Bamberg
Investition

Jetzt rollen am Glaskontor die Bagger an

Das ehemalige Glaskontorgelände in Bamberg erwacht aus dem Dornröschen-Schlaf. Bereits im nächsten Monat sollen die Bagger anrollen. Ein endgültiges Bebauungskonzept steht aber noch nicht fest. Auch muss die Stadt noch Eigentum erwerben.
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Von der Straße aus (hier das ehemalige Eingangstor) ist das üppige Areal des früheren Glaskontor-Geländes in der Wunderburg nur zu erahnen. Foto: RiegerPress
Von der Straße aus (hier das ehemalige Eingangstor) ist das üppige Areal des früheren Glaskontor-Geländes in der Wunderburg nur zu erahnen. Foto: RiegerPress
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Das Glaskontorgelände in der Wunderburg fristet ein trauriges Dasein. Zu den Dächern der alten Fabrikgebäude regnet es herein, viele Scheiben sind zerschlagen, alte Stromsicherungskästen hängen halb von der Wand und auch die Vandalen haben inzwischen ihre Spuren hinterlassen und etliche Wände mit Graffiti besprüht.

Seit fast zwanzig Jahren, nachdem Glaskontor seinen Firmensitz Mitte der 90er Jahre in den Börstig verlagerte, hat sich hier wenig getan. Zwar erwarb die Stadt Bamberg im Jahr 2011 die Glaskontor-Liegenschaften, doch das Areal blieb sich selbst überlassen. Lediglich die ehemalige Reithalle wird von einer benachbarten Brauerei als Lager benutzt.

Doch langsam kommt Bewegung in die Sache. So wurden vor einiger Zeit im Weg stehende Bäume gefällt und die Fabrikhallen entrümpelt. "Viele Sachen, die der Glaskontor nicht mehr gebraucht hatte, wurden einfach zurückgelassen.
Die haben wir inzwischen alle entsorgt", berichtet Christian Wonka vom Immobilienmanagement der Stadt bei einer Ortsbesichtigung.

In den nächsten Tagen werden nun die Bagger anrücken und bis auf die ehemalige Reithalle alle noch stehenden Gebäude dem Erdboden gleichmachen. Aufgrund der massiven Bauweise rechnet die Stadt für die Abrissarbeiten mit bis zu sechs Monaten.

Gleichzeitig zum Abriss will die Stadt aber auch ihre bereits begonnenen Gespräche mit angrenzenden Grundstückseignern fortführen. Denn von den insgesamt 4,9 Hektar Gesamtfläche seien noch immer rund 8710 Quadratmeter in privater Hand, schilderte Wonka.

Umlegungsverfahren
Begrenzt wird das Gebiet im Norden durch die Kapellenstraße, im Nordosten durch die Theresienstraße/Nürnberger Straße, im Südosten durch die Hedwigstraße, im Südwesten durch die Erlichstraße und im Westen durch die Jägerstraße. Um die restlichen 40 Prozent des Areals ebenfalls in städtische Hand zu bekommen, hat der Bau- und Werkssenat Mitte letzten Jahres ein Umlegungsverfahren angeordnet.

"Wir werden mit viel Gefühl an die Eigentumsfrage herangehen. Zwangsenteignungen soll es keine geben. Zudem haben wir bereits unter anderem am Graf-Stauffenberg-Platz gute Erfahrungen mit dem Umlegungsverfahren gemacht", betont Wonka.

"Die Stadt Bamberg hat bereits in den 90er Jahren einen bis heute noch rechtskräftigen Bebauungsplan entwickelt. Dieser wurde allerdings nicht umgesetzt", erläuterte Finanzreferent Bertram Felix. Schließlich entsprächen Maßstäblichkeit, Ausprägung und städtebauliches Konzept überwiegend nicht mehr den heutigen Anforderungen und Zielen. Ein erster, neuer Entwurf sieht derzeit den Erhalt der Reithalle für gewerbliche Zwecke sowie für Quartiersversorger vor. Doch auch hier, so betonen Wonka und Felix, wolle man sich mit dem örtlichen Nahversorger in der Friedrich-Ebert-Straße verständigen.

Anwohner nennen Wünsche
Südlich der Reithalle an der Erlichstraße ist ein blockartiger Geschosswohnungsbau geplant, im Mittelbereich als "Rückwand" und zur Abgrenzung zu den privaten Grundstücken der Kapellenstraße. In der Mitte des Areals sind aufgelockerte Reihenhauszeilen und Grünflächen vorgesehen. "Wir befinden uns allerdings in einer sehr frühen Planungsphase. Hier ist noch nichts in Stein gemeißelt. Zudem fließen auch noch alle Wünsche und Anregungen der Bürger in die Planungen mit ein", unterstreicht Immobilienmanager Christian Wonka. Aus diesem Grund hat es bereits einen ersten Workshop von Anwohnern gegeben, um deren Ideen und Wünsche zu sammeln.

Ganz oben auf der Wunschliste der Bürger steht die Forderung nach "bezahlbarem Wohnraum" für unterschiedliche Nutzergruppen wie Familien oder Studierende. Wichtig ist den Teilnehmern des Workshops aber auch die Schaffung von Grünflächen. Zudem sorgt man sich in der Wunderburg um die künftige Parkplatzsituation im Quartier wie in der unmittelbaren Nachbarschaft.
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