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Hochwasser in Franken: Wo besteht noch Gefahr und wie lange?

Nach Sturmtief "Burglind" kam das Hochwasser: In Teilen Frankens ist die Lage nach wie vor kritisch.
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In der Nacht zum Freitag kämpfte Ansbach gegen das Hochwasser. Laut Anwohnern handelt es sich um das schlimmste Hochwasser seit Jahrzehnten. Foto: NEWS5 / Haag
In der Nacht zum Freitag kämpfte Ansbach gegen das Hochwasser. Laut Anwohnern handelt es sich um das schlimmste Hochwasser seit Jahrzehnten. Foto: NEWS5 / Haag

Nach dem Sturmtief "Burglind" sorgt nun auch noch Hochwasser vielerorts in Bayern für Alarmstimmung. Vor allem nördlich der Donau waren am Donnerstag mehrere Flüsse über die Ufer getreten und hatten Straßen und erste Wohngebiete überflutet. Der Schwerpunkt lag zunächst in Oberfranken, wo bereits an vier Messstellen die zweithöchste Meldestufe 3 überschritten war. Später war die Hochwasser-Lage auch in Mittel- und Unterfranken angespannt.

Der Hochwassernachrichtendienst Bayern warnt derzeit noch vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten in den Landkreisen Forchheim, Kronach, Bamberg, Lichtenfels und Coburg.Auch im übrigen Franken wird vor Ausuferungen und Überschwemmungen gewarnt. Ausgenommen ist lediglich der Landkreis Wunsiedel.
 

 


An den Meldepegeln der Mainzuflüsse kommt es derzeit vielfach zur Überschreitungen der Meldestufen 1 und 2. An einzelnen Pegeln im Einzugsgebiet des oberen Mains und der Regnitz wird Meldestufe 3 überschritten. Die Hochwasserwellen verlagern sich flussabwärts und führen an den Unterläufen der Aisch und der Regnitz, sowie am Main, zu noch steigenden Wasserständen.

Am schiffbaren Main wird der Scheitel der Hochwasserwelle im Bereich maximal der Meldestufe 1 erwartet, lediglich am Pegel Würzburg / Main kann das Erreichen der Meldestufe 2 derzeit nicht ausgeschlossen werden.

 

 

 


Wetterprognose: Es regnet zunächst weiter
 

Ab Samstag ist langsam Schluss mit dem Regen. Wir kommen ins Lee der Alpen. Es heitert zeitweise auf und maximal werden +10 Grad erreicht. Der schwache bis mäßige Wind dreht auf Ost.

Am Sonntag ziehen tiefe Wolkenfelder durch, die keinen Regen bringen. Die Sonne dürfte kaum scheinen. Die Temperaturen liegen bei +8 Grad. Der zeitweise mäßige Wind weht aus Nordost bis Ost. Mild geht es in der nächsten Woche weiter mit Temperaturen um +8 Grad. Dabei ist es mal aufgeheitert, mal bewölkt mit ein paar Regentropfen.

 

 

 

 

 

 

 

 


Ansbach meldet derzeit "Land unter"


Anwohner sprechen vom schlimmsten Hochwasser seit Jahrzehnten. Im Landkreis und in der Stadt selbst waren in der Nacht auf Freitag etwa 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW im Einsatz, um die Stadt und die Bevölkerung vor den Wassermassen zu schützen. Der Dombach, für gewöhnlich ein kleines Bächlein, sei laut Anwohnern zum reißenden Fluss angeschwollen und habe einen ganzen Straßenzug überflutet.

 

 

 

 


Rund 50 Einsatzstellen wurden laut einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt Ansbach im Laufe des Donnerstagabends und in der Nacht von der Integrierten Leitstelle Ansbach im Stadtgebiet registriert. Am stärksten betroffen war der Bereich um die Dombachstraße im Ansbacher Westen, der von der Feuerwehr als eigenständige Einsatzstelle geführt wurde. Binnen kürzester Zeit stauten sich im angrenzenden Dombachtal die Wassermassen, die durch die durchnässten Böden nicht mehr aufgenommen werden konnten, zu einem etwa 30 bis 40 Meter breiten Fluss, der sich in der Folge in den Dombachabfluss und auch in die Dombachstraße ergoss.

Überflutet wurden dabei nach Angaben des örtlichen Einsatzleiters Stadtbrandrat Horst Settler neben Garagen und Gärten auch Nebenstraßen und die Kellerräume von etwa 20 bis 30 Häusern. Der Pegelstand in der Dombachstraße betrug zeitweise bis zu 60 Zentimeter. Von einer Evakuierung der betroffenen Anwohner konnte jedoch abgesehen werden.

 

 

 


Weitere Überflutungen wurden unter anderem am Rezatparkplatz, in der Richard-Wagner-Straße sowie am Aquella-Freibad festgestellt. Im Einsatz waren Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet Ansbach und dem Landkreis Ansbach, das Technische Hilfswerk sowie das Bayerische Rote Kreuz mit den zugehörigen Schnelleinsatzgruppen und die Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt Ansbach. Die Hilfsmaßnahmen dauern derzeit noch an. Allein in der Dombachstraße waren in der Nacht bis zu 100 Helfer gleichzeitig im Einsatz.

 

 

 

 


Hochwasserlage in den Landkreisen Kulmbach und Coburg kritisch
 

Zu Überflutungen von Straßen und Kellern kam es in Mainleus (Landkreis Kulmbach). Auch in Fürth am Berg (Landkreis Coburg) überschwemmte laut Hochwassernachrichtendienst die Steinach erste bebaute Grundstücke. Kritisch war die Lage auch bei Schenkenau an der Itz (Landkreis Coburg), einem weitere Obermain-Zufluss.

 

 

 

 


Dauerregen und Schneefälle haben in Oberfranken in Verbindung mit der kurz danach einsetzenden Schneeschmelze die Flüsse anschwellen lassen, erklärten Experten bei der Landesanstalt für Umwelt die Lage. "Da wir dort nicht die mächtigen Schneehöhen wie in höheren Lagen haben, schmilzt der Schnee in den Mittelgebirgen schneller weg", sagte der Leiter des Hochwassernachrichtendienstes bei der Landesanstalt für Umwelt, Alfons Vogelbacher.

 

 

 

 

 

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