Bamberg
Studentenverbindung

Innenminister spricht bei 100. Stiftungsfest der Fredericia

Die KDStV Fredericia feierte ihr 100. Stiftungsfest. Die Festrede hielt Bayerns Innenminister.
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Erzbischof Ludwig Schick segnet die neue Fahne der Fredericia beim Pontifikalgottesdienst im Dom. Foto: p
Erzbischof Ludwig Schick segnet die neue Fahne der Fredericia beim Pontifikalgottesdienst im Dom. Foto: p
"Die katholischen Studentenverbindungen sind nicht jedermanns Sache und müssen es auch nicht sein. Aber sie sind eine Bereicherung des christkatholischen und akademischen Lebens. Die Studentenverbindungen haben seit Jahrhunderten vielen Studierenden gute Wege gewiesen und sie in ihrer Persönlichkeit gestärkt", betonte Erzbischof Ludwig Schick beim Pontifikalgottesdienst im Bamberger Dom zum 100. Stiftungsfest der KDStV Fredericia im CV zu Bamberg.

Ein ganzes Wochenende feierte die Katholische Deutsche Studentenverbindung Fredericia in Bamberg ihr 100-jähriges Bestehen. Nach einem Begrüßungsabend auf dem Fredericenhaus in Bamberg, zu dem schon viele Bundesbrüder, Cartellbrüder und Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland gekommen waren, traf man sich im Schloss Geyerswörth zum akademischen Festakt und zum Oberbürgermeister-Empfang, die vom Alt-Herren-Senior der Fredericia Andreas Kirchhof moderiert wurden.

Der ehemalige Rektor der Otto-Friedrich-Universitär Bamberg Professor Alfred Hierold, selber Frederice, hielt die Festrede mit dem Thema "Unsere Verantwortung im freiheitlichen demokratischen Staat". Er wolle nicht von Kirchenphobie sprechen, aber der Kirche und den Gläubigen wehe ein rauer Wind entgegen. Hierold beleuchtete ausführlich die staatskirchenrechtliche Ordnung. Aus dieser Ordnung wachse den Christen eine besondere Verantwortung zu. "Wir stehen ohne Vorbehalt zu der freiheitlichen, demokratischen und sozialen Ordnung unseres Grundgesetzes. Bei uns haben ein dumpfer Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz. Abgesehen von dieser Feststellung ist ein Bekenntnis zur Grundordnung der Verfassung immer notwendig, denn eine Demokratie lebt stets von der Zustimmung der Demokraten. Dies ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein dauernder Prozess. Demokratie will immer errungen sein", betonte der Festredner.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) berichtete in seiner Rede beim Empfang von den Erfolgen und den Schwierigkeiten der Stadt Bamberg und gratulierte den Fredericen zu ihrem Jubelfest. Musikalisch umrahmte das Streichquartett der Bamberger Symphoniker die Festveranstaltung. Die vier Musikstücke bezogen sich auf die vier Prinzipien des CV (Cartellverbands Deutscher Katholischer Studentenverbindungen. Das sind religio, scientia, amicitia und patria (Religion, Wissenschaft, Freundschaft und Vaterland).

Nach dem akademischen Höhepunkt wurde der gesellschaftliche Höhepunkt mit einem Kommers, den der Aktiven-Senior Andreas Ehrenthaler leitete, im Welcome-Hotel gefeiert. Rund 500 Fredericen, Cartellbrüder, Farbenbrüder und Gäste nahmen daran teil. 75 Chargierte (Verbindungsvertreter in der traditionellen Studentenkleidung) sorgten für ein buntes Bild.

Festredner war der bayerische Staatsminister des Inneren Joachim Herrmann. Er sprach über das Thema "Deutschland braucht aktive Christen". Herrmann bekannte sich als CVer und gratulierte den Fredericen zu ihrem 100. Stiftungsfest. "Studentenverbindungen sind heute vielleicht sogar noch wichtiger als vor 30, 40 Jahren, denn sie schaffen Verbindungen zwischen Menschen und Generationen. Im Miteinander der Bundesbrüder entwickeln sich Teamgeist und Kommunikationsfähigkeit. Vor allem aber vermitteln sie den Wert der Zusammengehörigkeit und des Einstehens für Prinzipien", betonte der Minister.

Christliche Werte

"Gerade auch unsere katholischen Studentenverbindungen sehe ich in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass christliche Werte wie Hilfsbereitschaft, Mitmenschlichkeit, Toleranz, Solidarität, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit Grundlage unseres Miteinanders bleiben". Wir müssten die christlich-abendländischen Werte aber auch selbst mit großer Überzeugung kraftvoll vertreten, so Herrmann. Nur so seien wir glaubwürdig in den Augen der Nichtchristen.

Musikalisch umrahmten die Itzgrunder Musikanten unter der Leitung von Stephan Köster den Kommers, bei dem zwei Neumitglieder zur Probe und ein Mitglied endgültig in die Fredericia vom Senior Andreas Ehrenthaler aufgenommen wurden. AH-Senior Andreas Kirchhof, dem selbst das Ehrenband vom AH-Consenior Marcel Wachter für seinen großen Einsatz für die Verbindung verliehen wurde, konnte elf 100-Semester-Bänder an ältere Bundesbrüder übergeben.

Spiritueller Höhepunkt des Wochenendes war der Pontifikalgottesdienst im Dom mit dem Erzbischof, der dabei auch die neue Fahne der Fredericia segnete. "Ich gratuliere der Fredericia Bamberg zum 100. Stiftungsfest. Mit Ihnen danke ich für alles, was in den vergangenen 100 Jahren und heute Gutes an den Studenten und den Alten Herren durch die Verbindung gewirkt wurde und wird und was durch die Fredericen an der Uni Bamberg, im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben unserer Stadt und weit darüber hinaus geschehen ist und geschieht", betonte Ludwig Schick, der selbst CVer ist. Studentenverbindungen seien auch heute und in Zukunft hinsichtlich ihrer Prinzipien und Ziele eine große Bereicherung.








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