Bischberg
Vorwurf

Kinder in Bischberger Kita missbraucht?

Skandal in Bischberg? In der Kita "Am Vogelberg" soll ein Azubi Kinder sexuell missbraucht haben.
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Es besteht Verdacht, dass in der Bischberger Kita "Am Vogelberg" Kinder von einem Azubi sexuell missbraucht worden sind.Foto: Anette Schreiber
Es besteht Verdacht, dass in der Bischberger Kita "Am Vogelberg" Kinder von einem Azubi sexuell missbraucht worden sind.Foto: Anette Schreiber
Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 19-jähriger Auszubildender soll in der Kindertagesstätte "Am Vogelberg" Kinder missbraucht haben. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Polizeipressesprecher Alexander Czech gestern Nachmittag "mehrere Fälle". Nach FT-Informationen gibt es bislang fünf Anzeigen, wie der Vater einer betroffenen Sechsjährigen, der selbst Anzeige erstattet hat, bestätigt. Nach einem Elterntreffen vergangenen Freitag geht er davon aus, dass es durchaus mehr werden könnten. Seit Mitte Februar sitzt der Beschuldigte in U-Haft.
Wie AWO-Geschäftsführer Werner Dippold auf Nachfrage des Fränkischen Tags bestätigt, hat der junge Mann September vergangenen Jahres in der Kita "Am Vogelberg" seine Ausbildung begonnen. Nach der ersten Anzeige sei er sofort beurlaubt worden, in der Zwischenzeit sei ihm gekündigt worden - nach Rücksprache mit Fachaufsicht, Personal und Eltern.
Das Verhalten der Kita-Leiterin und des Personals beschreibt Dippold als vorbildlich, auch was die weitere Präventionsarbeit betreffe.
Der eingangs genannte Vater der Sechsjährigen beschreibt die Lage aus Sicht der Eltern hingegen anders: Er kritisiert nicht nur die angeblich mangelhafte Information seitens der AWO und Kita-Leitung, er spricht auch von "Vertuschung". Es habe ein Elterngespräch im Oktober gegeben, in dem die Kita-Leitung informierte, es sei der Verdacht geäußert worden, der Angestellte habe ein Kind unsittlich berührt. Zwischen unsittlich berührt und dem, was der Vater inzwischen von der Mutter dieses Kindes erfahren haben will, "liegen Welten."
Danach habe sich ein Vierteljahr in der Sache nichts getan. Gerüchte hätten die Runde gemacht. Nachdem klar wurde, dass auch die eigene Tochter wohl sexuell missbraucht worden sein könnte und Anzeige erstattet wurde, wollten die Eltern Klarheit haben - was an den Gerüchten dran ist. Der Vater und seine Frau organisierten besagtes Freitagstreffen. Eine Mutter soll dabei einem Nervenzusammenbruch nahe gewesen sein. Andere Eltern haben in der Zwischenzeit Befürchtungen, zumal vieles zwischen dem 19-Jährigen und den Kindern "ein Geheimnis" gewesen sein soll, wie der Elternaustausch zutage brachte.
Der Vater der Sechsjährigen und seine Frau wissen, dass die Kinder den Auszubildenden "geliebt haben", er sehr gut mit ihnen konnte. Sie sprechen aber auch von offenbaren Verstößen in der Art, dass männliche Erzieher und Kräfte nicht allein mit Mädchen auf Toilette dürfen, was aber der Fall gewesen sein soll. Der 19-Jährige, so die Eltern, habe sich offenbar sehr sicher gefühlt.
Über die Vorkommnisse in der Kita sei er informiert worden, sagt Bischbergs Bürgermeister Johann Pfister. "Die Eltern sind stinksauer", weiß er. Er habe der Kita-Leitung zu einem offenen Umgang mit ihnen geraten und Räumlichkeiten für ein Treffen angeboten, so gewünscht. "Da ist was am Kochen", steht für den Bürgermeister fest. Die Gemeinde, die hier nicht (mehr) Träger ist, sei zwar außen vor. Dennoch: "Das muss aufgeklärt werden", fordert Pfister.
Die Eltern fordern bis Donnerstag dieser Woche ein Gespräch mit Dippold, der Polizei und einem Psychologen. Sie fürchten, dass alles möglicherweise noch größere Kreise zieht. Denn der 19-Jährige war vor Beginn seiner Ausbildung in der Kita "Am Vogelberg" Langzeit-Praktikant.
Polizeipressesprecher Czech bestätigt, dass die Ermittlungen in der Sache noch laufen. So ein Fall wie der in Bischberg ist ihm aus der Region Bamberg nicht bekannt.

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