Bamberg
Kommunalwahl

Landkreis-SPD: Sieben Bürgermeister treten an

Die Sozialdemokraten im Landkreis Bamberg wollen mit einer starken Liste bei der Kreistagswahl 2020 punkten.
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Die Landkreis-SPD sieht sich gut gerüstet für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr: Abstimmung bei der Aufstellung der Listenkandidaten für den Kreistag.   Fotos: Ronald Rinklef
Die Landkreis-SPD sieht sich gut gerüstet für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr: Abstimmung bei der Aufstellung der Listenkandidaten für den Kreistag. Fotos: Ronald Rinklef
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Genau ein halbes Jahr vor den nächsten Kommunalwahlen hat die erste Partei ihre Liste für den Kreistag aufgestellt. Die SPD nominierte am Samstag in Oberhaid 19 Kandidatinnen und 41 Kandidaten für die Kreistagswahl am 15. März 2020. Und die Sozialdemokraten konnten dabei personell aus dem Vollen schöpfen, wie ihr Kreisvorsitzender und Landratskandidat Andreas Schwarz und der Unterbezirksvorsitzende Jonas Merzbacher erfreut feststellten.

Schwarz auf Platz 1

Für die 60 Listenplätze und sieben Nachrücker hatten Merzbacher zufolge etwa 80 Mitglieder und der Partei nahestehende Unabhängige die Bereitschaft zu einer Kandidatur erklärt. "Das war zum ersten Mal so", merkte Merzbacher an.

Der Gundelsheimer Bürgermeister und aktuelle Fraktionsvorsitzende der Kreistags-SPD wird selbst auf Platz drei der Liste antreten. Vor ihm stehen noch die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Patricia Hanika aus Schlüsselfeld und - traditionsgemäß der Landratskandidat auf dem Spitzenplatz. Im kommenden Jahr ist dies der langjährige Strullendorfer Bürgermeister (1996 bis 2013) und Bundestagsabgeordnete (seit 2013) Andreas Schwarz.

Kein Gerangel um Posten

In einer reibungslosen, geradezu harmonischen Versammlung ohne Gerangel um Personen und Positionen im Saal der Brauerei Wagner in Oberhaid bestätigten die Delegierten auch sechs weitere amtierende Kreisräte auf der Liste: Carsten Joneitis (Oberhaid, Platz 5), Wolfgang Heyder (Litzendorf, 7), Manfred Deinlein (Reckendorf, 13), Heinz Jung (Hallstadt, 15) und Max-Dieter Schneider (Ebrach, 24) sowie Markus Zirkel. Der ehemalige Hallstadter Bürgermeister reiht sich auf dem erfahrungsgemäß viel Aufmerksamkeit erzeugenden letzten Platz (60) der Kreistagsliste ein.

Liste der Bürgermeister

Nur Reiner Kretschmer, sozialdemokratisches Urgestein aus Scheßlitz tritt aus Altersgründen nicht mehr an. Der 77-Jährige erhielt für seine Leistung (Stadtrat in Scheßlitz seit 1972, Kreisrat seit 2007 und eifrigster und erfolgreichster SPD-Stimmensammler auf dem Jura) viel Applaus.

Zudem kündigte Schwarz schon vor dem Wahlprozedere an, dass die SPD im kommenden März mit sieben amtierenden Bürgermeisters antreten werde. Neben Merzbacher, Joneitis, Deinlein und Max-Dieter Schneider sind dies Gerhard Ellner (Gerach) sowie zwei Parteiunabhängige.

Als größte Überraschung für viele, ist einer von ihnen Michael Bergrab. Bergrab machte bei der Wahl vor sechs Jahren Schlagzeilen, als er in Lisberg (als Kandidat der dortigen Überparteilichen Liste) mit großer Mehrheit und als jüngster Bürgermeister Deutschlands gewählt wurde. Als Unabhängiger steht er nun auf dem SPD-Listenplatz 9.

Gegenstimmen für Schneider

Ebenfalls vor sechs Jahren wurde Gerd Schneider zum Bürgermeister gewählt. In Memmelsdorf trat er für die SPD an, gewann überraschend deutlich, betonte aber anschließend selbst seine Parteifreiheit. Das brachte ihm nun wohl drei Gegenstimmen aus den Reihen der 53 Delegierten ein.

Als weitere prominente Kandidaten, die nicht der Partei angehören, stehen zum Beispiel Erika Jäger, Vorsitzende des VdK-Kreisverbands, und Ralph Korschinsky, Geschäftsführer des KAB-Diözesanverbands, auf vorderen Listenplätzen. Eine Reihe von Bürgermeisterkandidaten wurden von den Delegierten ebenfalls einstimmig auf der Liste bestätigt. Unter ihnen sind mit Michaela Oppel, die in Ebrach die Nachfolge von Max-Dieter Schneider anstrebt, und Heike Bollwien, die in Strullendorf antritt, erstmals zwei Frauen.

Zusammen mit engagierten, jungen Mitgliedern aus - teils neuen, teils wiederbelebten - Ortsverbänden, sehen Schwarz und Merzbacher die SPD gut aufgestellt. "Wir haben eine vielfältigere, weiblichere und jüngere Liste 2020 verabschiedet - besonders auch bei den Quereinsteigern", sagt Merzbacher und fordert die Kandidaten auf: "Geht raus und sagt den Leuten: da könnt ihr mich wählen."

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