Scheßlitz
Freizeit

Mediterranes Feeling im Freibad

Die erste "Lange Freibadnacht in Scheßlitz" in diesem Jahr lockte viele Gäste an. Von denen gab es viel Lob.
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Mit allerlei Zusatzangeboten sorgte die "Lange Freibadnacht" für viel Spaß im und am Becken.  Fotos: Udo Billen
Mit allerlei Zusatzangeboten sorgte die "Lange Freibadnacht" für viel Spaß im und am Becken. Fotos: Udo Billen
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Unter der (Sonnen-) Schirmherrschaft des hl. Petrus wurde die erste "Lange Freibadnacht in Scheßlitz" in diesem Jahr ein großer Erfolg. Zahlreiche Gäste erfreuten sich bei strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen des Badewetters - bei einer Öffnungszeit bis 22 Uhr. Das Thermometer zeigte am Samstag eine Wassertemperatur von 26° C und am Abend um 20 Uhr immer noch eine Lufttemperatur 24° C an. Fast schon mediterranes Feeling in Scheßlitz.

Bademeister Carsten Begerow schaut am Eingang nach dem Rechten und erzählt voller Stolz, dass die Ursprünge des Scheßlitzer Freibades auf einen Bau von 1935 zurückgehen. Obwohl als Augenzeuge zu jung, berichtet er darüber, dass das Becken seinerzeit "noch von Hand ausgegraben" worden sei. Ende der 70er Jahre wurde dann die Technik saniert. Und später aus dem früheren Fliesenbecken ein Folienbecken. "Ihr braucht heute Abend nicht bezahlen", ruft er freundlich einigen Besuchern beim Eintritt zu. "Außer an den Ständen", wie er dann doch noch einschränkend vermerkt.

"Die Lange Freibadnacht wird in Scheßlitz recht gut angenommen und ist für den Bekanntheitsgrad ganz nett", meint er. Sie sind heute "zu zweit da und die Wasserwacht. Der Betrieb geht bis 22 Uhr. Wetterabhängig ist es aber meist elf, halb zwölf", bis dann auch die Veranstalter nach Hause können.

Außer dem "Großen Schwimmkurs" in den Sommerferien, an dem sich "immer so rund 50 bis 60 Kinder im Alter von Fünfeinhalb bis Sieben beteiligen" und der mit Unterstützung der Wasserwacht stattfindet, bietet das Freibad auch noch fünf bis sechs kleinere Schwimmkurse pro Badesaison an. "Die Erfolgsquote ist sehr hoch", was auch in seinem Interesse sei, so Begerow, schließlich habe er und sein Kollege "dann auch weniger zu tun".

Im Gegensatz zu anderen Regionen wird das Bad nicht nur von den örtlichen Schulen an Vormittagen gut angenommen. Auch aus Stadelhofen kommt ein Bus mit rund 50 Kindern ins Freibad nach Scheßlitz.

Familie Freudensprung aus Scheßlitz kommt fast täglich ins Freibad. Sie sind Dauerkartenbesitzer und "für Regionalität". Natürlich kennen sie die die "Lange Freibadnacht", seit es sie gibt. "Es ist immer ganz nett", meinen sie, und Frau Freudensprung findet es schön, dass sich die Betreiber dafür "immer was überlegen". Die Familie ist froh darüber, dass Scheßlitz ein eigenes Schwimmbad hat.

Kein Luxusobjekt

Nachdem landauf landab die Listen mit Badeunfällen immer länger werden und allseits bedauert wird, dass Kinder und Jugendliche heutzutage immer weniger schwimmen können, dämmert es inzwischen auch der Politik, dass Schwimmbäder weder Luxusobjekt von Kommunen, noch Profitcenter zu sein haben, sondern dass sie in den Kommunen viele nützliche Aufgaben erfüllen, wie auch das Scheßlitzer Freibad zeigt. Angefangen bei der sinnvollen Freizeitbeschäftigung von Kindern und Jugendlichen, über die Aufrechterhaltung eines regen Vereinslebens in einer Kommune, einer Begegnungs- und Erlebnisstätte von Familien und Freunden, bis hin zur Lebensrettungseinrichtung, indem bereits die Kleinsten schwimmen lernen können. Dessen sind sich auch Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU), als Mitglied der Wasserwacht in Vereinskleidung anwesend, und Zweiter Bürgermeister Söder (CSU), der ebenfalls vor Ort war, bewusst.

Da es sich in Scheßlitz um ein älteres Bad handelt, wird der Sanierungsbedarf seitens der Besucher schon gesehen. Toiletten und Umkleiden wurden vielfach genannt. Aber das nehmen die Besucher in Kauf für die vielen Vorteile, die so ein Bad vor Ort doch hat. Zudem die Stadt das Thema auf der Tagesordnung hat und neuerdings auch Fördermaßnahmen des Landes für die Bäderlandschaft in Bayern in Aussicht gestellt werden sollen, die Kommunen beim Erhalt behilflich sein sollen.

Frau und Herr Kratzer aus Scheßlitz sind mit Tochter da. Sie sind Dauerkartenbesitzer. Auch sie loben die kurzen Wege und finden es "ideal" hier. Sie gehen gerne schwimmen. Im Winter in Hallenbäder und im Sommer in Scheßlitz. "Es ist ein kleines, familiäres Schwimmbad. Und wenn das schon am Ort ist", finden sie "es auch richtig, das zu unterstützen". Bei der "Langen Freibadnacht" sind sie schon einige Jahre dabei. Und das gern. Es "geht ja bis in die Nacht und ist schon toll, was für ein Angebot auf die Kinder" und sie warte. Für das Scheßlitzer Freibad wünschen sie sich, dass die Stadt Unterstützung bekommt, um es lange erhalten zu können. "Und damit auch mal die Enkelkinder rein können", was aber noch etwas dauern dürfte.

Für alle, die nicht an dieser "Langen Freibadnacht" teilnehmen konnten: Die zweite "Lange Freibadnacht in Scheßlitz" für dieses Jahr folgt am Samstag, 10. August, bei freiem Eintritt ab 19 Uhr.

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