Merkendorf
Bedarfsplanung

Memmelsdorfer Kinderkrippen platzen aus den Nähten

Die Gemeinde Memmelsdorf kommt mit dem Bau von zusätzlichen Betreuungsplätzen für die bis dreijährigen Gemeindebürger kaum nach. Nachhaltige Entlastung verspricht das Schulgebäude von Merkendorf. Aber auch in Lichteneiche könnten weitere Krippenplätze am Kindergarten entstehen.
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Könnte die Lösung aller Kinderkrippen-Probleme in der Gemeinde Memmelsdorf sein: Das Merkendorfer Schulhaus würde Platz für mehrere Krippen-Gruppen bieten. Foto: Ronald Rinklef
Könnte die Lösung aller Kinderkrippen-Probleme in der Gemeinde Memmelsdorf sein: Das Merkendorfer Schulhaus würde Platz für mehrere Krippen-Gruppen bieten. Foto: Ronald Rinklef
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"Kaum haben wir eine Warteliste abgearbeitet, da bildet sich schon die nächste Schlange", schilderte Bürgermeister Johann Bäuerlein (CSU/ WLW) im Gemeinderat die Situation. Und das war nicht übertrieben: Für vier von 22 Kindern zwischen null und drei Jahren konnte in den vergangenen Wochen kein Krippenplatz mehr gefunden werden. Und für das nächste Kindergartenjahr zeichnet sich bereits anhand der Geburtenzahlen ein noch höherer Bedarf ab.

So erfreulich diese Entwicklung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels auch ist - für die Gemeindeväter bedeutet sie eine unverhoffte Herausforderung. Die man in Memmelsdorf aber zu meistern gedenkt, wie Bürgermeister Bäuerlein im Gemeinderat betonte. Die Lösung wird aller Voraussicht nach in Merkendorf liegen. In der dortigen Schule werden derzeit noch drei Klassen der Memmelsdorfer Grundschule unterrichtet.
Die könnten auch woanders untergebracht werden, dann stünden die Räume für die Schaffung einer weiteren Kinderkrippe zur Verfügung. "Wir haben die Räume zusammen mit dem Landratsamt und der Schulleitung angeschaut. Sie wären auch nach Überzeugung des Landratsamtes für die Einrichtung einer Kinderkrippe bestens geeignet", ließ Bäuerlein wissen. Zumindest eine Krippengruppe könnte zum Beginn des nächsten Kindergartenjahres am 1. September dort eingerichtet werden, wenn die Schüler in die Ferien verabschiedet sind.

"Es können aber auch zwei werden, das hängt vom Bedarf ab", so der Rathauschef. Bäuerlein nannte die Voraussetzungen in Merkendorf "hervorragend". Küche und Rettungswege seien vorhanden, man könne das Vorhaben "mit überschaubaren Mitteln realisieren". Die beiden für das nächste Schuljahr noch in Merkendorf vorgesehenen Scjhulklassen könnten problemlos anderswo untergebracht werden. Die ersten Klassen kämen dann ganz nach Lichteneiche.

Derzeit verfügt die Gemeinde über drei Krippen in Memmelsdorf, Lichteneiche und Drosendorf mit 35 Plätzen, ergänzte Hauptamtsleiter Pfister. Im vergangenen Jahr gab es im Gemeindegebiet 75 Geburten, im Jahr zuvor waren es 68. Die Schätzung, dass 40 Prozent der Kinder in eine Kinderkrippe kämen, habe sich bisher als unzureichend erwiesen. "Unser Problem ist auch die unzureichende Koordination zwischen den verschiedenen Trägern", meinte Bürgermeister Bäuerlein.

SPD-Sprecher Harald Hugel sah die Voraussetzungen für den raschen Einbau einer Kinderkrippe in Merkendorf geschaffen. Die Anfahrt sollte kein Problem darstellen. "Wir bringen dort auch drei Gruppen unter", unterstrich er die Ausbaufähigkeit des Gebäudes.

Aber noch eine andere Alternative stand zur Debatte. Wie Geschäftsleiterin Christine Schramm den Gemeinderat wissen ließ, hat der Freistaat Bayern das Sonderinvestitionsprogramm für den Bau von Kinderkrippen um ein Jahr bis Ende 2014 verlängert. Damit bleibe die Sanierung des Gemeindehauses Lichteneiche wie vorgesehen möglich. Derzeit befinden sich dort neben zwei Kindergarten-Gruppen auch eine Krippen- sowie eine Übergangsgruppe. "Für eine zweite Krippengruppe samt Toilette, Wickel- und Ruheraum müssten wir anbauen", erläuterte Kirchenpfleger Georg Geissler. Ein solches Vorhaben könnte die Kath. Kirchenstiftung aber in diesem Jahr nicht mehr zum Abschluss bringen.

In dem Multifunktionsgebäude sind zudem der Pfarrsaal, ein weiteres Besprechungszimmer sowie eine Wohnung untergebracht. Die Anbau- und Sanierungskosten bezifferte Geissler auf geschätzten rund 1,32 Millionen Euro, die Gemeinde wäre mit rund 200 000 Euro "dabei". Der Krippen-Anbau alleine würde 634.000 Euro kosten, auf die Gemeinde entfielen dabei etwa 84 000 Euro.

Während der Sanierungsphase würden die Kinder in einer Container-Anlage untergebracht, deren Kosten bezifferte Geissler auf etwa 40.000 Euro pro Jahr. Eine Entscheidung wurde dazu nicht getroffen. Will man in den Genuss der "guten" Förderung kommen, müsste das Vorhaben bis Ende 2014 abgeschlossen sein.
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