Wattendorf
Kirche

Juradorf feiert "seinen" Priester

Markus Grasser feierte Primiz in dem Ort Gräfenhäusling, aus dem er auch stammt.
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Die Gläubigen ziehen durch die Straßen Gräfenhäuslings.   Alle Fotos: Joseph Beck
Die Gläubigen ziehen durch die Straßen Gräfenhäuslings. Alle Fotos: Joseph Beck
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Für Gräfenhäusling und den gesamten Jura war es ein Jahrhundertereignis: Markus Georg Grasser aus ihrem Dorf wurde an Peter und Paul im Bamberger Dom von Erzbischof Ludwig Schick zum Priester geweiht.

Gräfenhäusling gehört zur Pfarrei und Gemeinde Wattendorf. Markus Grasser wurde 1989 geboren, ging in Scheßlitz in die Schule und machte im Theresianum in Bamberg das Abitur. 2011 trat er ins Priesterseminar Bamberg ein und hat in Fulda und Würzburg katholische Theologie studiert. Zuletzt war er in der Pfarreiengemeinschaft Kronach im Frankenwald im Einsatz, wo er am 28. Juli in der Pfarrei St. Johannes d. T. seine Nachprimiz feiern wird.

Von seinem Elterhaus wurde der Primiziant von den vielen Ministranten, der Freiwilligen Feuerwehr, zahlreichen Geistlichen, den Bürgermeistern von Wattendorf, Stadelhofen und Königsfeld und den Pfarrgemeinde- und Kirchenräten abgeholt. Zur Marschmusik der Stadelhofener Musikanten ging es bei strahlendem Sonnenschein und Hitze zur Kirche St. Christopherus.

Platz reichte nicht aus

Da diese die vielen Gläubigen aus nah und fern bei weitem nicht fasste, wurde der Festgottesdienst per Beamer in Wort und Bild in das neben der Kirche aufgestellte Zelt übertragen. Doch auch dieses war zu klein, so dass viele noch außen in der Nähe standen und mitfeierten. Der Zelebrant freute sich sichtlich über die vielen Gläubigen und dankte besonders den Ministranten und Kommunionkindern, die in ihren schönen Kleidern und Anzügen dabei waren.

Die Primizpredigt hielt der Pfarradministrator Dieter Georg Jung, der in Oberkotzau bei Hof die Pfarrei leitet. Er ist über die Vorfahren der Mutter aus Ebensfeld sogar mit dem Neupriester verwandt. Jung begann seine Predigt humorvoll, indem er auf die Liebe des Primizianten zur Pünktlichkeit zu sprechen kam. Dann ging er auf den Primizspruch von Grasser ein: "Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden." Jung erklärte dazu, dass der Neupriester dann an der Quelle sei, Menschenfischer zu sein, wenn er auf Jesu Wort höre. "Dafür nimm Dir Zeit, du hast es in der Hand", folgerte Jung und zückte einen großen Kochlöffel. Die Einheimischen wussten, was jetzt kommen würde: der Hinweis auf die Vorliebe des Primizianten für das Kochen, Essen und Trinken. Doch Jung zeigte auf, dass Grasser es in der Hand habe, die Zutaten für gelingende Pastoral zu mixen. "Die Bibel und die Zeitung sind entscheidend für eine gute Theologie", sagte der Prediger wörtlich und erklärte: "Die Zeitung gibt uns den täglichen Bericht, was in der Welt geschieht und die Bibel lehrt uns, was diese Menschheit ist, die von Gott so geliebt wird." Wie Petrus den Schlüssel und die Schlüsselgewalt habe, so habe es der Primiziant in der Hand, seine Berufung zu leben und doch wie im Primizspruch ausgedrückt, den Willen Gottes zu tun, schloss er seine Predigt.

Etwas Wertvolles

Die Primiz feierte Neupriester Markus Grasser mit dem Primizprediger Dieter Georg Jung und Studiendirektor i.R. Leonhard Mayerhöfer, der lange Jahre Gottesdienst in Gräfenhäusling hielt. Weitere Konzelebranten waren die Pfarrer Michael Morawietz aus Scheßlitz, Michael Herrmann aus Königsfeld, Pater Titus und Pater Roland von den Karmelitern, M. Turek, Monsignore Edgar Hagel, die Diakone Michael Herbst, Severin Tybuski, und Alumnus Christian Wohlfahrt. Als Zeremoniar fungierte Marco Weis.

Am Ende des Gottesdienstes spendete Grasser den Primizsegen. Auf ihn hatten viele Gläubige gewartet, denn für sie ist er immer noch etwas besonderes und wertvolles. Johanna aus Ludwag zitierte die Überlieferung der Eltern: "Für einen Primizsegen wurde früher ein Gaul zu Tode geritten oder ein Paar Schuhsohlen durchgelaufen."

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