Bamberg

Kiosk am Adenauerufer in Bamberg eröffnet nicht mehr 2017

Eigentlich hätte das Häuschen mit neuem Pächter am Adenauerufer, direkt am Main-Donau-Kanal, pünktlich zu den Sommerferien seinen Betrieb aufnehmen sollen.
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Wegen länger währender Verhandlungen wird der Kiosk doch nicht mehr diesen Sommer eröffnet.  Foto: Matthias Hoch
Wegen länger währender Verhandlungen wird der Kiosk doch nicht mehr diesen Sommer eröffnet. Foto: Matthias Hoch
Das kam überraschend: Noch Anfang Juni war die Rede davon gewesen, dass der Kiosk am Adenauerufer zu den großen Schulferien wieder eröffnet sein soll. Mancher Radfahrer oder Spaziergänger dürfte sich schon auf eine gemütliche Rast am Rande der Regnitz gefreut haben.

Die Ferien sind lange da, auch das Wetter war, zumindest zeitweise, sommerlich. Doch ein kühles Getränk an dem Kiosk in der Nähe der Aral-Tankstelle gab es nicht. Wird es 2017 wohl auch nicht mehr geben. Denn die Eröffnung ist verschoben.

Geplant ist sie nun für 2018, "mit den ersten warmen Sonnenstrahlen", wie es Werner Kühhorn, Leiter des städtischen Immobilienmanagements, auf Anfrage formuliert. Doch was ist passiert? Vor zwei Monaten zweifelte mancher, ob vielleicht die Baumaßnahmen nicht rechtzeitig fertig würden. Das wabenartige Gebäude ist Eigentum der Kommune und wird für rund 150 000 Euro saniert. Es werden die Leitungen erneuert, zudem ein barrierefreies WC und eine Personaltoilette eingebaut.

Doch daran liegt es nicht, glaubt man Kühhorn. Ursache für die Verzögerung der Eröffnung seien Unstimmigkeiten zu vertraglichen Inhalten mit dem neuen Pächter gewesen. Der sei zwischenzeitlich ab- und dann doch wieder aufgesprungen. Zwischenzeitlich haben sich die Vertragsparteien in ihren Vorstellungen offenbar geeinigt.

Die Verhandlungenkosteten allerdings Zeit. "Zu Beginn der Sommerferien war klar, dass es heuer nicht mehr klappt", merkt Kühhorn an. Nun habe der Pächter über den Winter Zeit, sich einzurichten.
Er wurde aus 18 offiziellen Bewerbern ausgewählt, deren Konzepte die Verwaltung ausgewertet und gewichtet hatte. Abgestimmt wurde dies laut Kühhorn mit dem anliegenden Bürgerverein Wunderburg und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, die endgültige Entscheidung für den aktuellen Pächter fiel dann im April in nicht-öffentlicher Sitzung im Finanzsenat.

Die sonnige Lage des Häuschens am Kanal an einem beliebten Fuß- und Radweg sowie die Nähe zu einem Kinderspielplatz und zum Stadtteil Wunderburg machen den Kiosk durchaus attraktiv.
Kühhorn deutet an: "Wir streben eine ausgewogene Gästestruktur an", eine "klare Polarisierung" der Besucher wolle man vermeiden. In der Ausschreibung selbst war die Rede davon gewesen, "diesen beliebten Ort wieder zu einem Treffpunkt für alle Teile der Bevölkerung" machen zu wollen.

Alles Formulierungen, die auf die Vergangenheit des Häuschens hindeuten. Kurz vor seiner Schließung hatte das Publikum manchen rastwilligen Passanten eher abgeschreckt, wie damals eine spontane Umfrage vor Ort ergeben hatte.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Finanzreferent Bertram Felix es so formuliert: Es sollten auf alle Fälle stärker als bisher Familien und ein bürgerliches Publikum angesprochen werden. Man empfehle eine Sanierung, die so qualitätvoll sei, dass quasi automatisch das Niveau der Gäste steige.

Heißt das umgekehrt, dass edle und entsprechend teure Speisen auf der Karte stehen werden? Laut Werner Kühhorn wolle man mit dem Konzept des Häuschens "möglichst alle Gäste ansprechen". Genaueres lässt er sich mit Verweis auf die Vertragsinhalte nicht entlocken. Er deutet lediglich an, dass es unter anderem um die Auswahl der Speisen und Getränke gehe.

Spekulationen über die Pachthöhe weist Kühhorn zurück. "Die zu zahlende Pacht ist angemessen und war nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Auswahl des Pächters."

Dem Vorgänger hatte die Stadt im Frühjahr 2016 wegen anhaltender Zahlungsrückstände gekündigt, der Mietvertrag hatte seit 2001 bestanden. Zudem hatte der vorangegangene Betreiber in der Vergangenheit offenbar weder vereinbarte Renovierungen vorgenommen noch das Gebäude ordnungsgemäß geräumt.
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