Auf Initiative von Anne Schmitt, Geschäftsführerin des Flussparadieses Franken, und der Künstlerin Rosa Brunner waren acht renommierte Künstler aus vier verschiedenen Ländern ins Sassanfahrter Schloss zu einem Symposium eingeladen worden. Sie sollten einen Entwurf für ein Kunstwerk schaffen, dass einen Platz am Kanal finden könnte.

Es wurden nur wenige Vorgaben gemacht. Es gab keine Limits hinsichtlich der Ausführung, des zu verwendeten Materials, der Kosten und der Dimension des Kunstwerks. Es sollten aber "ortsspezifische" Skulpturen entstehen. Die an diesem Projekt teilnehmenden Gemeinde können jetzt in alle Ruhe darüber nachdenken, ob es zu einer Realisierung des Kunstwerks durch den entsprechenden Ankauf kommen wird.


Malerei und Skulptur

Einer der eingeladenen Künstler war Günther Holder, der in Freiburg im Breisgau lebt und arbeitet. Er verwendet verschiedene Materialien wie Holz, Glas und Spiegel und verbindet Malerei und Skulptur. Zusammen mit seinen Künstler-Kolleginnen und -Kollegen hat er eine Woche in Schloss Sassanfahrt verbracht und sich intensiv mit dem öffentlichen Raum am Kanal auseinandergesetzt. Es habe ihm in Sassanfahrt sehr gut gefallen und er habe sich gut aufgehoben gefühlt. Gefallen habe ihm auch die Begegnung mit den Schülern der Grund- und Mittelschule Strullendorf. Dort war er zusammen mit seiner Kollegin Angelika Summa zu Gast und stellte sich den Fragen der Jugendlichen und erzählte über seine Arbeiten und sein Leben.

Am Samstag wurden die ersten Entwürfe der Künstler im Rahmen einer Kunstbegegnung am Kanal vorgestellt. Zahlreiche Besucher hatten die Möglichkeit, die Entwürfe der Künstler zu betrachten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.


Weite Verzweigungen

Günther Holder ist Strullendorf zugeteilt worden. Er hat sich den Raum zwischen der Schleuse Strullendorf und dem Kraftwerk ausgesucht. Es ist für ihn "ein architekturbetonter Ort, der weite Verzweigungen ins Land hat, sei es nun in Form von Strom oder in Form des Kanals als Wasserstraße".

An den Schiffsanlegestellen des Kanals gibt es Leitern mit gelb-schwarzen Metallbögen. Diese dienen als Haltegriffe bzw. als Einstiegshilfen. Für sein Kunstwerk stellt er sich diese Form als Halbkreis in einer Stahlkonstruktion vor, die durch die Spiegelung im Wasser von der gegenüberliegenden Seite als Kreis erscheinen wird. Ein Alltagsgegenstand, der immer wieder zu sehen ist, wird in einem anderen Maßstab zu einer Skulptur, so der Künstler, und zu einer "Landmarke" für den Ort. Das Kunstwerk ist mit einer Höhe von etwa vier Metern, einer Breite von rund neun Meter und ein Durchmesser von circa 0,3 Metern geplant. Man darf gespannt sein, ob dieser Entwurf auch realisiert wird.

Bei der Kunstbegegnung am Kanal war auch die Grund- und Mittelschule Strullendorf mit einem eignen Kunstprojekt dabei: Unter dem Motto "Deutschland sehen, Deutschland verstehen" haben sich Kinder mit und ohne Migrationshintergrund malenend ihre ganz eigenen Gedanken über das Thema gemacht. In einem Pavillon war eine Auswahl der Arbeiten zu sehen. Günter Helmrich, der Medienbeauftragte der Schule, hat das Projekt betreut und kleine Interviews mit den Schülern gemacht, die vor Ort zu sehen und zu hören waren.