Bamberg
Aktion

Jetzt ist der Stadtrat gefragt

Der Nationalparktag rückte besonders den Steigerwald in den Fokus. Der Veranstalter forderte eine Resolution der Stadt Bamberg ohne Landkreis.
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Der Nationalparktag auf dem Maxplatz lockte zahlreicheInteressierte an. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Der Nationalparktag auf dem Maxplatz lockte zahlreicheInteressierte an. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Waldemar wird ein gutes Leben gehabt haben. Scheu, eher ängstlich und zurückgezogen fand er im arten- und strukturreichen Steigerwald ideale Lebensbedingungen: Laubbäume, kleine Lichtungen - und Mäuse als bevorzugte Jagdbeute.

Wildkatze Waldemar hat als ausgestopftes Präparat nun sogar eine untote Gefährtin an seiner Seite: Waltraud. Das pelzige Paar wird von Klaus Petter gehütet, der es als Geschäftsführer der Kreisgruppe Kitzingen im BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) an seinem Stand auf dem Maxplatz präsentiert. Sozusagen als mehr oder weniger lebende Beweise dafür, dass die in Bayern immer noch seltene Wildkatze im Steigerwald auf intakte Natur trifft. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: "Ich bin für einen Nationalpark Steigerwald, weil dort eine sich überlassene Natur Artenvielfalt hervorbringt", sagt Klaus Petter nachdrücklich. Gerade die bedrohte Wildkatze sei eine "Zielart des Naturschutzes".

Die Freunde eines Nationalparks und Weltnaturerbes Steigerwald hatten es an diesem Samstag vergleichsweise leicht, Pro-Werbung zu machen. Cheforganisator Adolf J. Hümmer vom Verein Nationalpark Nordsteigerwald nutzte den "Nationalparktag" für einen flammenden Appell an den Bamberger Stadtrat: "Der ist jetzt gefragt und muss eine Resolution für einen Nationalpark Steigerwald beschließen, und zwar ohne Landkreis!" Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hörte lächelnd zu und widersprach nicht.

Trotz der frühsommerlichen Hitze ergoss sich ein steter Strom Interessierter auf den Maxplatz. Die ganze grüne Vielfalt von Umwelt- und Naturschutzthemen fand ihren Niederschlag an Infoständen und auf der Programmbühne mit Talk, Musik, Theater und Reden. Besonders fielen die bunten Fähnchen ins Auge, auf denen Besucher Sprüche zum Erhalt des Ebracher Klosterwaldes und dessen Ausweisung als nutzungsfreies Schutzgebiet notieren konnten. So steht etwa für Landwirt Erich Rößner aus Gerolzhofen fest, dass es einen Nationalpark Steigerwald "unbedingt geben muss wegen der schützenswerten Artenvielfalt". Und weil ohnehin "dieser Staatsforst den Bürgern gehört".

Es ging unaufgeregt an diesem Nationalparktag zu. Sachliche Information stand im Vordergrund über ein einzigartiges historisches Naturerbe vor der Haustür. Gegner der Nationalparkidee waren jedenfalls nicht in Sicht- und Hörweite.
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