Buttenheim
Typisierungsaktion

Liah hat Blutkrebs: Neue Typisierungsaktion in Oberfranken

Die sechs Monate alte Liah aus dem Landkreis Bamberg ist todkrank. Das Mädchen leidet an Leukämie. Am Wochenende findet eine neue Typisierungsaktion statt.
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Am Wochenende findet eine weitere Typisierungsaktion für die kleine Liha aus Oberfranken statt.  Foto: privat
Am Wochenende findet eine weitere Typisierungsaktion für die kleine Liha aus Oberfranken statt. Foto: privat

Update: Neue Typisierungsaktion für todkranke Liah

Am Sonntag (8. Dezember 2019) findet erneut eine Typisierungsaktion für die kleine Liah aus Buttenheim (Kreis Bamberg) statt. Sie hat Blutkrebs. In der Jura-Klinik Scheßlitz und der Steigerwaldklinik Burgebrach veranstalten die gemeinnützige Krankenhausgesellschaft und der Verein "Hilfe für Anja e. V." wollen so auf Liahs Schicksal aufmerksam machen.

Die Aktion findet von 13 Uhr bis 17 Uhr statt. Jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren kann sich typisieren lassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Geld zu spenden:

  • Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG
  • IBAN: DE19 7539 0000 0007 5075 00
  • BIC: GENODEF1WEV

Update: So war die erste Typisierungsaktion für Liah

Für das an Leukämie erkrankte Baby Liah fand am Sonntag in Buttenheim eine Typisierungsaktion statt. Diese war ein voller Erfolg.

Erstmeldung: Liah aus Buttenheim hat Blutkrebs

Im oberfränkischen Buttenheim (Landkreis Bamberg) ist die sechs Monate alte Liah an Blutkrebs erkrankt: Im Moment muss das kleine Mädchen eine Chemotherapie über sich ergehen lassen - wobei jedoch nicht klar ist, ob dadurch sein Leben zu retten ist. Eine Typisierungsaktion am Sonntag (17. November 2019) soll helfen, einen geeigneten Stammzellenspender zu finden.

Verein "Hilfe für Anja"

Anja Roith aus Rothensand ist das beste Beispiel für den Erfolg von Typisierungsaktionen. Vor 20 Jahren war bei der heute 23-Jährigen eine seltene Krankheit entdeckt worden, bei der nur eine Stammzellenspende eine Überlebenschance bot.

Nach einer Typisierungsaktion wurde der Verein Hilfe für Anja wurde ins Leben gerufen. Heute ist Anja gesund. Der Verein existiert immer noch und Anja ist Schriftführerin im Verein, ihre Mutter Elisabeth Kassier, Michael Sporrer weiterhin Erster Vorsitzender. Nun ruht die ganze Hoffnung einer Buttenheimer Familie auf dem Verein. Das heißt auf der Typisierungsaktion für die kleine Liah, die der Verein am Sonntag (17. November) von 11.30 bis 16.30 Uhr in der Buttenheimer Schule (Schulstraße 16) für die kleine Liah abhält.

Typisierungsaktion: Liah ist todkrank

Sechs Monate jung ist die kleine Liah. Vor kurzem hat die Familie für sie die Diagnose Blutkrebs erhalten. Letztlich nur durch Zufall bei einem Arzttermin der Mutter und dank der Beharrlichkeit der Ärztin, wie aus einem Schreiben von Mama Nadine hervorgeht. Inzwischen wurde eine Chemotherapie begonnen, in der Hoffnung, dass diese die Krankheit eindämmt.

Wenn nicht, bietet eben nur eine aus Knochenmark gewonnene Stammzellenspende Überlebenschancen. Doch dafür braucht es einen genau passenden Spender, erster Schritt dazu eine Typisierung.

Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß Vereinsvorsitzender Sporrer, dass man im Fall Liah nun parallel arbeiten muss. "Denn wenn die Chemo nicht anschlägt, wird die Zeit knapp."

So können Sie Liah helfen

Der Verein Hilfe für Anja, der inzwischen Typisierungsaktionen in ganz Süddeutschland vornimmt, hat seinen Sitz im oberpfälzischen Kirchenthumbach. Er wird die Typisierungsaktion einen Tag zuvor in Buttenheim vorbereiten und am Typisierungstag selbst mit sechs bis acht Mitgliedern präsent sein, um Helfer einzuweisen und weitere Arbeiten zu erledigen, so Sporrer. Aus Buttenheim werden etwa 35 Helfer aus Vereinen dabei sein.

