Laibarös bei Hollfeld
Glauben

Laibarös feiert seine "neue" Kapelle

Stolz ist man in Laibarös auf die neu renovierte Kapelle, wozu der Ort viel Eigenleistung erbracht hat.
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Voll besetzt war die Kapelle in Laibarös beim Festgottesdienst.Foto: Joseph Beck
Voll besetzt war die Kapelle in Laibarös beim Festgottesdienst.Foto: Joseph Beck
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Jetzt ist wieder alles so, wie es die Gläubigen in Laibrös in ihrem Gotteshaus Maria Friedenskönigin wollen: Maria im Mittelpunkt. Selbst wenn ihr vergoldeter Strahlenkranz fehlt, weil er unauffindbar ist. Seinerzeit hatten die Menschen hierfür Ehe- und Ohrringe und auch Goldmünzen gestiftet. Doch mit der Renovierung 1971 wurde die Statue versetzt, nun mit der neuerlichen Renovierung steht sie wieder im Mittelpunkt - in der Mitte der Kapelle hinter dem Altar auf einem großen Felssockel. Die Kapelle erstrahlt in neuem Glanz, und das wurde einem festlichen Gottesdienst gefeiert wurde.

Bei der Umgestaltung der Kirche 1971 unter Pfarrer Bernhard Krüger wurde im Zuge der Erneuerungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch die Laibaröser Kapelle umgestaltet. Anstelle der etwa 1,50 Meter großen Marienfigur wurde ein großes Kreuz am Altar aufgehängt. Maria bekam nun am Chorbogen links ihren Platz. Da dieser aber angeblich zu eng war, oder man damals schon eine schlichtere Fasson wollte, entfernte man den vergoldeten Strahlenkranz, der um die ganze Statue ging. Als man ihn jetzt nach Angaben von Architekt Georg Schilling wieder anbringen wollte, war er unauffindbar.

Auch auf dem Dachboden der Kirche fand man nichts außer viel Spreu und alte Bretter voller Holzwürmer. Ein Mann hatte dazu die folgende Theorie: "Der Strahlenkranz ist halt entsorgt worden."

Richtigen Platz gefunden

Nach Meinung der Gläubigen hat Maria, die Namensgeberin der Kirche, nun wieder ihren richtigen Platz gefunden. Hinter ihr leuchtet ein warmes, leichtes, helles und wolkiges Smalteblau. Es erinnert zugleich an das Blau des Himmels und das Blau Mariens, das oft für ihren Mantel oder ihre Umgebung verwendet wird. "Das neue Farb- und Lichtkonzept sorgt für eine Beruhigung und Leichtigkeit der Raumschale", ergänzt der Architekt.

Die Wände wurden in einem Altweiß auf Basis der Altmannsteiner Naturkalkfarbe gestrichen. Für Verwirrung sorgten die neuen Kirchenbänke, da man die Gebetsbücher nicht mehr ablegen kann. Das aber wird mit Sicherheit noch geändert, so Mesnerin Karin Weiß, da diese aber erst am Vortag geliefert wurden, habe man nichts mehr auf die Kürze machen können.

Pfarrer Michael Herrmann und Diakon Markus Grasser zogen mit den Ministranten feierlich in die renovierte Kirche ein.

Viel Eigeninitiative

Der Diakon segnete zunächst die neue elektrische Orgel, die anschließend Markus Schug in ihrem vollen Klang erklingen ließ. Pfarrer Herrmann dankte den Laibarösern für ihre große Eigeninitiative und freute sich mit ihnen, diesen Raum nun wieder als Haus Gottes und der Menschen benutzen zu können.

Diakon Grasser sagte zu Beginn seiner Predigt: "Ich sehe, dass durch die neue Kirche die Liebe zu Jesu und zu seiner Kirche Euch Laibarösern ein Herzensanliegen ist. Da habt ihr gemeinsam geschuftet, wenn die Frau Bauleiterin und Mesnerin gerufen hat." Dieses Werk sei zwar das Werk vieler Hände, führte er nach der Heiligen Messe aus, aber besonderer Dank gelte eben Karin Weiß. Ihr überreichte der Pfarrer einen Blumenstrauß, dem Architekten und den anderen Helfern kleine Präsente. Die Gottesdienstbesucher drückten ihren Dank und ihre Freude in einem langen und kräftigen Applaus aus. Auf eine Segnung mit Weihwasser wurde verzichtet, da die Kirche ja schon geweiht ist. Der Gottesdienst endete mit dem Marienlied: "Wunderschön Prächtige", das alle voller Inbrunst mitsangen.

Rückkehr zur Einfachheit

Grußworte sprachen Bürgermeisterin Gisela Hofmann und Kirchenpfleger Alban Stadter. Architekt Schilling stellte heraus, dass man durch die Rückkehr zur Einfachheit des früheren Raumes wieder einen Raum der inneren Einkehr und Ruhe geschaffen habe. Das Schlusswort sprach Anton Först. Er dankte allen Helfern, besonders aber der Jugend, die stets zur Stelle war, wenn man sie brauchte. Auch die Zusammenarbeit mit Diözesanarchitekt Sandro Seelig sei gut gewesen. Först schloss: "Unsere Kirche zu erhalten, ist uns ein Auftrag. Unter den Schutz Mariens stellen wir unser Dorf. Die Kirche soll ein Zeichen des Friedens sein und bleiben."

Die Gesamtkosten der Renovierung betragen 167 400 Euro, Zuschüsse gewährten das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg und die Gemeinde Königsfeld.

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