Bamberg
Wahlkampf

Markus Söder sucht Nähe auf der Sandkerwa und bringt Bodyguards ins Schwitzen

Plötzlich stand der bayerische Ministerpräsident im Getümmel des Volksfestes. Seine Bodyguards lernten dabei die Enge der Bamberger Altstadt kennen.
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Volksnah und trotzdem streng von seinen Bodyguards beschützt: Markus Söder schaute am Samstagabend auf der Sandkerwa vorbei (hier mit Gesundheitsministerin Melanie Huml).    Foto: Barbara Herbst
Volksnah und trotzdem streng von seinen Bodyguards beschützt: Markus Söder schaute am Samstagabend auf der Sandkerwa vorbei (hier mit Gesundheitsministerin Melanie Huml). Foto: Barbara Herbst
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Kerwa-Samstag um kurz nach 18 Uhr: Der Regenschauer hat ein Einsehen und schüttelt die letzten Tropfen aus den Wolken, da fährt eine schwarze BMW-Limousine am Markusplatz vor. Die Lokale CSU-Politikprominenz hat sich bereits formiert, eine gute Handvoll Bodyguards umringt den Wagen. "Des is ja der Söder!", ruft eine Passantin aus, als der Ministerpräsident aus dem Wagen steigt. Markus Söder (CSU) will sich auf der Sandkerwa zeigen: Es ist Landtagswahlkampf.

Der Ministerpräsident begrüßt zuvorkommend per Handschlag - natürlich auch Ministerin Melanie Huml, Landrat Johann Kalb oder auch Landtagskandidat Holger Dremel und Bezirkstagskandidat sowie Namensvetter Thomas Söder.

Dann beginnt für die Personenschützer der Stress: Söder will über die Markusbrücke ins Festgebiet laufen - wohlgemerkt über das gesamte Festgebiet bis zum Hofbräu. Dort ist zum Glück für die Aufpasser noch nicht allzu viel los, der Regen hat ja eben erst ausgesetzt.

Der Nürnberger Söder bekennt sich auf dem Weg dorthin als ein Fan der Sandkerwa: "Gerade in der Studienzeit war ich öfters da." Die Sandkerwa sei eine gemütliche Kirchweih, bei der man draußen sitzen könne, was er gut finde. "Es ist auch einfach das Flair der Studentenstadt Bamberg. Sie ist ja eine ganz besonders schöne."

Selfies mit Söder

Söder war noch wenige Stunden zuvor in Augsburg, dort war er offiziell beim Plärrer-Umzug dabei, einen Tag davor beim Nürnberger Herbstvolksfest. Hier in Bamberg ist der Ministerpräsident nicht Teil des offiziellen Programms. Er schlendert also durch die Menge. Die reagiert entsprechend überrascht. Die meisten Reaktionen fallen freundlich aus. Einige Selfies werden mit dem Ministerpräsidenten gemacht - alles streng bewacht von den Personenschützern, die schon leicht ins Schwitzen kommen. Söder winkt links und rechts, unterhält sich mit Standbesitzern.

Gegenwind am Elisabethenplatz

Dem ersten richtigen Gegenwind muss der Politiker ausgerechnet am Elisabethenplatz standhalten: "Holt die Tomaten raus", brüllt dort einer, der offensichtlich kein Fan des CSU-Politikers ist. Auch am Leinritt buht es Söder von einem Besucher entgegen. Die Bodyguards beäugen das ganz genau, begleitet wird der Tross auch von der Polizei.

Dann geht es ins Festzelt am Leinritt. Söder begrüßt, es wird Bier angeboten. Die Entourage will anschließend über die Treppe neben dem Zelt rauf zu den Ständen des Lions Club. Ein Bodyguard schubst den anderen, damit dieser den Ministerpräsidenten von vorne sichert. Freilich kommt die eigentliche Engstelle noch: direkt am Schlenkerla.

Söder lobt bei seinem Besuch die Rettung der Sandkerwa: "Ich fand es nicht so ein tolles Signal, dass sie wegen ein paar finanzieller Fragen der Sicherheit nicht stattfinden sollte." Am Ende hätte noch der Staat einspringen müssen, witzelt er. "Ich bin froh, dass es die Stadt geschafft hat", meint Söder wieder ähnlich ernst wie seine Personenschützer. Auch diese haben es am Ende geschafft - der Besuch des Chefs ist beendet. Die Sicherheitsleute wissen nun bestens Bescheid, was Bambergs Altstadt so besonders macht.



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