Hirschaid
Übergriffe

Kerwa-Vorfälle in Hirschaid: Ermittlungen dauern Monate

Sexuelle Übergriffe und eine Groß-Schlägerei auf der Kirchweih in Hirschaid stellen Polizei und Staatsanwaltschaft weiter vor Herausforderungen.
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Sicherheit  wird  bei Veranstaltungen wie der  Kirchweih in Hirschaid   groß geschrieben, dennoch  kam es am 9. September zu einer Massen-Auseinandersetzung und sexuellen Übergriffen.   Die Aufarbeitung der Vorfälle dauert noch an.  Sebastian Martin
Sicherheit wird bei Veranstaltungen wie der Kirchweih in Hirschaid groß geschrieben, dennoch kam es am 9. September zu einer Massen-Auseinandersetzung und sexuellen Übergriffen. Die Aufarbeitung der Vorfälle dauert noch an. Sebastian Martin

Die Aufklärung der gewaltsamen Vorfälle an der Kirchweih in Hirschaid vor fast zwei Wochen werden laut Angaben der Polizei noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Das machte am Donnerstag Peter Müller, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, deutlich. "Das Ganze ist sehr komplex. Die Ermittlungen dazu werden voraussichtlich noch mehrere Monate in Anspruch nehmen", so der Sprecher. Zum Ermittlungsstand ist derzeit offiziell zumindest nur wenig zu erfahren. "Es wird um Verständnis gebeten, dass derzeit keine weitergehenden Auskünfte zu Einzelheiten der sehr umfangreichen und sehr arbeitsintensiven Ermittlungen erteilt werden können", so Müller.


Mit Gürteln geschlagen

Die Polizei Bamberg-Land und die Staatsanwaltschaft Bamberg müssen Licht in eine Nacht bringen, in der sich Tausende Besucher auf der Kirchweih befanden und es am Rande zu sexuellen Übergriffen und einer Groß-Schlägerei gekommen war.
So ist offiziell noch unklar, warum es in der Nacht vom Samstag, 9. September, auf der Kirchweih in Hirschaid zu der körperlichen Auseinandersetzung zwischen einer größeren Gruppe Einheimischer und Asylbewerber aus dem Großraum Bamberg kam. Es sollen Bierkrüge geflogen und mit Gürteln zugeschlagen worden sein. Letzteres belegt ein Video, das dieser Redaktion vorliegt. Allerdings war der Polizei nach der Schlägerei nur ein Leichtverletzter bekannt.


Auslöser weiter unklar

Eine Frage wird für die Ermittler auch sein, inwieweit Rechtsextreme bei der Auseinandersetzung eine Rolle spielten. Zwar äußern sich die Ermittler dazu derzeit ebenso nicht, doch ist bekannt, dass auf der Kirchweih eine rechtsextreme Gruppierung Flyer verteilt hatte. Ein Auslöser der Schlägerei könnten laut Information dieser Zeitung ausländerfeindliche Bemerkungen gewesen sein.

Der Polizei liegen dagegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass zwischen der Schlägerei, die sich gegen 23 Uhr ereignet hatte, und sexuellen Übergriffen gegen drei junge Frauen zwischen 13 und 17 Jahren eine Verbindung bestehen könnte. Die drei Mädchen waren laut eigenen Angaben von Unbekannten im Bereich des Damms am Main-Donau-Kanal gegen 21.15 Uhr begrapscht worden. Die Ermittler haben inzwischen vier Männer in Untersuchungshaft genommen, allesamt Asylbewerber. Ein 33-jähriger Iraker gilt dabei als Haupttäter.

Dem kursierenden Gerücht, dass diese vier Tatverdächtigen inzwischen zum Teil wieder auf freiem Fuß sein könnten, widersprechen die Ermittler: "Alle vier festgenommenen Tatverdächtigen befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft", erklärte Polizei-Pressesprecher Müller am Donnerstag auf unsere Nachfrage. Wie groß die an der Schlägerei beteiligten Gruppen waren und ob diese organisiert gewesen sein könnten, ließ die Polizei offen.


Sicherheitsgespräch abgehalten

Im Landratsamt Bamberg hat am Donnerstagvormittag ein Sicherheitsgespräch zwischen einzelnen Abteilungen des Landratsamtes, Landrat Johann Kalb (CSU), Vertretern von Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden sowie der Polizei Bamberg-Land stattgefunden.

"Wir setzen uns öfters zusammen, aber Hirschaid war nun der Grund, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt getroffen haben", erklärte Kreisjurist Steffen Nickel auf Nachfrage. Allerdings soll es in dem Gespräch nicht nur um die Vorfälle an der Hirschaider Kerwa gegangen sein. Das Thema ist laut Nickel behandelt worden, doch habe man generell über Sicherheit bei größeren Veranstaltungen im Landkreis diskutiert.

Erste Ergebnisse des Sicherheitsgesprächs sollen am Freitag bekannt gegeben werden.



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