Bamberg
Wahl

Landtagswahl: Für Lösche und Sowa geht es ums Ganze

Die letzten Wochen bis zur Landtagswahl am 15. September wollen sie als harmonisches grünes "Wahlkampf-Tandem" überbrücken - Ursula Sowa und Andreas Lösche. Doch hinter den Kulissen geht es ums Eingemachte. Beide könnten sich am 15. September ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in den Landtag liefern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Landtagskandidat für Bamberg-Stadt und Kreisvorsitzende Andreas Lösche, die Bamberger Stadträtin und Landtagskandidatin Bamberg-Land Ursula Sowa
Der Landtagskandidat für Bamberg-Stadt und Kreisvorsitzende Andreas Lösche, die Bamberger Stadträtin und Landtagskandidatin Bamberg-Land Ursula Sowa
Die Bamberger Stadträtin Ursula Sowa (GAL) ist nicht die einzige grüne Bewerberin, die sich Chancen ausrechnet, über einen Listenplatz in den Landtag einzuziehen. Sie sucht nach eigenen Angaben bereits Räume für ein mögliches Stimmkreisbüro in Bamberg nach der Wahl.

Doch möglicherweise macht ihr ja der eigene Kollege, Andreas Lösche, Stimmkreiskandidat der Grünen in Bamberg-Stadt, einen Strich durch die Rechnung.

Der legt nach unserem Bericht vom Dienstag "Sowa hat Chancen über die Liste" Wert auf die Feststellung, dass er als Kandidat im Stimmkreis Bamberg-Stadt "mindestens genauso große, wenn nicht sogar größere Chancen" auf einen Listenplatz hat. Grund: Der Stimmkreis Bamberg-Stadt, in dem Lösche kandidiert, gilt als der mit Abstand beste Bezirk für die Grünen.
In der Vergangenheit sei der Stimmkreis Bamberg-Stadt im Oberfranken-Vergleich stets auf Platz zwei hochgewählt worden, egal, wer für die Grünen angetreten sei, sagt Andreas Lösche.

Lösche: Rechnerisch kein Vorteil

Seine im Vergleich zu Sowa schlechtere Positionierung im Wahlvorschlag der Grünen in Oberfranken sieht der Musikverleger Lösche dagegen nicht als Hindernis: "Listenplatz 3 bringt gegenüber Listenplatz 6 rechnerisch keinen Vorteil." Er gehe daher von einem Kopf-an-Kopf -Rennen zwischen den beiden grünen Kandidaten um den Einzug in den Landtag aus. Sowa sieht den Einwurf ihres Kollegen gelassen. Sie setzt auf ihren hohen Bekanntheitsgrad, den sie sich durch langjährige Arbeit als Stadträtin und Bundestagsabgeordnete erarbeitet habe.

Die gut überlegte Über-Kreuz-Kandidatur der grünen Kandidaten im Stimmkreis Stadt und Land samt eines Tandem-Wahlkampfs werde den Grünen insgesamt mehr Vorteile als Nachteile bringen, sagt Sowa.

Ob Sowa oder Lösche - Voraussetzung für den Listenplatz eines Bamberger Grünen im Landtag ist vor allem ein gutes Ergebnis der alternativen Partei im Land und im Bezirk. Jüngste Prognosen sehen die Grünen in Bayern bei elf bis 15 Prozent, was die Chancen der oberfränkischen Grünen, einen zweiten Vertreter in den Landtag zu entsenden, deutlich erhöhen würde.

Huml und Rudrof Favoriten

Weniger spannend als der Kampf um die Listenplätze scheint dagegen das Rennen um die beiden Direktmandate in Bamberg-Stadt und Bamberg-Land. Hier gelten die Bewerber der CSU, die 32-jährige Melanie Huml und der 58-jährige Heinrich Rudrof, als klare Favoriten.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren