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Befragung

Kunden geben Stadtwerken Note 2,4

Eine Studie der Fachhochschule Worms bescheinigt den Bamberger Stadtwerken überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit. Am besten wurde die Zuverlässigkeit der Versorgung bewertet, am schlechtesten die Preisgünstigkeit.
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Prof. Michael Zacharias (rechts) stellt die Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsbefragung der Stadtwerke vor. Foto: Barbara Herbst
1098 Fragebögen wurden im vergangenen Sommer ausgefüllt. Nun präsentierten Prof. Michael Zacharias von der Fachhochschule Worms und Stadtwerke-Vertriebschef Horst Ziegler gemeinsam die Ergebnisse einer Kundenzufriedenheitsbefragung.
Die Noten, die die Bamberger ihrem Energieversorger auf einer Skala von 1 bis 5 erteilten, liegen mit 2,4 etwas über dem Schnitt bei den deutschen Stromversorgern. „Man kann deshalb von einem guten Zeugnis sprechen“, sagte der Wissenschaftler Zacharias mit Blick auf die Bamberger Zahlen.
Die Studie ermöglicht aufschlussreiche Einblicke in die Bedürfnisse und Erwartungen der Bamberger Kunden. So zeigten die Antworten auf die Fragen, dass die Zufriedenheit am höchsten im Geschäftsfeld Wasser ist, während sie beim Gas am geringsten ist.
Am meisten lobten die Kunden an den Stadtwerken die Versorgungssicherheit (Note 1,4), am wenigsten die Preisgünstigkeit beim Gas. Dort erhielten die Stadtwerke die Note 3,2.
Überwiegend positiv bewerteten die Kunden Öffnungszeiten und Lage der Parkhäuser, während die Sicherheit eher ungünstig beurteilt wird. Auffällig: Auch hier erhält die Preisgünstigkeit den zweitschlechtesten Wert.
Mittlere Zufriedenheit besteht nach den Zahlen der Befragung mit den Bamberger Bädern. Am schlechtesten schnitt, was nicht allzu sehr überrascht, das Hallenbad mit Note 2,7 ab, am besten das Stadionbad mit einer 2,2. Eher gute wurden die Wasserqualität, die Öffnungszeiten und die Eintrittspreise bewertet. Auf der negativen Seite schlugen die Themen Ausstattung des Schwimmbades, Verpflegungsmöglichkeiten und Beckenvielfalt zu Buche.
Durchaus kontrovers werden die Leistungen der Stadtwerke auch beim ÖPNV gesehen. So bemängelten die Befragten vor allem das Fehlen von Nachtlinien, das Fehlen von Anschlussverbindungen und die Fahrpreise; dagegen gaben Sauberkeit, Bedienung der Fahrscheinautomaten oder Online-Auskunft über Fahrpläne eher Anlass für gute Bewertungen.
Wie Horst Ziegler sagte, kostete die Kundenbefragung 10 000 Euro und soll künftig im regelmäßigen Turnus den Werken Aufschluss über die Wirkung von Verbesserungsmaßnahmen, aber auch über mögliche Defizite geben. So wurden beispielsweise bereits Energieberater eingestellt, um dem Wunsch der Kunden nach mehr Information auf diesem Gebiet Rechnung zu tragen.
Bessere Kommunikation über Preise erhoffen sich die Stadtwerke durch ein Kundenmagazin, das künftig regelmäßig erscheint. Außerdem wird überlegt, die Park- und Ride-Anlagen durch eine Videoüberwachung sicherer zu machen und eine Kundenkarte anzubieten, mit der alle Leistungen der Stadtwerke in Anspruch genommen werden können.
Eine Erniedrigung der in der Studie vielfach als zu hoch bemängelten Gaspreise konnte Ziegler gestern nicht in Aussicht stellen. Diese seien bekanntlich marktabhängig. Immerhin hat die Senkung der Gaspreise zum April dafür gesorgt, dass die Stadtwerke laut dem Verbraucherportal Verivox wieder auf Platz zwei von insgesamt neun Anbietern rangieren.


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