LKR Bamberg
Schwerverkehr

Kontrollsäulen sind keine Blitzer

Ab 1. Juli gilt die Mautpflicht für Lkw auch auf Bundesstraßen. Dazu werden 600 Kontrollsäulen aufgestellt - allerdings keine direkt im Landkreis Bamberg.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kontrollsäule bei Rentweinsdorf Foto: Eckehard Kiesewetter
Die Kontrollsäule bei Rentweinsdorf Foto: Eckehard Kiesewetter
+2 Bilder
Wenn ab dem 1. Juli die Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ausgeweitet wird, betrifft das auch insgesamt rund 100 Kilometer im Landkreis Bamberg. Bundesweit werden derzeit von der Betreiberfirma Toll Collect an rund 600 Kontrollsäulen errichtet, die - so wie die Mautbrücken auf Autobahnen - überprüfen sollen, ob vorbeifahrende Lastwagen die Gebühr auch ordnungsgemäß entrichten.


Nur an B 4 und B 279

Obwohl bei rund 40 000 Kilometer Bundesstraßen, die von der Mautausweitung betroffen sind, theoretisch alle 67 Kilometer eine solche Säule stehen müsste, ist im Kreis Bamberg keine geplant, wie eine Nachfrage bei Toll Collect ergab. Autofahrer werden ihnen aber auf zwei Bundesstraßen begegnen, die aus dem Kreis herausführen. Eine der etwa vier Meter hohen blauen, mit einem grünen Querstreifen versehenen, Säulen wurde Anfang der Woche an der B 279 in Rentweinsdorf (Kreis Haßberge) errichtet. Eine weitere soll demnächst an der B 4 bei Rossach (Gemeinde Großheirath/Landkreis Coburg) stehen. Auf zwei kürzeren Abschnitten der südlich von Coburg vierspurig ausgebauten B 4 gilt schon seit Juli 2015 die Mautpflicht, die hier allerdings bislang nicht stationär überwacht wurde.

An den anderen Bundesstraßen, die aus dem Landkreis Bamberg führen, sind nach Angaben von Toll Collect aktuell keine weiteren Mautkontrollsäulen geplant. Das betrifft die B 22 zwischen Hollfeld und Scheßlitz und von Bamberg über Ebrach bis zur A 3 bei Schwarzach am Main (Kreis Kitzingen), die B 26 von der Autobahnanschlussstelle Bamberg-Hafen bis Zeil am Main sowie die B 505 auf der gesamten Länge zwischen Bamberg-Süd und der A 3 bei Höchstadt.


Mobile Kontrollen

Bleiben Schwerlaster auf den bislang beliebten Mautauswei chrouten unbehelligt? Zum Beispiel auf der B 22 die von manchen Brummifahrern gerne als Parallelstrecke zur A 3 genutzt wird. Schon jetzt basiert die Überwachung der Maut nicht nur auf den bundesweit 300 Mautbrücken, von denen es in der Nähe von Bamberg auch nur die auf der A 73 zwischen Buttenheim und Forchheim-Nord und auf der A 70 bei Viereth-Trunstadt gibt.

Daneben gibt es auch noch Betriebskontrollen und mobile Kontrollen. Doch für diese ist nicht das Unternehmen Toll Collect, sondern das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) zuständig. Dabei ermitteln etwa 300 mobile Teams vom Straßenrand oder während der Fahrt, ob Lastwagen im automatischen System korrekt eingebucht sind. Wenn nicht, oder wenn Zweifel bestehen, können die Lkw am nächsten Parkplatz ausgeleitet werden.


Keine Datensammlung

Bei den Mautbrücken und ebenso bei den neuen Kontrollsäulen wird laut Toll Connect zunächst per Scanner ermittelt, ob es sich überhaupt um einen mautpflichtigen Lkw mit über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht handelt. Danach werde automatisch geprüft, ob das Fahrzeug korrekt - in der Regel über eine sogenannte On-Board Unit - ins System eingebucht ist. Wenn alles passt, werden Daten und Bilder den Angaben zufolge sofort gelöscht. Bei Toll Collect wird betont, dass Daten ausschließlich zum Zweck der Gebührenabrechnung erhoben und dann gelöscht werden. Und dass keinerlei Daten - etwa von Pkw - gespeichert oder weitergeleitet werden. Zudem handle es sich bei den Säulen keineswegs um Geschwindigkeitsblitzer. Das solle schon mit der farblichen Gestaltung und Größe der Säulen deutlich gemacht werden. Eckehard Kiesewetter
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren