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Medienhaus Hübscher: 2018 in neuen Händen

Das Medienhaus Hübscher aus Bamberg und seine Filialen in Hallstadt, Haßfurt, Fürth und Neumark sind verkauft.
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Das Hübscher-Stammhaus am Grünen Markt 16 in Bamberg Foto: Ronald Rinklef
Das Hübscher-Stammhaus am Grünen Markt 16 in Bamberg Foto: Ronald Rinklef
Die Nachricht überraschte am Mittwoch sogar den Vorsitzenden des Bamberger Stadtmarketing-Vereins, Alfons Distler: Das fast 150 Jahre alte Medienhaus Hübscher kommt in neue Hände. Geschäftsführer Michael Genniges gab per Pressemitteilung bekannt, dass er das Bamberger Stammhaus und vier der fünf Filialen an die Buchhandlung Osiander aus Tübingen verkauft hat, zum 1. Januar 2018.


Bedauern und Verständnis

In ersten Reaktionen bedauerte man im Rathaus wie auch beim Stadtmarketingverein, dass Bamberg mit Hübscher wieder eine alteingesessene Firma verliert. Sowohl Rathaus-Sprecherin Ulrike Siebenhaar als auch Distler begrüßten es aber zugleich ausdrücklich, dass der Grüne Markt 16 Standort einer Buchhandlung bleibt. Die Sprecherin der Stadt signalisiert darüber hinaus Verständnis für Genniges Entscheidung: Er habe sich "größte Mühe gegeben, einen adäquaten Käufer zu finden".


Kulturell engagiert

Das Unternehmen Osiander, das mit Hübscher in Bamberg, Hallstadt, Haßfurt, Fürth und Neumarkt seine Buchhandlungen Nummer 43 bis 47 bekommt, legt nach eigenen Angaben an allen Standorten Wert auf Kultur. Laut Osiander-Geschäftsführer Christian Riethmüller wird man auch beim Bamberger Literaturfestival in die Fußstapfen von Hübscher treten. Er kündigte an, das Festival mindestens in der gleichen Weise personell und finanziell zu unterstützen, wie es das Medienhaus Hübscher getan hat. So sei Osiander auch Hauptsponsor beim zweijährlich stattfindenden "Tübinger Buchfest" mit rund 100 Veranstaltungen.

Osiander hat erst im Frühjahr ein schwäbisches Bücherhaus mit vier Niederlassungen übernommen und expandiert nun erstmals nach Franken.

"Vor allem der Standort Bamberg mit dem Hübscher-Stammhaus, diese wundervolle Stadt (...), das schöne Haus mit der großen Buchhandlung in allerbester Lage mitten in der Universitätsstadt Bamberg" würden "perfekt" zu Osiander passen, so Riethmüller in der gemeinsamen Presseerklärung mit Genniges: "Da gibt es viele Parallelen zu unseren beiden überaus erfolgreichen Standorten in den Universitätsstädten Tübingen und Konstanz."

Auch die anderen Hübscher-Filialen würden Osiander "bereichern", heißt es: Für die Standorte Hallstadt, Fürth, Haßfurt und Neumarkt soll sich nichts ändern. Alle Beschäftigten würden übernommen, wie Genniges auf Nachfrage ausdrücklich versicherte. Einzig die Hübscher-Filiale Kulmbach werde geschlossen. Der Standort sei schwierig und die Stadt mit drei Buchhandlungen überbesetzt.


Mehrere Gründe

Hübscher steht laut Genniges wirtschaftlich gut da. Für den Verkauf führt er mehrere Gründe an. So habe zum Jahreswechsel Jürgen Reichert die Firma als Gesellschafter verlassen, um sich ganz auf die Entwicklung seiner Comicfachhandlung zu konzentrieren.

Osiander habe Interesse an der Übernahme und er sei mit 66 Jahren in einem Alter, in dem es Zeit sei, die Weichen zu stellen. Die Übergabe "an ein derart gut aufgestelltes Unternehmen" sei die beste Lösung für alle Beteiligten, meint Michael Genniges, auch für die Kunden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Zahl der aktuell Beschäftigten wird mit 51 angegeben. Hübscher erwirtschaftet zuletzt einen Jahresumsatz von 7,5 Millionen Euro. Anfang 2018 kann das Medienhaus sein 150-jähriges Bestehen feiern: Gegründet wurde es am 15. Januar 1868 in Bamberg von Carl Hübscher aus Bad Königshofen als Buch-, Kunst-, Musikalien- und Schreibmaterialien-Handlung.


In Deutschland auf Platz 5

Die Buchhandlung Osiander blickt auf eine noch längere Geschichte zurück: Im Jahr 1596 in Tübingen gegründet, befindet sie sich seit 1920 im Besitz der Familie Riethmüller aus Tübingen. An der Spitze des Unternehmens stehen - in vierter Generation - Heinrich Riethmüller, der auch Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist, sein Bruder Hermann-Arndt Riethmüller und dessen Sohn Christian. Mit bald 47 Buchhandlungen und einem Jahresumsatz von dann weit über 90 Millionen Euro ist Osiander Deutschlands fünftgrößte Buchhandlung.
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