Bamberg
Kandidaten-Porträts

Kuntke: "Bezahlbarer Wohnraum war und ist eine zentrale Baustelle in Bamberg"

Heinz Kuntke ist in der Gartenstadt aufgewachsen und lebt seit 36 Jahren im Malerviertel in Bamberg. Nun will der Stadtrat für die SPD in den Landtag.
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Heinz Kuntke am Troppauplatz, dem von ihm für das Interview gewählten Lieblingsort  in Bamberg Foto:  Matthias Hoch
Heinz Kuntke am Troppauplatz, dem von ihm für das Interview gewählten Lieblingsort in Bamberg Foto: Matthias Hoch

Im Sommer ist der Troppauplatz im Osten Bambergs besonders belebt - eine Anlaufstelle für Einheimische, aber auch für Studenten, die schräg gegenüber in der Feldkirchenstraße studieren. Hier fühlt sich Heinz Kuntke wohl - das spürt man beim Treffen im Café vor Ort. "Bamberg besteht nicht nur aus Maxplatz und Grünem Markt, sondern auch aus solchen Plätzen", sagt der SPD-Direktkandidat für die Landtagswahl im Stimmkreis Bamberg-Stadt. Der 66-Jährige ist im Bamberger Osten aufgewachsen und engagiert sich auch als Vorsitzender des Bürgervereins für den Stadtteil. "Man trifft den Bamberger hier, in der Gartenstadt oder in der Wunderburg", sagt er.

Erfolg: Osttrasse verhindert

Ohnehin empfindet der zweifache Vater und sechsfache Großvater den Osten der Stadt als "sehr lebenswert". Was ihn schnell zur Politik führt: "Der Hauptsmoorwald wird sehr unterschätzt." Deshalb zählt der seit gut einem Jahr pensionierte Richter die Verhinderung der sogenannten Osttrasse der Bahn, mit der ein Teil der Ausbaustrecke durch den Hauptsmoorwald verlaufen wäre, als "eine meiner wichtigsten Entscheidungen" - ebenso bewertet er den jetzt verhinderten Polizeistandort im Hauptsmoorwald. Als Bürgervereinsvorsitzender begrüßt er außerdem, dass die Lagarde-Kaserne im Osten als kulturelles Zentrum entwickelt werden soll.

Kuntke habe früher gerne als Staatsanwalt, als Amtsrichter und dann als Vorsitzender Richter und Vizepräsident am Landgericht gearbeitet. Er ist schon seit 1979 in der SPD und ein überzeugter Sozialdemokrat.

Seit 1987 sitzt er im Stadtrat. Vor allem im Bau- und Werksenat engagiert er sich: "Die Frage des bezahlbaren Wohnraums war und ist eine zentrale Baustelle in Bamberg." Und da die Voraussetzungen für Kommunalpolitik hier beschränkt seien, will er sich auf Landesebene einbringen. "Der Freistaat hat in der Vergangenheit die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau gekürzt." Die Förderung für sozialen Wohnraum müsse aber ausgebaut und unbürokratischer werden, so seine Kritik. "Land und Bund müssen sich wieder mehr einbringen." Kommunen müssten in die Lage versetzt werden, Wohnraum zu schaffen, Grundstücke der Stadtbau verbilligt angeboten werden.

Kuntke sieht eine konkrete Lösung auch in der Verkleinerung des "Ankerzentrums" im Osten der Stadt, dadurch könne man "sehr schnell massiv sozialen Wohnraum schaffen". Kuntke plädiert dafür, dass die Vereinbarung zwischen Stadt und Freistaat über die Auflösung der Asyleinrichtung bis 2025 eingehalten wird. Außerdem will er "darauf drängen, dass bis dahin die Belegungszahlen reduziert werden". Es sei nicht gerecht, dass Bamberg 25 Prozent aller Flüchtlinge in Oberfranken aufnehme, für Flüchtlinge und Bevölkerung sei das schlecht. Ihm schwebt eine Reduzierung der Belegung auf 500 Bewohner vor.

Kuntke will sich für alles einsetzen, was die Region betrifft. So fordert er, dass die Krankenhausfinanzierung stärker vom Land übernommen wird. "Damit mehr Geld für das Personal da ist, um es vernünftig zu zahlen." Bei der Pflege bestünde das gleiche Problem, vor allem müssten aber mehr Kurzzeitpflegeplätze geschaffen werden.

Der fußballbegeisterte Politiker, der nicht nur im Aufsichtsrat des FC Eintracht Bamberg sitzt, sondern auch im Vorstand des Stadtverbands für Sport, sieht sich bestens für das Finale am 14. Oktober gerüstet.

Zu den Kandidaten-Porträts Wir stellen in einer Serie Direktkandidaten für die Stimmkreise Bamberg-Stadt und Bamberg-Land zur Landtagswahl am 14. Oktober vor, Heinz Kuntke (SPD) macht den Auftakt.



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