Bamberg
Schuljahr

Mehr Erstklässler in Bamberg

In Stadt und Landkreis Bamberg beginnt für insgesamt 2084 Erstklässler ein neuer Lebensabschnitt.
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Illustration: tomertu/fotolia.com
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Wenn am Dienstagmorgen 2084 Mädchen und Buben erstmals die Schulbank drücken, sind das in Stadt und Landkreis Bamberg immerhin 145 mehr Kinder als im Vorjahr. "Wir freuen uns sehr über die steigenden Schülerzahlen", sagt Schulamtsdirektor Thomas Kohl. "Ich wünsche den Schülern, dass sie das Jahr mit Freude beginnen und am Ende des Jahres zufrieden feststellen können, dass sie ihre Ziele erreicht haben." Dem schließt sich auch der für Schulen zuständige Bürgermeister Christian Lange (CSU) an und fordert zudem: "Das Wohl des Kindes muss im Mittelpunkt stehen und nicht das, was die Eltern hineinprojizieren." An alle Verkehrsteilnehmer appelliert Lange, gerade zu Beginn des neuen Schuljahrs wieder besonders vorsichtig zu fahren.

Insgesamt besuchen im beginnenden Schuljahr dann 10 146 Schüler die staatlichen Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis Bamberg (2121 Grundschüler in der Stadt, 5191 auf dem Land, 714 Mittelschüler in der Stadt, 2120 auf dem Land). Zum Anteil ausländischer Schüler in den Bamberger Schulen liegen derzeit noch keine Zahlen vor, diese werden laut Schulamt erst im Laufe des Schuljahres ermittelt.

Die Tendenz bei den Schülerzahlen geht dank geburtenstarker Jahrgänge, Zuzug und Zuwanderung weiter nach oben, auch bayernweit. Davon geht auch der bayerische Kultusminister Bernd Sibler in seiner aktuellen Prognose zum Lehrerbedarf in Bayern aus.

Bei Lehrern beliebt

Insgesamt 71 neue Lehrer haben zum neuen Schuljahr an den Grund- und Mittelschulen begonnen (47 Grundschullehrer, 24 Mittelschullehrer). Hinzu kommen 35 Lehramtsanwärter, die am Montag, einen Tag vor Beginn des Schuljahres, vereidigt worden sind.

Steigender Lehrerbedarf

"Damit sind wir in Stadt und Landkreis gut aufgestellt", sagt Schulamtsdirektor Thomas Kohl. Er und Bürgermeister Lange wissen, dass gerade Bamberg sehr beliebt bei den jungen Lehrern sei, von denen viele auch hier studiert hätten. "Wir stellen immer wieder fest, wie attraktiv der Schulstandort für viele ist. Als Sachaufwandsträger wollen wir dazu beitragen, dass auch die Rahmenbedingungen entsprechend attraktiv sind", sagt Lange. So wurde zum Beispiel mit Beginn des Schuljahres an 16 Bamberger Schulen der Zugang zu superschnellem Internet (derzeit sind 500 Megabit pro Sekunde möglich) übers Glasfasernetz geschaffen.

Das Kultusministerium macht an Grund-, Mittel- und Förderschulen nicht nur "sehr gute Einstellungsaussichten" aus, sondern mittel- und langfristig durchaus auch Lehrer-Engpässe: "Beim Lehramt für Grundschulen ist insbesondere aufgrund deutlich anwachsender Schülerzahlen (als unmittelbare Folge der zuletzt stark angestiegenen Geburtenzahlen) mit einem Mangel an ausgebildeten Grundschullehrkräften zu rechnen. Auch an den Mittelschulen ist von einem längerfristig andauernden Engpass hinsichtlich ausgebildeter Lehramtsabsolventen auszugehen", führt das Ministerium in seiner Prognose zum Lehrerbedarf aus.

In erster Linie steigende Schülerzahlen, aber auch die geplanten Maßnahmen im Zuge der Digitalisierungsstrategie und des Ausbaus an Ganztagsangeboten zögen hohe Einstellungsbedarfe nach sich.

Auch was die Rektoren angeht, hat sich zu Beginn des neuen Schuljahres einiges verändert. So wurden kürzlich für Stadt und Landkreis nicht weniger als 15 neue Schulleiter und deren Stellvertreter vorgestellt. Schulamtsdirektor Thomas Kohl richtete bei der offiziellen Vorstellung den Rat an die "Neuen", sich Begeisterung und Neugierde zu bewahren, zugleich aber auch gelassen zu bleiben.

"Allein in Bamberg haben wir sechs neue Schulleiter", sagt Bürgermeister Lange mit Verweis auf die neuen Rektorinnen und Rektoren von Dom-, Gangolf-, Hain-, Martin- und Rupprechtschule sowie die neue Konrektorin in Gaustadt. "Wir sehen die Schüler hier in ausgezeichneten Händen und wünschen den in der Verantwortung Stehenden Freude an ihrer wichtigen neuen Aufgabe."

Das Thema Inklusion, die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, spielt mittlerweile an vielen Schulen eine wichtige Rolle. Das Modell der Partnerklasse, in der beeinträchtigte Kinder mit Regelschülern gemeinsam unterrichtet werden, gibt es an den Grund- und Mittelschulen in Gaustadt und Burgebrach. An der Grundschule Gaustadt gehört Inklusion seit einigen Jahren auch zum Schulprofil.

Gemeinsamer Unterricht

In enger Kooperation mit den Förderzentren gibt es zudem an einigen Schulen, unter anderem an der Bamberger Trimbergschule sogenannte "Kooperationsklassen". Auch hier werden Kinder mit Beeinträchtigung gemeinsam mit den Regelschülern unterrichtet.

Schulversuche

Ins mittlerweile vierte und damit letzte Jahr geht in Scheßlitz das Pilotprojekt "Lernen in zwei Sprachen - Bilinguale Grundschule Englisch". Die Kilianschule war eine der bayernweit ersten 20 Modellschulen, an denen man schon in der Grundschule Englisch sinnvoll mit dem Fachunterricht zu verbinden suchte. An der Mittelschule Scheßlitz startet wie auch an der Gesamtschule Hollfeld oder am Bamberger Dientzenhofer-Gymnasium mit dem neuen Schuljahr ein Modellversuch des Kultusministeriums zur schulinternen Nutzung von Handys. Dabei gehe es darum, "eigenständig und praxisnah Regelungen zu erproben und damit alle Beteiligten vor Ort aktiv einzubinden".



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