Altendorf
Ländliche Entwicklung

Marke "Regnitz-Aisch" ist auf dem Weg

Der interkommunalen Zusammenschluss der Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf wird mit Leben erfüllt.
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Das Thema E-Mobilität will man bei den Allianz-Gemeinden weiter voranbringen. Der Dienstwagen des ILE-Manager ist selbstverständlich ein E-Auto.  Fotos: Renate Spörlein
Das Thema E-Mobilität will man bei den Allianz-Gemeinden weiter voranbringen. Der Dienstwagen des ILE-Manager ist selbstverständlich ein E-Auto. Fotos: Renate Spörlein
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Knapp über ein Jahr ist Niklas Rhein nun als Manager der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Regnitz-Aisch in Amt und Würden. Im Rahmen des interkommunalen Zusammenschlusses der Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf hatte man ein umfangreiches Integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) erarbeitet, das Schritt für Schritt mit Leben erfüllt werden soll.

Vieles hat Niklas Rhein im letzten Jahr auf den Weg gebracht beziehungsweise wurde schon umgesetzt. Die Entwicklung eines Logos, ein Facebook-Account und ein moderner Internet-Auftritt gehören genauso dazu, wie die Konzeption eines ILE-Gutscheins. Dieser wird in den vier beteiligten Kommunen, insbesondere in Eggolsheim, sehr gut angenommen und immer wieder nachgefragt.


"Highlights der Region"

Frisch aus der Druckerei gekommen ist ein Flyer zum Thema "10 Highlights der Region". Kurz und prägnant werden die zehn wichtigsten Sehenswürdigkeiten und regionale Spezialitäten der vier Gemeinde vorgestellt und erläutert. Im Rahmen eines Fotowettbewerbs soll ein Allianz-Kalender für 2019 entstehen. All diese Maßnahmen sind Bausteine hin zu einer eigenen Marke "Regnitz-Aisch".
Das gemeinsame Flächenmanagement und das Leerstandskataster müssen weiter gepflegt und aktualisiert werden. Niklas Rhein bereitet gerade einen Brief an Besitzer von leerstehenden Immobilien und nicht bebauten Flächen vor, um erneut nach den Gründen zu fragen bzw. Hilfe bei der Vermarktung anzubieten. Die kostenlose Architekten-Erstberatung wird in den beteiligten Kommunen schon nachgefragt.

Ganz oben auf der Prioritätenliste stand von Anfang an der Aufbau eines landwirtschaftlichen Kernwegenetzes. Die vorhandenen Wege sind in der Regel nicht für die heutigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge mit bis zu 40 Tonnen ausgelegt. Dazu kommt die vermehrte Nutzung von Wegen durch Radfahrer und Reiter. Im Rahmen eines Kernwegenetzes gibt es genaue Qualitätsvorgaben, so hinsichtlich der Breite der Wege mit durchgehend neun Metern, der ausreichend ausgeformten Radien und den verkehrsgerechten Einmündungen. Hinzu kommt, dass dabei eine rund 100 Hektar große landwirtschaftliche Fläche erschlossen werden muss. Die anfallenden Kosten werden mit 80 Prozent bezuschusst.

Dieses Projekt ist nun in enger Abstimmung mit den Gemeinden, den Planern, den zuständigen Bauernobmänner, den Vorständen der Jagdgenossenschaften und dem Amt für Landwirtschaftliche Entwicklung (ALE) erarbeitet worden. Die jeweiligen Gemeinden müssen eine Prioritätenliste erstellen und bei Bedarf für den Grunderwerb sorgen. Alle ausgewählten Kernwege sollen dann im Rahmen eines Gesamtverfahrens durch das ALE umgesetzt werden.

Der schon lange gewünschte Geh- und Radweg von Trailsdorf nach Seußling scheint auch in greifbare Nähe gerückt zu sein. Aufgrund einer eigenen Verkehrszählung wurde der Bedarf mittlerweile von der Regierung von Oberfranken anerkannt. Die anfallenden Kosten sollen von den vier beteiligten Gebietskörperschaften anteilig übernommen werden. Geklärt muss noch werden, wer für die Baumaßnahme zuständig sein wird.


"Mitfahrbank" geplant

Zukünftig will sich die ILE Regnitz-Aisch mit der Thematik E-Mobilität mehr beschäftigen. Als Dienstauto für den Allianz-Manager steht mittlerweile ein E-Auto zur Verfügung. In der Planung ist im Moment eine "Mitfahrbank". An exponierten Stellen in den Gemeinden sollen besonders hervorstechende Gartenbänke aufgestellt werden. Dazu kommt ein Ständer, an dem potenzielle Ziele aufgeklappt werden können. Derjenige, der zum Beispiel von Buttenheim zum Bahnhof nach Altendorf mitgenommen werden möchte, klappt das entsprechende Schild auf und wartet dann dort auf einen Autofahrer, der ihn mitnimmt. Für Eggolsheim und Hallerndorf sieht man dafür keinen Bedarf, unter anderem wegen der guten ÖPNV-Anbindung im Landkreis Forchheim. In Altendorf und Buttenheim könnte jedoch die Maßnahme die Mobilität der Bevölkerung verbessern.

Niklas Rhein kann sich auch vorstellen, die Vereine im Allianz-Gebiet noch mehr zu unterstützen, vielleicht mit einer Vortragsreihe, denn nicht nur die Datenschutzgrundverordnung macht den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Der Allianz-Manager äußerte sich sehr zufrieden in Bezug auf das letzte Jahr, insbesondere "weil alle Bürgermeister 100 Prozent hinter dieser Form der interkommunalen Zusammenarbeit stehen". Nur manchmal könnten die "bürokratischen Mühlen etwas schneller mahlen", so sein abschließendes Fazit.

Einmal im Monat trifft man sich zusammen mit Hans Rainer Albart von Amt für ländliche Entwicklung (ALE), um sich auszutauschen und über neue Projekte zu beraten. Letztendlich müssen dann immer die Gemeinderäte die finalen Beschlüsse fassen.

Das Büro des ILE-Managers ist im Altendorfer Bürgerhaus zu finden. Niklas Rhein freut sich auch weiterhin auf Anregungen, Projektideen und ein Feedback aus der Bevölkerung.

Netz Weitere Informationen findet man auf der Homepage unter www.regnitz-aisch.de.


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