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Kroatische Fans in Bamberg: Jubel für die "Feurigen"

Dass man der eigenen Nationalelf auch fernab der Heimat zujubeln kann, zeigten kroatische Fußballanhänger am Mittwoch im Herzen der Bamberger Altstadt.
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Ausgestattet mit Fahnen und Trikots der Lieblingsspieler trafen sich am Mittwoch Fans der kroatischen Nationalmannschaft, um ihrem Team beim Einzug ins Finale zuzujubeln.  Mit dabei: Tihomir Glowatzky  (Vierter von links). Antonia Wild
Ausgestattet mit Fahnen und Trikots der Lieblingsspieler trafen sich am Mittwoch Fans der kroatischen Nationalmannschaft, um ihrem Team beim Einzug ins Finale zuzujubeln. Mit dabei: Tihomir Glowatzky (Vierter von links). Antonia Wild
Ob bei Bayern München, Manchester United oder Real Madrid - kroatische Nationalspieler findet man außerhalb der WM in vielen hochkarätigen Fußballvereinen europaweit. Und auch bei der Fußballweltmeisterschaft 2018 können die Kroaten punkten. Zwar galt das Team bei vielen als Geheimtipp , kam der Sieg gegen die Engländer dann doch überraschend.

Um ihr Lieblingsteam im Halbfinalspiel gegen England anzufeuern, trafen sich vergangenen Mittwoch auch in Bamberg viele kroatische Fans in der Bamberger Sandstraße - darunter auch Tihomir Glowatzky und seine Freunde.


Keine einfache Partie

Schon zu Beginn des Spiels waren die kroatischen Fans vom Sieg ihres Nationalteams natürlich vollkommen überzeugt. "Es wird keine einfache Partie, aber ich bin mir sicher, dass wir am kommenden Sonntag im Finale stehen werden", erzählt Tihomir Glowatzky. Der gebürtige Kroate wohnt bereits seit seinem 13. Lebensjahr in Deutschland.

Damals kam er mit seiner Familie nach Nürnberg. Nach seinem Abitur studierte er Germanistik und unterrichtete für 35 Jahre am Kaiser-Heinrich-Gymnasium in Bamberg Deutsch und Geschichte. "Dass ich mein ganzes Arbeitsleben in Bamberg verbringen durfte, freut mich sehr. Bamberg ist eine wunderschöne Stadt mit vielen kulinarischen Genüssen und einer bezaubernden Natur im Umland", schwärmt Glowatzky.


In Franken Zuhause

Inzwischen ist er in Rente, gibt aber regelmäßig Gastvorträge an der Bamberger Universität über kroatische Literatur und inszeniert Opern und Lesungen in Zusammenarbeit mit dem E.T.A.-Hoffmann-Theater.

"Dass ich auch weiterhin meine Leidenschaft für das kroatische Theater mit den Menschen teilen kann, ist mir eine große Freude", sagt Glowatzky. Auch wenn er die meiste Zeit seines Lebens in Deutschland verbracht hat, sei die Verbindung und Liebe zur Heimat und auch zur kroatischen Kultur nie abgerissen. Dass Deutschland schon so früh aus der WM ausgeschieden ist, sei für ihn natürlich traurig gewesen, doch "mit zwei Teams im Herzen" habe er weiterhin Grund zur Freude.

Zum Halbfinale trommelte er insgesamt elf weitere Landsleute zusammen. "Gemeinsam Fußball zu schauen und mit aller Kraft das Team anzufeuern, ist Tradition in Kroatien", sagt Glowatzky.


Früh übt sich

Und tatsächlich ist jeder Kroate mit einem Trikot seines Lieblingsspielers und einige sogar mit Landesflaggen ausgestattet. Auch den Erfolg des nur 4,5 Millionen Einwohner zählenden Landes führt Glowatzky auf die Landestradition zurück. "Sobald unsere Kinder auf eigenen Füßen stehen können, stecken wir sie in Stollenschuhe und spielen mit ihnen", sagt er lachend.

Auch als das kroatische Team im Rückstand liegt, lassen sich die Fans nicht entmutigen. Dem Ärger machen sie Luft, indem sie das Spiel auf Deutsch und Kroatisch kommentieren. Zum Ausgleich und auch beim erlösenden 2:1 in der Nachspielzeit fallen sich die Fans jubelnd in die Arme. Nach dem Sieg wird auch das eine oder andere Lied angestimmt.

"Unsere Nationalelf nennen wir auf Kroatisch "Vatreni", das heißt "die Feurigen". Und so wie unser Team, so sind auch wir Feuer und Flamme für den Fußball und Kroatien", erklärt Glowatzky. Gemeinsam mit seinen Freunden wird er seinem Team auch am Sonntag die Daumen halten, wenn "die Feurigen" gegen Frankreich im Finale antreten werden.


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