Angelo Branduardi wurde 1950 in der Nähe von Mailand geboren. Schon sehr früh kam er zur Musik. Sein musikalisches Repertoire umfasst Pop-Produktionen, aber auch Volkslieder mit antiken Instrumenten sowie klassische Kompositionen. Am 2. November wird der italienische Künstler in der Bamberger Konzerthalle gastieren.

Wann und wie haben Sie Ihre Liebe zur Musik entdeckt?
Angelo Branduardi: Sehr früh. Ich war gerade mal fünf Jahre alt, als ich anfing Violine zu spielen. Ein Jahr später besuchte ich bereits das Konservatorium Niccolò Paganini in Genua. Mit 15 Jahren erwarb ich dort mein Violindiplom. Zunächst spielte ich auf der Geige nur klassische Stücke, erst später dann wandte ich mich anderen Musikrichtungen zu.

Ehe Sie sich ausschließlich der Musik widmeten, haben sie aber noch Philosophie studiert. Wann haben Sie sich entschlossen, Berufsmusiker zu werden?
In meiner Biographie wird immer geschrieben, ich habe Philosophie studiert. Das stimmt aber nur teilweise. Ich hatte zwar dieses Studium angefangen, aber nach 30 Tagen oder so bereits wieder beendet. Es war einfach nicht mein Ding. Und mit der Musik Geld verdient habe ich eigentlich schon mit elf Jahren, weil ich da bereits meine ersten Konzerte vor Publikum gab. Ich kann mich noch genau daran erinnern, es waren zwei Konzerte von Antonio Vivaldi, die ich in Genua gab. Seitdem bin ich als professioneller Musiker unterwegs.

Haben Sie ein musikalisches Vorbild?
In erster Linie bevorzuge ich die klassische Musik. Hier mag ich auch ganz besonders Richard Wagner. Zudem höre ich gerne amerikanische Popmusik. Meine beiden absoluten Idole jedoch sind Donovan und Cat Stevens, der sich heute Yusuf nennt. Aber prinzipiell bin ich offen für viele Musikrichtungen.

Gibt es ein berufliches Ziel, welches Sie noch nicht erreicht haben und das Ihr Traum wäre?
Ja, da gibt es sehr viele. Ein Symphonieorchester dirigieren beispielsweise, etwa bei "Tristan und Isolde". Auch einen Oscar zu erhalten. Es sind viele Dinge. Wenn ich keine Hoffnungen und keine Ziele mehr haben werde, dann hört alles auf.

Wie kam es zum Durchbruch in Deutschland?
Seit dem Jahr 1978 bin ich auch in Deutschland erfolgreich. Ich habe damals ein Album herausgebracht, auf dem auch der sardische Musiker Luigi Lai, ein Virtuose der Launeddas, eines alten sardischen Dreifach-Blasinstruments, als Gast mitgearbeitet hat. Mit diesem Album bin ich auf einer langen Tour durch ganz Europa gewesen. In Deutschland kam besonders das Lied ‚La Pulce d'acqua', besser bekannt unter dem Titel ‚Der Wasserfloh', sehr gut an.

Sie sind inzwischen seit fast 40 Jahren erfolgreich im Musikgeschäft. Worin liegt das Geheimnis Ihres Erfolges?
Meine Musik polarisiert. Entweder man mag sie oder man mag sie nicht. Dazwischen gibt es nichts. Gott sei Dank mögen viele Menschen meine Musik.

Sie spielen ja viele Instrumente. Welches ist Ihr Lieblingsinstrument?
Natürlich die Geige, da ich mit ihr groß geworden bin. Glücklicherweise bin ich im Besitz einer wunderbaren Violine, eine Steiner aus dem 18. Jahrhundert - Baujahr 1776. Sie ist aber nur auf den Studio-Aufnahmen zu hören. Live spiele ich Geigen, die speziell für Live-Auftritte entwickelt wurden.

Ihre Texte schreiben Sie oft zusammen mit Ihrer Frau. Wer ist kreativer und woher nehmen Sie Ihre Ideen?
Von überall her. Ich sehe etwas und habe spontan einen Einfall, oder ich lese etwas und dann kommt mir eine Idee. Ich schreibe all diese Ideen in ein Büchlein, das ich immer bei mir habe. Das sind noch keine Ideen für Lieder, erst einmal nur allgemein Gedanken oder Assoziationen. Manche dieser Notizen ruhen zehn Jahre und länger in den Aufzeichnungen, aus anderen wird schnell eine Komposition. Manchmal spiele ich auch meiner Frau eine neue Melodie vor, erzähle ihr von der Grundidee und sie schreibt dann den Text dazu.

Angelo Branduardi spielt am Freitag, 2. November, um 20 Uhr in der Konzerthalle Bamberg. Karten sind erhältlich bei der telefonischen Hotline unter 0951/23837 oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de