Bamberg
Kinder-Uni

Kinder machen ein richtig spannendes Doppel-Experiment

Gleich zwei Versuche in einem machten die Jungen und Mädchen am Freitag zusammen mit Professor Carsten Wünsch. Das Ergebnis verblüffte die jungen Forscher. Nach der Vorlesung haben uns viele Kinder erzählt, wie es ihnen gefallen hat.
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Professor Carsten Wünsch hat mit den Kinder-Uni-Studenten untersucht, wann wir etwas so richtig spannend finden. Foto: Barbara Herbst
Professor Carsten Wünsch hat mit den Kinder-Uni-Studenten untersucht, wann wir etwas so richtig spannend finden. Foto: Barbara Herbst
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Manchmal ist ein Film so spannend, dass man vor Aufregung den Mund aufreißt und dann ganz vergisst, ihn wieder zuzumachen. Das ist auch bei dem Film "Wolfsblut" so: Als ein riesiger Bär plötzlich den jungen Jack angreift, rennt der um sein Leben und flüchtet unter ein paar Baumstämme. Doch der Bär steckt seine riesige Tatze durch die Stämme hindurch und versucht, Jack zu erwischen. Oh nein! Der Bär hat ihn am Arm mit seinen Krallen erwischt! Jetzt versucht er, die Baumstämme wegzuräumen, um Jack beißen zu können ... Viele der Jungen und Mädchen im großen Vorlesungssaal der Bamberger Universität halten vor Schreck den Atem an. Sie sind in die Kinder-Uni-Vorlesung "Spannung ist, wenn's spannend ist" gekommen und sehen sich zusammen mit Professor Carsten Wünsch diese spannende Filmszene an.

"Die Guten sollen gewinnen"

Carsten Wünsch ist Professor für Kommunikationswissenschaft. Was diese Wissenschaft untersucht? "Wie wir uns verständigen", weiß ein Junge. Genau. Und heute arbeiten auch die Kinder-Uni-Besucher wie Wissenschaftler: Zusammen mit Professor Wünsch überlegen sie sich Regeln dafür, was Spannung eigentlich ist: Spannung ist ein Gefühl in uns drin. Man hat eine Ahnung, wie die Geschichte ausgehen könnte. Man kennt den Ausgang der Geschichte aber nicht. In der Geschichte gibt es Helden, die man mag und mit denen man mitfiebert. "Die Guten sollen gewinnen", ruft ein Mädchen. Und zwar gegen die Bösen, denn die muss es in einer spannenden Geschichte auch geben.


So was ähnliches wie Angst - aber nur so ähnlich


Und: "Spannung ist ein Gefühl so ähnlich wie Angst - aber eben keine echte Angst", erklärt Professor Wünsch. Genau wie in der Szene aus "Wolfsblut": Nicht wir selbst werden vom Bären angegriffen, sondern Jack im Film. Jack wird übrigens von dem Wolf-Hundemischling "Wolfsblut" gerettet.
Aber stimmen die "Spannungs-Regeln" auch echt? "Dazu machen wir jetzt ein Experiment", kündigt der Professor an. Bevor die Filmszene gestartet wurde, hat jeder einen Zettel bekommen, auf dem etwas über den Inhalt dieser Szene steht. Jetzt sollen alle auf einem zweiten Zettel ankreuzen, wie spannend sie den Film fanden - von "total langweilig" bis "total spannend".


Das geheime zweite Experiment


"Jetzt kommt das zweite Experiment" sagt der Professor: "Alle, die vorne sitzen, haben einen Zettel bekommen, auf dem nicht stand, wie die Geschichte mit dem Bären ausgeht. Bei allen, die hinten sitzen, stand das Ende drauf." Das Ergebnis: Die meisten Kinder aus der Gruppe, die nicht wussten, wie die Filmszene ausgeht, haben "ziemlich spannend" angekreuzt. Diejenigen, die das Ende schon kannten, fanden die Szene "mittelmäßig spannend". "Jetzt haben wir den Beweis für das, was wir schon vermutet haben", freut sich der Professor. Wow, das war echt spannend!

Die weiteren Kinder-Uni-Vorlesungen:

15. November: Suchen und finden im Internet (11-12 Uhr, Hörsaal U7/01.05, An der Universität 7,Bamberg)

22. November:
Geschichte(n) der Sklaverei ( 11-12 Uhr, Hörsaal U7/01.05, An der Universität 7,Bamberg)

29. November: Suchen und finden im Internet (11-12 Uhr Herder-Gymnasium, Luitpoldstr.1,Forchheim)

Hier geht's zur Anmeldung: www.infranken.de/kinder-uni./


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