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Memmelsdorf
Bürgermeisterwahl

Memmelsdorf: Sieger Schneider spricht von Denunziation

Gerd Schneider wurde in Memmelsdorf mit über 55 Prozent in seinem Amt bestätigt. Warum er dennoch mitgenommen war.
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Der alte und neue Bürgermeister Gerd Schneider bei der Stimmabgabe in Memmelsdorf.  Foto: privat
Der alte und neue Bürgermeister Gerd Schneider bei der Stimmabgabe in Memmelsdorf. Foto: privat

Es sind ihm Freude und Erschütterung anzusehen: Gerd Schneider ist der alte und der neue Bürgermeister der Gemeinde Memmelsdorf. 55,57 Prozent der Wähler votierten erneut für den Überraschungssieger der Kommunalwahl 2014, der auch am Sonntag wieder als parteiloser Kandidat auf der SPD-Liste angetreten war, um seinen Rathausstuhl zu verteidigen. Jürgen Reinwald von CSU, ABD und BBL für das Amt des ersten Bürgermeisters in Memmelsdorf favorisiert, musste sich mit achtbaren 44,43 Prozent der Simmen zufrieden geben. Am Sonntag um 18.53 Uhr stand der Erfolg von Gerd Schneider offiziell fest und sein Handy kurz darauf nicht mehr still.

Aber, so erklärte Schneider sichtlich mitgenommen in seinem Amtszimmer, es sei ihm ein schwer erkämpfter Wahlsieg gelungen. Denn der Wahlkampf des Machtblocks aus CSU, ABL und BBL habe gerade zuletzt mit Denunziationen und Verunglimpfungen gegen ihn, den gesamten Gemeinderat und damit auch gegen die eigene Arbeit im durchaus erfolgreichen Ratsgremium gearbeitet, um Jürgen Reinwald auf Biegen und Brechen durchzusetzen. Der Konsens, der die konstruktive Arbeit von Ratsgremium, Verwaltung und erstem Bürgermeister zugunsten aller Memmelsdorfer immer bestimmt habe, sei ohne Not vom Machtblock um Reinwald aufgekündigt worden. "Aber dennoch gehe ich mit aller Kraft und gewiss auch mit der breiten Unterstützung des neuen Ratsgremiums sofort wieder an die Arbeit", erklärte Schneider abschließend. Seinem Wahlkampfteam dankte er ausdrücklich und herzlich und auch den Wahlhelfern. Jürgen Reinwald wiederum unterstreicht, er sei für einen sauberen Wahlkampf eingetreten und freut sich über seine 44,43 Prozent gegen einen amtierenden Bürgermeister. Er meint, Schneider wie er hätten einen fairen Wahlkampf geführt und jeweils viel investiert. Freilich gebe es auch Leute, auf die er keinen Einfluss habe. In sozialen Netzwerken und außerhalb.

Konkret spricht er diverse Fälle von Vandalismus an Wahlplakaten an und stellt dazu ganz klar fest: "So etwas geht gar nicht!" Mit Genugtuung stellt er abschließend fest, das Ergebnis spiegele wider, dass ihn ja fast die Hälfte der Memmelsdorfer gewählt habe. Am Ende habe das aber eben nicht gereicht.