Bamberg

Ideenwettbewerb in Bamberg: Jury beschließt Doppellösung

Pesch und Partner aus Stuttgart und Morpho-Logic aus München sind die Sieger des Ideenwettbewerbs. Sie sollen sich die zu überplanende Fläche teilen. Trennlinie ist der Berliner Ring.
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Volles Haus: Der Harmoniesaal war bis auf den letzten Platz besetzt.  Foto: Matthias Hoch
Volles Haus: Der Harmoniesaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Foto: Matthias Hoch
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Wohl kaum ein Architektenwettbewerb hat in Bamberg mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen als dieser: Der Ideenwettbewerb "Perspektive Ost" geriet wegen seiner Größe, seiner Zukunftsdimension und wegen des Streitthemas Wohnungen zum Dauerbrenner der Stadtpolitik und ebenso der Stammtische.
Nach zehn Wochen intensiver Diskussion verkündete Jury-Vorsitzender Gerd Aufmkolk im Beisein von vielen interessierten Bambergern am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr eine Doppellösung, die manche spontan als salomonisch bezeichneten.

Entscheidung fiel einstimmig
Das mit 25 externen Experten und Bamberger Politikern besetzte Gremium hatte sich dem Vernehmen nach bereits am späten Nachmittag einstimmig für die beiden Teams aus Stuttgart (Pesch und Partner) und München (Morpho-Logic) entschieden, weil diese für die 160 Hektar große Fläche jeweils "sehr verfolgenswerte Vorschläge" anboten, die nach Ansicht der Jury gerade in ihrer Kombination einen guten Konversionsprozess versprechen.
Als der eine Sieger soll Pesch und Partner maßgeblich die Gestaltung des westlichen Teils der Warner-Baracks bis zum Berliner Ring verantworten. Aufmkolk lobte am Konzept der Stuttgarter den Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand in der Lagardekaserne sowie Füllung, Maßstab und Stimmigkeit des Quartiers zwischen der Blockrandbebauung mit ihrem gemischten Konzept für Wohnen und Dienstleistung.
Das Team Morpho-Logic, das sich bei vielen Bambergern durch den großzügigen Erhalt fast aller Wohnungen der Housing-Areas Sympathien erworben hatte, empfiehlt die Jury dem Stadtrat für den Teil der Konversionsfläche, der östlich vom Berliner Ring liegt.

Nord-Süd-Grünzug
Hier waren es die Überlegungen der Stadtplaner, die von West nach Ost gerichteten Verbindungen mit einem Nord-Süd-Grünzug zu kombinieren, die die Jury beeindruckt haben. Außerdem traut man dem Münchner Team am ehesten zu, mit den Möglichkeiten von Zwischennutzungen für Wohnungen und Gewerbe umzugehen. Ein Experiment, von dem man sich manches verspricht, ist zum Beispiel das "Kreativzentrum", mit dem Morpho-Logic die zahlreichen Technikgebäude auf dem ehemaligen US-Gelände für Unternehmen aller Art, vom Handwerker bis zum Existenzgründer, nutzbar machen will.
Gefallen hat der Jury unter anderem auch die Aussicht, dass mit der Morpho-Logic-Lösung nicht schon zu Beginn große Investitionen nötig sind, sondern gewissermaßen ein fliegender Start mit kleinen, angepassten Mitteln möglich ist.

Höhengleichheit für den Ring
Wie nun sollen die beiden Konzepte an ihrer Nahtstelle, dem Berliner Ring, miteinander verknüpft werden? Auch hier gibt es eine Empfehlung der Preisrichter. "Wir sind geradezu begeistert, von der Idee des Teams Lorenzen, den Berliner Ring höhengleich zu überqueren. Sie ist schon so gut wie gesetzt", sagte Jurychef Aufmkolk.
Mit der Entscheidung der Jury ist in der Bamberger Konversion der erste Meilenstein gesetzt. Dies bedeutet aber nicht, dass die Planung abgeschlossen wäre. Im Gegenteil: Erst wenn am 27. Februar die Politik grünes Licht gegeben hat, wird die Arbeit der Sieger zur Grundlage für den Rahmenplan der Konversion erhoben. Und auch dann sind Veränderungen bei jahrzehntelangen Konversionsprozessen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Mehr zum Ergebnis des Jury-Entscheids in unserer morgigen Ausgabe.



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