Litzendorf

Litzendorf im Zeichen "großer Zahlen"

Der Haushaltsentwurf für 2019 weist eine deutliche Steigerung auf 20 Millionen Euro auf. Viele Investitionen sind geplant.
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Wenn ein neuer Haushalt vorgestellt wird, schlägt die Stunde des Kämmerers. So auch in der jüngsten Litzendorfer Gemeinderatssitzung, als der Herr der Zahlen, Andreas Peter, seinen Haushaltsentwurf für 2019 vorlegte.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es beim Gesamtvolumen eine satte Steigerung von circa 15 auf 20 Millionen Euro. Davon entfallen rekordverdächtige 42 Prozent auf die Kategorie Investitionen. Insgesamt sollten rund 11,3 Millionen Euro auf der Einkommensseite stehen, was einer Steigerung von 500 000 Euro gegenüber 2018 entspricht. Dabei machen einen großen Teil die wiederum gestiegenen Einkommenssteuereinnahmen (rund vier Millionen) aus, während über die Gewerbesteuer "wenig reinkommt" (565 000 Euro).

Von überragender Bedeutung sei laut Peter, dass man bei den Leuchtturmprojekten wie dem Neubaugebiet "Aufseesianische Wiesen" und der Doppelsporthalle, die den Löwenanteil ausmachen, die Kosten im Griff behalte. Bereits geringe Abweichungen vom prognostizierten Kostenrahmen könnten fatale Folgen haben. Dies sei das "Gesetz der großen Zahlen". Gemeinderat Georg Lunz (Grüne) wies auf die Nachhaltigkeit beim Energiemanagement hin. Im Falle der geplanten Doppelsporthalle solle man doch regenerative Energieformen bevorzugen. Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) erwiderte, dass die Gemeinde hier wenig Einflussmöglichkeiten habe. Im Gegensatz zum Kostenmanagement, wo sich gemeindliche Vorhaben mittlerweile einer Förderquote von rund 60 Prozent erfreuen. Diese werden aus verschiedenen Töpfen gespeist, die für Dorferneuerung oder ländliche Entwicklung zur Verfügung stehen.

Entspannte Schuldensituation

Zunehmend entspannt gestaltet sich auch die Schuldensituation der 6000-Seelen-Gemeinde (aktuell rund drei Millionen Euro, wobei für 2019 ungefähr 2,5 Millionen angestrebt werden, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von unter 500 Euro entspricht).

Den "Miesen" stehen rund drei Millionen Euro liquide Mittel entgegen, so dass man optimistisch sei, dass keine weitere Darlehensaufnahme erfolge. Im Gegenteil, bis 2022 sei ein Schuldenstand von etwa 600 000 Euro anvisiert. Grund für Optimismus sorgen auch die Grundstücksverkäufe bei den "Aufseesianischen Wiesen", die "sehr gut angelaufen und daher eine feste Größe" seien.

Von einer soliden Haushaltsführung zeugt die Tatsache, dass man letztes Jahr bei nahezu allen Posten besser als geplant weggekommen ist. Insgesamt wurden mehr Erträge erwirtschaftet als angenommen. Der Haushalt wurde einstimmig genehmigt.

Ortszentrum wird saniert

Um schnöden Mammon geht es auch bei der Sanierung des Ortszentrums Schammelsdorf. Betroffen sind die Hofstraße und der Buswartebereich in der Ortsmitte, der einer Aufhübschung bedarf. Zweiter Bürgermeister Klemens Wölfel wies darauf hin, dass eine Förderung "nur im Doppelpack" zu erwarten ist. Voraussetzung sei ein Vollausbau der Hofstraße. Beim "Buswartehäusla" ist die Aufenthaltsqualität ausschlaggebend. In der ursprünglich projektierten Form sei keine Förderung zu erwarten. Vielmehr müsste das Wartehäuschen als "sozialer Mittelpunkt" wahrgenommen werden. Notwendig sei dazu ein WLAN-Anschluss und eine Sitzbank, damit das Warten nicht zur Qual werde.

Bürgermeister Möhrlein betonte im Zusammenhang mit dem Vollausbau der Hofstraße die segensreiche Abschaffung der "Strabs" (Straßenausbaubeitragssatzung), die es ermöglicht, dass die Anwohner "schadensfrei" davonkommen. Sonst wären diese mit bis zu 70 000 Euro dabei gewesen. Für die gesamte Maßnahme sind Kosten von circa 120 000 bis 130 000 Euro veranschlagt, wobei eine 60-prozentige Förderung zu erwarten ist. Überzeugend, fanden die Gemeinderäte.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die von den Landschaftsarchitekten Dietz und Partner, Elfershausen, erbetene Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplan im Rahmen des "Solarparks Scheßlitz" behandelt. Dieser wurde mit 18:2 Stimmen zur Kenntnis genommen.

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