Bamberg
Magie

Hypnoseshow bei"Bamberg zaubert": In Zyculus' Bann

Unter Anleitung von Hypnotiseur Zyculus verwandelt sich bei "Bamberg zaubert" jeder in einen Rennwagenfahrer, Schlagerstar oder einen Bamberger Symphoniker.
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40 Freiwillige holte der Hypnose-Künstler auf die Bühne - um sie einen nach dem anderen in Trance zu versetzen. Matthias Hoch
40 Freiwillige holte der Hypnose-Künstler auf die Bühne - um sie einen nach dem anderen in Trance zu versetzen. Matthias Hoch
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Als die 40 Freiwilligen die Bühne betreten, halten wohl viele von ihnen die Versprechen des Hypnotiseurs Zyculus für Flunkerei. Doch nur wenige Minuten später folgen sie wie Marionetten scheinbar willenlos seinen Worten. Er lässt seine Freiwilligen Stepptänze aufführen, imaginäre Instrumente spielen oder ihren eigenen Namen vergessen. Dabei verblüfft er Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen.
 

Rund 6000 Menschen lockte die Hypnoseshow am vergangenen Samstag auf den Bamberger Maxplatz. Der Hypnotiseur, der eigentlich Markus Götz heißt, gilt bei vielen als Highlight von "Bamberg zaubert". Bereits zum 15. Mal hat er 2018 die künstlerische Leitung des größten Straßen- und Varietéfestivals Deutschlands inne, seine Hypnoseshow bietet er zum vierten Mal an.


Entspannt und losgelöst

Ziel seiner Show ist neben guter Unterhaltung, "die Hypnose in ein besseres Licht zu rücken", erklärt der hauptberufliche Psychotherapeut. "Schon seit Jahren ist die Hypnose eine erprobte Therapietechnik, die ich neben ihrem Unterhaltungswert vor allem für ihre schnelle Wirksamkeit schätze", sagt Götz.

Dass viele Menschen seiner Ansicht skeptisch gegenüberstehen, ist ihm bewusst. "Durch die Show versuche ich vor allem, den Hypnose-Neulingen diese Art der Entspannung und des Loslassens näherzubringen. Durch die Trance kann man wieder frei und zwanglos wie ein Kind werden", erklärt er.

Und seine Erfolge auf der Bühne sprechen für den Künstler: Jedes Jahr aufs Neue zieht die Show die interessierten Zuschauer in Scharen auf den Maxplatz. Und auch beim Finden von Freiwilligen hat Zyculus keine Probleme. Doch nur wer die Hypnose ernst nimmt und über ein hohes Maß an Vorstellungsvermögen und Konzentration verfügt, wird vom Meister auf die Bühne gebeten.
 


Während der ersten Minuten sortiert er immer wieder Teilnehmer aus, die seine Suggestibilitätstests nicht bestehen. Diese Übungen verraten, wer imstande ist, die Gedanken des Hypnotiseurs zu verinnerlichen und zu den eigenen zu machen. Nachdem sich die Reihen gelichtet haben, lässt Zyculus einige Teilnehmer aufstehen, während der Rest sitzenbleibt. Als er beginnt, einen nach dem anderen in Trance zu versetzen, staunt das Publikum nicht schlecht.

Nun beginnt die wahre Kunst: Zunächst lässt Zykulus die hypnotisierten Freiwilligen Rennwagenfahren, später verwandeln sie sich reihenweise in Bamberger Symphoniker. Eine Teilnehmerin lässt Zyculus gar den eigenen Namen vergessen. Als der Hypnotiseur eine Freiwillige aufwachen lässt, ist diese fähig, völlig normal mit ihm zu reden und hält sich für vollkommen zurechnungsfähig - fällt jedoch auf Signal des Künstlers wie ohnmächtig in die Trance zurück.

 

 


Die 54-jährige Marita Kari aus Hirschaid bittet der Künstler, wie Helene Fischer ein Lied zu performen. Immer wieder springt sie auf und singt "Atemlos durch die Nacht". Auch im Nachhinein erinnert sich Marita: "Es war, als wäre ich wirklich Helene Fischer. In diesem Moment hat es sich absolut richtig angefühlt, auf der Bühne zu singen und zu tanzen". Ihre Darstellung bereut die 54-Jährige nicht. Sich "so frei und tiefenentspannt" zu fühlen, wäre ihr niemals in den Sinn gekommen. "Ich habe mich nicht für den Hypnose-Typ gehalten, aber es hat wirklich funktioniert und war eine großartige Erfahrung", sagt sie.

Nachdem er seine Teilnehmer wieder in einen selbst gesteuerten Wachzustand überführt hat, erntet Zyculus tosenden Applaus vom begeisterten Publikum. Doch auch nach seiner Aufführung arbeitet der Künstler hinter der Bühne weiter und kümmert sich um einen Freiwilligen, der auch nach dem Aufwachen noch abwesend und willenlos wirkt. "Das Markenzeichen einer wirklich guten Hypnose ist das sichere Aufwachen danach. Es liegt in der Verantwortung des Hypnotiseurs, dass seine Teilnehmer auch nach der Show unversehrt bleiben", erklärt er.

Als der Freiwillige wieder bei vollem Bewusstsein ist, freut sich Zyculus über den gelungenen Auftritt. "Eine Hypnoseshow steht und fällt immer mit den Teilnehmern", sagt er. Heute sei das Publikum sehr empfänglich und offen für seine Tricks gewesen.

"Die heutige Aufführung hat mir großen Spaß gemacht und wer weiß - vielleicht habe ich ja den einen oder anderen für die Hypnose gewinnen können", sagt der Künstler freudestrahlend.

 

 

 

 

 

 

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