Laden...
Bamberg
Interview

Improvisation ist seine Leidenschaft - Ralf Schmitz im Interview

Der Komiker Ralf Schmitz gastiert am Samstagabend mit seinem aktuellen Programm "Schmitzpiepe" in der Konzerthalle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ralf Schmitz ist für viele Grimassen gut. Foto: RiegerPress
Ralf Schmitz ist für viele Grimassen gut. Foto: RiegerPress
Er ist der Zwerg in Otto Waalkes Kinokomödien, singt leidenschaftlich den Popsong zur Serie "Shaun das Schaf" und bringt bei seinen Bühnenshows mit Wortwitz und Improvisationskünsten ganze Säle zum Beben. Mit seinem Programm "Schmitzpiepe" ist Ralf Schmitz als der wohl schnellste Komiker am Samstagabend in der Bamberger Konzerthalle zu erleben. Zuvor jedoch stand er im Interview der Lokalredaktion Rede und Antwort.

Sie sind sehr vielfältig: Sie spielten in Otto Waalkes Komödie "Die 7 Zwerge" mit, sind als Komiker erfolgreich, stellten in der Schillerstraße ihr Improvisationstalent unter Beweis und sind auch als Musiker aktiv. In welcher Sparte sehen Sie sich am liebsten zu Hause: als Schauspieler, Komiker oder Musiker?
Ralf Schmitz: Mein Herz hängt oft genau an dem Projekt, an welchem ich gerade arbeite. Hier generell zu unterscheiden fällt mir schwer. Aber die Bühne ist schon meine große Leidenschaft.

Nur Ihre Ballettausbildung haben Sie an den Nagel gehängt, oder? Wie sind Sie eigentlich zu dieser Tanzausbildung gekommen?
Im Grunde wollte ich erst einmal nur Steppen lernen. Die Ballettmeisterin hat sich mich dann unter den Nagel gerissen. Sie dachte vermutlich: ein Mann! Ein kleiner Mann zwar, aber ein Mann! Denn Männer sind recht rar beim Ballett. Eh ich mich versah, hatte ich komische Hosen an.

Wenn Sie die Uhr noch einmal zurückdrehen könnten, würden Sie ihren beruflichen Werdegang noch einmal so gestalten? Welche Alternativberufe könnten Sie sich noch vorstellen?
Alternativberufe gibt es nicht. Immer schon, seit dem Kindergarten, wollte ich Schauspieler werden und habe das umgesetzt. Und da der eine Weg so gut ist wie der andere - Hauptsache es ist der eigene -, möchte ich absolut nichts rückwirkend ändern.

Was möchten Sie keinesfalls werden und warum nicht?
Diktator möchte ich nicht werden. Ich denke, dass meine Qualifikationen dazu auch nicht ausreichen.

Was macht Ihnen mehr Spaß: ein striktes, nach Drehbuch ablaufendes Bühnenprogramm oder die Improvisation?
Ich gestehe, dass die Improvisation meine große Leidenschaft ist. Hier kann ich auf eigene Ideen sofort eingehen, aber auch das Publikum miteinbinden. Das macht alles unverwechselbar. Ausgefeilte Szenen oder Nummern im Programm machen aber auch großen Spaß, weil man die Kleinigkeiten immer weiter verbessern kann. Genau aus diesem Grund besteht mein Programm ja auch aus beiden Teilen. Damit ist jeder Abend anders. Herrlich!

Was ist ihr größter Alptraum?
Ich denke, der Alptraum-Klassiker ist, dass keiner lacht. Einen ganzen Abend lang. Die Gefahr ist allerdings nicht besonders hoch. Ähem ...

Welche Pleiten und Pannen haben Sie schon auf der Bühne erlebt?
Manche Ideen sind in improvisierten Szenen in eine Sackgasse gelaufen oder in die Hose gegangen. Und so soll es ja auch sein. Da wieder herauszufinden, ist der größte Erfolg und das Publikum ist dabei. Großartig.

Haben Sie Vorbilder und wenn ja, warum gerade diese Person(en)?
Die großen Namen sind es wohl. Jerry Lewis, Heinz Erhardt, Louis de Funes, Loriot. Diese Komiker sind alle ihrem Herzen und ihrem eigenen Ich treu geblieben. Diese Authentizität und funny bones sind es, die einen guten Komiker ausmachen.

Wie viel Wahrheit steckt in ihren Bühnenprogrammen? Oder anders gefragt: wie schaut denn der "echte" Schmitz aus? Redet der auch so schnell und ist derart hippelig?
Ich zertrümmere privat keine Einrichtungen oder quatsche meine Freunde kaputt. Das wäre fatal. Der Hang zum Eiligen ist mir aber inne. Die Bühne überhöht natürlich die eine oder andere Eigenschaft. Echt sind sie aber alle!

Sie schreiben ihre Programme selbst. Woher nehmen Sie ihre Inspiration und Ideen?
Ich nehme meine Ideen aus allen Lebenslagen. Oder besser: Die Ideen kommen automatisch von überall zu mir. Was soll ich sonst damit machen, als daraus einen Beruf?

Mal ganz ehrlich: Haben sie auch schon mal Witze, Pointen oder Ideen bei Kollegen geklaut?
Soweit ich mich erinnern kann, noch nicht. Manchmal liegen Sachen generell in der Luft oder man erarbeitet etwas, was viele Jahre früher ein Komiker in England oder auf den Galapagos Inseln so ähnlich auch schon gemacht hat. Das ist nicht auszuschließen, mir aber bislang wohl noch nicht passiert.
Über was würden Sie niemals Witze machen und warum nicht?
Jeder hat seine persönliche rote Linie. Die Grenzen sind beim Einzelnen und auch mit zunehmendem Alter fließend. Bewusst Menschen verletzen, das liegt mir nicht. Manche Dinge können hingegen nur mit Abstand - und Lachen ist hier ein guter Wegbereiter - überwunden werden. Wenn ich hier helfen kann, so freut mich das natürlich.

Gibt es einen Lieblingspolitiker, den sie am liebsten "verarschen"?
Da ist der eine so gut wie der andere geeignet. Menschen sind vielfältig. Sogar die Politiker.

Sie nennen ihr neues Programm "Schmitzpiepe". Was steckt dahinter?
Ich finde die Verquirlung meines Namens mit dem Wort "Flitzpiepe" recht gelungen und passend. Da kann sich nun jeder gerne die passenden Anteile aussuchen.

Und auf was dürfen sich die Bamberger heute Abend besonders freuen?
Auf ein Miteinander. Auf viele Improvisationen. Auf einen Abend, den es so nur dann und danach nie wieder geben kann. Auf eine sich auf die Bamberger freuende Schmitzpiepe ...


Ralf Schmitz gastiert am Samstag, 5. September, um 20 Uhr in der Bamberger Konzerthalle. Restkarten sind erhältlich bei der telefonischen Hotline unter der Nummer 0951/23837, im Internet unter www.kartenkiosk-bamberg.de oder an der Abendkasse.

Kommentare (2)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren