Gerach
Gerätehaus

In Gerach entsteht das größte Projekt seit 40 Jahren

Das neue Feuerwehrgerätehaus in Gerach kostet rund 730 000 Euro. Schon im Winter soll der Innenausbau beginnen, die Einweihung ist im Herbst 2020 geplant.
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Auch der interessierte Feuerwehr-Nachwuchs fachsimpelte über die Neubaupläne; im Bild (von links) Leon Staudenmayer, Lias Veen und Fabian Heyd. Foto: Adelheid Waschka
Auch der interessierte Feuerwehr-Nachwuchs fachsimpelte über die Neubaupläne; im Bild (von links) Leon Staudenmayer, Lias Veen und Fabian Heyd. Foto: Adelheid Waschka
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Mit dem ersten Spatenstich ist der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses am Reckendorfer Weg in die entscheidende Phase getreten. Bürgermeister Gerhard Ellner erinnerte an die Entstehungsgeschichte dieses Projekts. So sei über den neuen Standort durchaus kontrovers diskutiert worden.

Man habe zunächst die Erweiterung des bisherigen Heims und eine Positionierung am Rande des neuen Siedlungsgebietes näher in Betracht gezogen, so Ellner. Allerdings habe sich bald herauskristallisiert, dass die Fläche neben der Laimbachtalhalle für einen Anbau nicht ausreichen würde. Denn man habe auch Platz für zwei Stellplätze für die neuen Feuerwehrautos, eine Werkstatt sowie Sozialräume, Umkleiden mit Duschen, ein Büro und einen Schulungsraum benötigt.

Der Blick zurück

Der Bürgermeister blickte noch etwas weiter zurück. Für die 1955 angeschaffte Tragkraftspritze sei das erste, 1873 errichtete Häuschen noch ausreichend gewesen. Erst als 1963 ein umgebauter VW-Pritschenwagen angekauft worden sei, habe Bauunternehmer Georg Otto Schmidt neben der "Senger-Scheune" eine Feuerwehrgerätehalle errichtet, die bis 1980 genutzt worden sei. 2013 sei das lang ersehnte Staffellöschfahrzeug übergeben worden, seit 2016 verfüge die Wehr zudem über einen Mannschaftstransportwagen.

Gerhard Ellner erwähnte schließlich, dass es sich um das größte Hochbauprojekt in Gerach seit der Erbauung der Laimbachtalhalle im Jahr 1979 handelt. Von den 730 000 Euro Baukosten verbleibe für die Gemeinde nach Abzug der Zuschüsse ein Eigenanteil in Höhe von 550 000 Euro.

Landrat Johann Kalb (CSU) lobte den Entschluss der Gemeinde, hier zu investieren. Die Feuerwehr sei wichtig für die Ortschaft und für ein vernünftiges, breit angelegtes Netz des Feuerwehrwesens. Die Dorfwehren verfügten über die besseren Ortskenntnisse, um in der Not rasch zu Hilfe eilen zu können. Der Landkreis unterstütze die Anschaffung der benötigten Ausstattung, so weit es gehe.

"Großer Schritt"

Als "großen Schritt" bewertete auch Kreisbrandrat Jürgen Hümmer den Entschluss zum Neubau - "aber es wurde auch höchste Zeit, dass die Gemeinde Gerach ihr Gerätehaus auf den neuesten Stand bringt".

Von den widrigen Verhältnissen im 1980 bezogenen Feuerwehrheim erzählte 2. Kommandant Roland Bäuerlein am Rande: Bevor die elektrischen Heizkörper installiert wurden, sei es durchaus üblich gewesen, dass sich auf den feucht aufgehängten Schutzanzügen bis zum nächsten Einsatz grüner Schimmel angesetzt hatte, der erst einmal entfernt werden musste.

Ohne Schlauchtrocknung

Auf die Frage, weshalb man auf einen Schlauchtrockenturm verzichtet habe, erwiderte Roland Bäuerlein, dass es innerhalb der Baunach-Allianz eine Abmachung mit der Feuerwehr in Lauter gebe, dass die Trocknung zentral erfolgt.

Die Pläne für das neue Gerätehaus hat das Büro "siewertsen & sammet architekten" aus Baiersdorf erstellt, für die Ausführung verantwortlich sind Bauleiter Dietmar Schmidt und Polier Fritz Schratz von der Firma Raab aus Ebensfeld.

Der Innenausbau soll bereits im Winter durch viel Eigenleistung vorangebracht werden. Die Einweihung ist im Herbst 2020 geplant.

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