"Auf Dauer hat der Plärrer nur dann eine Chance zu überleben, wenn er dort ist, wo auch das Volk ist. Und das ist bekanntlich nicht an der Breitenau, sondern inmitten der Stadt." Dieter Peterhänsel, der Sprecher der Bamberger Marktkaufleute und Schausteller, wird nicht müde, zu erklären, warum er sich seit Jahren dafür einsetzt, das Volksfest vom Stadtrand am Berliner Ring ins Zentrum zu holen. Die Chancen für einen Umzug stehen so gut wie nie: Der Maxplatz und der Margaretendamm sind im Zusammenhang mit der Brose-Ansiedlung am Flugplatz als Alternativen zum Plärrerplatz im Gespräch.

Peterhänsel hört das gerne. Geht es nach den Schaustellern, dann steigt der Plärrer in Frühjahr und Herbst nach 2013 auf dem Maxplatz. Der eignet sich ihrer Meinung nach am besten, weil schon die komplette Infrastruktur vorhanden ist. Wie er betont, sei ihm und seinen Kollegen bewusst, dass die Traditionsveranstaltung dann nur in einer abgespeckten Form durchgeführt werden kann. Dazu sei man bereit.
"Wir brauchen keine Vielzahl an Imbissständen und keine zweite und dritte Schieß- und Losbude." Peterhänsel meint, dass das gastronomische Angebot der Innenstadt problemlos in das Plärrergeschehen eingebunden
werden könnte.

Nach den ersten konkreten Überlegungen der Schausteller und Marktkaufleute ist auf dem Maxplatz Platz für eine Kindereisenbahn, das Riesenrad, Autoscooter, Kettenkarussell und eventuell eine Achterbahn. Obwohl sich darunter eine Tiefgarage befindet, rechnet Peterhänsel nicht mit statischen Problemen. Der Platz ist nach seinen Informationen für rund 40 Tonnen pro Quadratmeter ausgelegt. Ein Riesenrad oder ein Kettenkarussell brächten es auf "nur" 20 bis 25 Tonnen pro Quadratmeter.

Bei der Frühjahrsmesse hat man einen ersten kleinen Probelauf gemacht und eine Kindereisenbahn und ein Kettenkarussell integriert. Den Schaustellern wurden weder Statikprobleme bekannt noch kamen ihnen Beschwerden wegen Ruhestörung zu Ohren.

Ihr Vorsitzender baut einem möglichen Aufschrei aus der Nachbarschaft vor: "Keiner von uns will die Anwohner der Innenstadt über Gebühr strapazieren. Daher planen wir weder laute Musik, noch Bierzelte mit grölenden Besuchern." Der Betrieb soll strikt von 10 Uhr bis maximal 21.30 Uhr beschränkt sein.

Im Bamberger Rathaus hält man den Maxplatz für geeignet, aber auch das Gelände rund um das alte Hallenbad am Margaretendamm. Für Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) ist der Plärrer in der Innenstadt generell denkbar. "Allerdings nur in kleinerer Form als bisher und nur übergangsweise." Nach seinen Worten muss die Verwaltung peinlichst darauf achten, dass die Innenstadtanwohner nicht allzu sehr strapaziert werden.

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