden. Die 858 Beschäftigten am Standort sind laut Mitteilung am Mittwoch über die Schließung informiert worden. "Das ist eine schlimme Nachricht für die Region, insbesondere für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", wird Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke in einer Pressemitteilung der Stadt am Mittwochnachmittag (25.09.2019) zitiert.

Michelin-Werk schließt Anfang 2021: Landrat bestürzt

Auch Landrat Johann Kalb "zeigt sich bestürzt über die Entscheidung von Michelin, die Reifenproduktion in Hallstadt einzustellen", wie das Landratsamt Bamberg mitteilt. "Das trifft nicht nur mehr als 850 Beschäftigte, sondern mehr als 850 Familien", wird Kalb zitiert. "Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, dass jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und jeder Auszubildende einen Arbeitsplatz findet", so der Landrat weiter.

Das 1971 gegründete Michelin Werk Hallstadt produziert überwiegend Pkw-Reifen in 16 Zoll. Laut dem Unternehmen wurden seit 2013 60 Millionen investiert, um dieses Segment zu erhalten - gegen die weltweit rückläufige Nachfrage und den starken asiatischen Wettbewerb kamen sie damit aber nicht an. Bambergs Oberbürgermeister Starke und der Landrat Johann Kalb vereinbarten nun die Bildung einer "Task force", um der betroffenen Belegschaft zu helfen, wie die Stadt Bamberg mitteilt.

Wie geht es weiter?

Michelin beschreibt in ihrer Mitteilung die Perspektiven für die Mitarbeiter: "Die Michelin Gruppe wird ein umfassendes und personalisiertes Maßnahmenpaket für jeden Mitarbeiter des Standorts anbieten. Zu diesem sollen die Dienste einer Transfergesellschaft ebenso gehören, wie rentennahe Berufsausstiegsmöglichkeiten und das Prüfen von internen Beschäftigungsmöglichkeiten. Im nächsten Schritt sollen Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft aufgenommen werden, um die Details der Umsetzung dieser Maßnahmen festzulegen."

Schon seit Monaten herrscht unter den Arbeitern Unsicherheit über die Zukunft des Standorts. Im Wirtschaftsreferat der Stadt Bamberg "sieht man die Schließung des Hallstadter Werks im Zusammenhang mit der weltweiten Krise der Automobilzuliefererindustrie", heißt es in der Pressemitteilung. Gerade die Bamberger Region sei davon stark betroffen, weil hier rund 20.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Automobilzuliefererindustrie abhängig sind.

"Dank der hervorragenden Entwicklung des Landkreises Bamberg auf dem Arbeitsmarkt stehen nach Einschätzung des Landrates die Chancen dafür gut, dass jeder Mitarbeiter eine neue Beschäftigung findet", wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung erklärt. Derzeit gibt es laut Jobcenter wohl rund 3000 offene Stellen in Stadt und Landkreis Bamberg.

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