Giechburg
Kunst

"Kunst oder was" auf der Giechburg

Bei der Jahresausstellung "Form und Farbe" stellen 33 Künstler aus.
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Der Zugang zur Ausstellung im Bergfried ist kaum zu verfehlen. Fotos: Joseph Beck
Der Zugang zur Ausstellung im Bergfried ist kaum zu verfehlen. Fotos: Joseph Beck
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Die diesjährige Ausstellung des oberfränkischen Vereins "Form und Farbe" auf der Giechburg bei Scheßlitz steht unter dem Motto: "Kunst oder was". 33 Künstler stellen hier ihre 196 Werke aus und beweisen das Gewicht der Kunst im Landkreis Bamberg.

Sepp Kuffer und seine Crew Vanaprastha eröffneten die Vernissage musikalisch mit futuristischen Stücken. Zweiter Vereinsvorsitzender Gerd Krämer hieß alle Gäste herzlich willkommen. Burgherr Landrat Johann Kalb (CSU) tat dies ebenfalls. Die Ausstellungen von "Form und Farbe" seien seit 1985 ein Höhepunkt im Kunstjahr. Er wies dabei auch gleich auf den neuen Skulpturenweg "Kunst am Kanal" hin, der im Rahmen der internationalen Woche installiert werden soll. "Ich bin sehr dankbar, dass Sie die Kunst in die Bevölkerung hineintragen", wandte er sich auch an die erste Vorsitzende Barbara Winkler. Er wünsche der Ausstellung viele Besucher und viele verkaufte Kunstwerke.


Trump und die Kloschüssel

Krämer stellte bei seiner Rede "Kunst oder was" in die Reihe von Documenta Athen-Kassel, Biennale in Venedig und Art Basel. Unter den Künstlern wolle er zwei Neuzugänge hervorheben: Irene Reinhardt aus Coburg mit ihren betörenden filigranen textilen Objekten aus Filz und Uwe Breunig aus Gereuth/Untermerzbach, den er "unseren jungen Wilden" nannte mit seinen faszinierenden Acryl-Kompositionen. Der Künstler Jeff Koons würde gut in die diesjährige Thematik passen. Dieser habe auf die Frage nach Kunst oder Kitsch selbstbewusst geantwortet: "Es gibt keine richtige oder falsche Ästhetik. Jeder Weg ist gültig, jeder Geschmack ist okay."

Der direkte Bezug wäre hergestellt zu Krämers eigenem Werk "Donalds Shit", einer Kloschüssel mit dem Konterfei Donald Trumps auf dem roten Deckel, oder dem Werk seines Künstlerkollegen Klaus Bilitzky mit der alten Schreibmaschine auf rotem Podest und dem Titel: "Fake News". Krämer gestand, dass bei Kunst viele mit Kopfschütteln, Ratlosigkeit oder gar Wut reagierten, aber der Turm biete eine solche Vielfältigkeit an Werken, dass sicherlich, wie Landrat Kalb sagte, für jeden Geschmack etwas dabei sei.


Bekannte Gesichter

Neben den erwähnten Neuzugängen finden sich wieder Werke bereits in den Vorjahren Ausstellender wie Barbara Bollerhoff, Hanne Grafberger, Christiana Sieben, Kurt Turbanisch oder Barbara Winkler. Neben Gemälden in allen Stilrichtungen sind aber auch Werke aus Ton, Eisen und Keramik zu besichtigen. Unter sie hat sich auch einer der roten Hasen vom Schönleinsplatz gerettet. Ob er "Turm- oder Burg-Asyl" beantragt hat, konnte Bollerhof nicht beantworten. Vielleicht sind nachts auch die roten Eulen aus Bamberg als Kundschafter für das Landkreisgymnasium auf den Bäumen zu sehen? Ihre ausgedienten Fahrradschläuche haben es jedenfalls zur Kunst geschafft - Elisabeth Burkard aus Bamberg verwendet diese als Rahmen für ihre Gemälde, samt Ventil, das nach außen steht. Neben dem Malen, das sie schon seit Kindheit betreibt, ist nämlich das Radfahren ihr zweites Hobby.


Gleiches Format

Ob es leicht war, alle Künstler unter einen Hut zu bringen, wissen wir nicht, es ist aber der ersten Vorsitzenden Barbara Winkler gelungen, dass alle einen Raum mit gleichformatigen Werken gestalten. "Das Band" zeichnet auch aus, dass die Bilder in der gleichen Technik und zum selben Verkaufspreis ausgestellt sind.
Gertrud Hornung aus Oberaurach, die von den Drachenbäumen Angelika Schertels begeistert ist, äußerte sich so zu allen Kunstwerken: " ch möchte etwas in sie hineininterpretieren können. Das ist für mich bei Kunst wichtig." Dagegen haben sicherlich alle Aussteller nichts einzuwenden, ja laden geradezu dazu ein, provokativ oder nicht.

Die Ausstellung "Kunst oder was" ist bis zum 27. August geöffnet, jeweils samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.
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