LKR Bamberg
Tradition

Kunstwerke vor dem Altar

Die Monate als Körnerbilder sind der Mittelpunkt von Erntedank auch im Landkreis Bamberg.
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Erntedank in St. Wenzeslaus in Litzendorf  Foto: Joseph Beck
Erntedank in St. Wenzeslaus in Litzendorf Foto: Joseph Beck
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Vor dem Altar in der Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf haben die Landfrauen unter der Leitung von Theresia Hollfelder wieder die Früchte aus Feld, Flur und Gärten zu einem schönen Gesamtbild aufgebaut. Die Mitte ziert eine Monats-Uhr aus Samenbildern. Dieses zwei auf zwei Meter große Werk hat die Litzendorfer Künstlerin Monika Hofmann gelegt. In vielen Stunden wählte sie für jeden Monat ein Motiv aus und legte dieses dann mit verschiedenfarbigen Körnern und Samen. So stehen zum Beispiel im Januar die Hl. Drei Könige, im Februar der Blasiussegen und im März der Osterbrunnen in den Monats-Feldern.

Am Erntedankfest zogen die Gläubigen, musikalisch begleitet von den Litzendorfer Musikanten, vom Seniorenheim Katharina von Bora zur Pfarrkirche. Die Landfrauen trugen dabei die Erntekrone und Körbe mit Früchten. Pfarrer Marianus Schramm segnete alle Früchte und erinnerte daran, das Danke-sagen an Gott nicht zu vergessen.

Der Erntedankaltar mit dem Bild ist noch bis zum Litzendorfer Apfelmarkt am kommenden Sonntag in der Kirche zu sehen.

Auch in Ludwag gab es zum diesjährigen Erntedank in der Kirche St. Johannes etwas zu bestaunen: Die beiden Jurakünstlerinnen Marika Arneth-Grasser und Hedwig Popp nahmen für ihr Körnerbild die Friedensikone der Erlöserkirche Jerusalem als Vorlage. Der Titel "Bund unter dem Regenbogen" stellt den Bund Noahs mit Gott dar, der geschlossen wurde, als die Arche nach der Sintflut wieder auf festem Boden landete. Unter dem Zeichen dieses Regenbogens versprach Gott, dass hinfort keine Sintflut mehr kommen solle, die die Erde verderbe.

Schon seit zwölf Jahren schaffen die beiden Frauen an langen Abenden in etwa 40 Stunden ihre Kunstwerke. Für das zwei auf drei Meter große Gesamtbild verwenden sie Körner von 30 verschiedenen Früchten und Getreidesorten oder sogar kleine Muschelkalkstücke.

Das aktuelle Bild zeigt, wie Pferd, Elefant und Strauß gerade über die Landebrücke die Arche verlassen. Über dieser schwebt die Taube mit dem Olivenzweig im Schnabel, während Gottvater voller Huld auf sie hinweist. Perserklee, Goldhirse, Quioa, Buchweizen und alle anderen Früchte, mit denen diese biblische Szene gefertigt wurde, sind auf dem linken Seitenaltar in kleinen beschrifteten Schälchen ausgestellt. Ein Teil der Körner wird im folgenden Jahr wiederverwendet, der andere Teil von Thomas Reinlein und seinem Sohn auf kleinen Parzellen extra angebaut. Das Erntedankbild und der über zwei Meter hohe Wurzbüschel vom August sind noch bis kurz vor Allerheiligen in der Kirche zu besichtigen.



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