Sporrer freut sich über die spontane Zusage der Gemeinde, Liahs Familie zu unterstützen. Seitens der Rathausverwaltung wurde unbürokratisch und schnell ein Treffen mit Vereinen organisiert. Denn Vereinsmitglieder werden bei der Aktion nicht nur bei der Typisierung selbst gebraucht, sondern auch als Helfer beim "Rahmenprogramm": Rund 35 Euro kostet eine Typisierung den Verein.

Da dieser sich ausschließlich über Spenden finanziert, so Sporrer, ist man auch für die Buttenheimer Aktion auf Zuwendungen angewiesen. Wenn man sich hier typisieren lässt, erhöht man nicht nur die Chancen, für Liah den passenden Stammzellenspender zu finden, sondern auch für andere, die weltweit warten.

Die vakuumierten Röhrchen mit den Teststäbchen kommen gekühlt in ein Labor, das die Auswertung macht. Die Daten fließen in eine Zentraldatei, die wiederum mit anderen weltweit vernetzt ist, so Sporrer.

Schicksal vieler Menschen hängt von Typisierung ab

Er kennt sich mittlerweile bestens aus. Denn der Verein, der sich eigentlich nur zur Rettungs Anjas gegründet hatte, hat die Notwendigkeit erkannt, dass das Schicksal etlicher weiterer Menschen von Typisierungsaktionen abhängt - beziehungsweise dadurch weltweit Überlebenschancen geschaffen werden.

Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann, der gemeinsam mit Landrat Johann Kalb die Schirmherrschaft für den 17. November übernommen hat, kennt Liahs Familie, mit Mama Nadine, Papa Christian und den Söhnen David und Silas. Die Eltern hat er getraut.

Dass jetzt alles getan wird, "um die kleine Liah zu retten", so Michaela Kaiser von der Verwaltung, ist für Karmann selbstverständlich. "Ich hoffe, dass sich möglichst viele typisieren lassen", sagt der Bürgermeister.

Typisierungsaktion in Buttenheim - das müssen Sie wissen:

Typisierung: Typisieren lassen können sich alle Gesunden im Alter zwischen 17 und 55 Jahren. Die Typisierung erfolgt mittels eines Wangenabstrichs mit einem Wattestäbchen. Nach der Auswertung im Labor fließen die Daten in eine zentrale Datenbank, die weltweit vernetzt ist.

Kosten: Jede Typisierung ist für den Getesteten kostenfrei, die Kosten trägt der Verein, der die Aktionen weitestgehend über Spenden finanziert.

Programm: Während die Typisierung selbst in der Zeit zwischen 11.30 und 17.30 Uhr läuft, wird auch ein Rahmenprogramm geboten: Kaffe/Kuchen/Getränkeverkauf ab 11 Uhr; 900-Jahr-Artikel zum halben Preis ab 11 Uhr; Weißwurstfrühstück von 11 bis 13 Uhr; Bratwurstbude von 13 bis 17 Uhr; Fahrzeugschau der Feuerwehr und Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto.

Schirmherrschaft: Die Schirmherrschaft in Buttenheim haben Bürgermeister Michael Karmann und Landrat Johann Kalb übernommen.

Ein Kommentar aus der Redaktion:

Typisierung. Das ist weit weg. Wenn man gesund ist. Wenn Eltern jedoch so eine Diagnose bekommen, wie die des sechs Monate jungen Buttenheimer Mädchens, dann zieht es ihnen glatt den Boden unter den Füßen weg. Von einen Tag auf den anderen steht die Welt Kopf, zählt wohl kein anderer Gedanke mehr, als der, wie das Kind gerettet, am Leben bleiben kann. Ausnahmesituation. Ganz zu schweigen von dem, was man in der Kinderkrebsabteilung zu sehen bekommt. Neben dem eigenen, zerbrechliche Winzling mit Schläuchen und medizinischem Hightech am kleinen Körperchen.

Ein Segen, dass es Vereine gibt wie Hilfe für Anja auch lange noch, nachdem die Rothensanderin einen Spender gefunden hat. Das hat die ganze Familie so geprägt, dass sie sich weiter für Menschen in gleicher Lage einsetzt. Liahs Eltern greifen nun nach dem Strohhalm. Toll wie Vereine und Verwaltung sofort helfen wollen. Klasse wäre es, wenn sich viele Menschen anschlössen.

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