Gundelsheim
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Kita St. Marien in Gundelsheim wächst gewaltig

Die Gundelsheimer Kindertagesstätte St. Marien wird nach Quadratmetern fast doppelt so groß wie jetzt. Für Bauwillige wird der nördliche Ortsrand aufgeplant: Gundelsheim wird in Sachen Bauleitplanung aktiv.
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An den rechten Teil des bestehenden Kindergartens (roter Kreis) wird das neue Gebäude angebaut. Um die weitere Bauleitplanung umsetzen zu können, benötigt die Gemeinde das in Privatbesitz befindliche Areal gegenüber der Kirche (grüne Fläche). Luftbild: Adolf Nüßlein
An den rechten Teil des bestehenden Kindergartens (roter Kreis) wird das neue Gebäude angebaut. Um die weitere Bauleitplanung umsetzen zu können, benötigt die Gemeinde das in Privatbesitz befindliche Areal gegenüber der Kirche (grüne Fläche). Luftbild: Adolf Nüßlein
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Ein Babyboom steht laut Bürgermeister Jonas Merzbacher (SPD) in der Ein-Ort-Gemeinde wohl nicht zu erwarten. Dafür aber haben sich die Anforderungen an die Kleinkindbetreuung geändert und: In den neuen Baugebieten, die altersmäßig gut durchmischt sein sollen, werden junge Familien sicher auch Bedarf anmelden. Mit diesen beiden baubezogenen Themen befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Bereits am heutigen Dienstag sind interessierte Häuslebauer an den nordwestlichen Ortsrand, ins künftige Baugebiet "Nordwest" geladen, um bei dem Treffen ihre Wunschvorstellungen kund zu tun.

Die fertige Planung für den Anbau an der Kindertagesstätte St. Marien präsentierte Fritz Hofmann vom gleichnamigen Gundelsheimer Architekturbüro, da der Gemeinderat den gemeindlichen Bauantrag zu behandeln hatte.
Derzeit weist die seit 1980 und unter kirchlicher Trägerschaft stehende Einrichtung eine Fläche von 724 Quadratmetern auf: Nach einer Erweiterung im Jahr 2012 beherbergt die Einrichtung insgesamt vier Kindergarten- und zwei Kinderkrippen.

Den Aspekt der Raumnot machte der Planer unter anderem an der Tatsache fest, dass der Mehrzweckraum nie als solcher genutzt werden kann. Der Krippenanbau mit Platz für insgesamt vier Krippengruppen und diverse Funktionsräume wird eine Fläche von 650 Quadratmetern, einen separaten Zugang, einen Vorplatz und ein Flachdach haben. Die reinen Baukosten sind mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt, dazu kommen dann noch etwa 350 000 Euro für Planungskosten und Außenanlagen. Nach der einstimmigen Genehmigung der Planung kann in dem Jahr der Rohbau und kommenden das gesamte Bauvorhaben abgeschlossen sein.

Bis dahin möchte die Gemeinde auch das bestehende Kindergarten-Gebäude von der Kirche gekauft haben. An der Trägerschaft wird sich nichts ändern. Eine Änderung ist allerdings in Sachen Parkfläche notwendig. Bekanntermaßen möchte die Gemeinde drei Privatgrundstücke nahe der Einrichtung erwerben, um darauf Parkplätze für Kindertagesstätte, Seniorenzentrum und Kirchenbesucher zu bauen. Außerdem ist diese Fläche als neuer Festplatz vorgesehen. Bis das verwirklicht ist, werden Parkflächen nahe des neuen Krippenanbaues errichtet, auch auf einem Teil des derzeitigen Festplatzes. Was passiert dann mit diesem? Bauplätze sind auf der Fläche vorgesehen, ganz im Sinne einer Nachverdichtung, die im wesentlichen Teil der Bauleitplanung, eines Gesamtkonzeptes zur Ausweisung neuer Baugebiete ist.

Dieses Konzept in seinen Grundzügen stellte Bürgermeister Merzbacher dem neuen Gemeinderat und speziell dessen neuen Mitgliedern vor. "Der neue Gemeinderat soll die Grundsatzentscheidung zur Bauleitplanung von Anfang begleiten."

Der meiste Platz

Das Konzept sieht eine Bebauung im Bereich der Bachstraße, der Lindenstraße sowie auf einem Teil der bisherigen Friedhofserweiterungsfläche vor. Am meisten Platz für Bauwillige soll ein neues Baugebiet am nordwestlichen Ortsrand Gundelsheims - "Nordwest" - bieten. Hier sind zwei Varianten möglich: Variante A erstreckt sich auf den westlichen Bereich, Variante B schließt südlich daran an. Ein erstes Gespräch mit potenziellen Bauwerbern findet am heutigen Dienstag statt. Innerhalb der letzte zwei Monate haben 45 Bauwillige Interesse an "Nordwest", an den anderen Gebieten nur Vereinzelte bekundet. Bürgermeister Merzbacher wiederholte dazu, dass man Spekulantentum im neuen Baugebiet vermeiden will und bei den Ansiedelungswilligen altersmäßig eine gute Durchmischung anstrebt. Nach der Runde mit den Bauwerbern wird eine mit den Anrainern folgen, um möglichst viel abzustimmen.

Mit einstimmigem Beschluss wird das Konzept gebilligt. Die Verwaltung kann nun mit Planungsbüros und Abwicklungsgesellschaften die Umsetzung vorbereiten.

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