Bamberg
Landtagswahl

Huml verteidigt Direktmandat mit 47,8 Prozent

Staatsekretärin Huml (CSU) kann den Stimmkreis Bamberg-Stadt wie erwartet behaupten. Mit rund 48 Prozent legt sie gegenüber der Wahl 2008 drei Punkte zu. Ob es für einen der grünen Kandidaten zum Einzug ins Parlament reicht, war bei Redaktionsschluss noch unklar.
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Sonntag, 14 Uhr. Melanie Huml geht im Stadtarchiv in der Sandstraße zur Wahl. Foto: Ronald Rinklef
Sonntag, 14 Uhr. Melanie Huml geht im Stadtarchiv in der Sandstraße zur Wahl. Foto: Ronald Rinklef
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Als kurz nach 18 Uhr die ersten Bilder über den landesweiten Triumph der CSU über die Bildschirme flimmerten, da hellten sich auch die Mienen im Rathaus Maxplatz auf - zumindest bei den anwesenden CSUlern, die sich im hinteren Ende des Großen Sitzungssaals um den Kreisvorsitzenden Christian Lange und Bürgermeister Werner Hipelius geschart hatten.

"Ich bin nicht überrascht, jetzt sind wir wieder bei den bayerischen Verhältnissen angekommen", kommentierte Hipelius trocken den haushohen Sieg der CSU im Freistaat. Auch Kreisvorsitzender Lange will die für die CSU aufgeschlossene Stimmung unter den Bürgern schon an den Infoständen gespürt haben.
Die CSU habe in den letzten Wochen einen guten Wahlkampf gemacht und eine Welle der Zustimmung verspürt. "Für den anstehenden Stadtratswahlkampf bedeutet dieses Ergebnis klaren Rückenwind." Es habe sich als richtig erwiesen, dass die CSU die Liste bereits aufgestellt habe. Alle Kandidaten hätten den Wahlkampf von Melanie Huml mit voller Kraft unterstützt.

Es scheint so, als ob sich die Mühen ausgezahlt hätten. Melanie Huml, die sich nach einem Termin in Hof erst am späten Abend bei der Wahlparty in der Metzgerei Kalb in der Theuerstadt den jubelnden CSUlern präsentierte, konnte ihr Ergebnis von 2008 noch einmal deutlich verbessern und landete bei 47,77 Prozent.
Damit liegt die Staatssekretärin vier Punkte über dem Zweitstimmenergebnis ihrer Partei - anders als Heinrich Rudrof, der diese Messlatte deutlich verfehlte. Zu diesem Erfolg Humls haben vor allem die Wähler in den Landkreisgemeinden beigetragen, die zum Stimmbezirk gehören. In der Stadt musste sich Huml mit 44 Prozent begnügen. "Wir gehen nun mit dem klaren Auftrag in die Zukunft, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und Bayern weiter voran zu bringen. Auch ganz persönlich darf ich mich über ein sehr gutes Ergebnis freuen. Fast jeder zweite Wähler in meinem Stimmkreis hat mir seine Stimme geschenkt. Ich werde mich auch in Zukunft tatkräftig für die Region Bamberg einsetzen", versprach Huml.

Die Rückkehr zur Macht
Während die CSUler in Bamberg die Rückkehr zur ungeteilten Macht feierten, reagierten die Bamberger Grünen auf den Absturz in Bayern mit kaum verhohlener Enttäuschung.
"Diesen Schock muss ich jetzt erst einmal verdauen", sagte der grüne Stimmkreis-Kandidat Andreas Lösche, der wie seine Kollegin Ursula Sowa bayernweit mit einem zweistelligen Ergebnis gerechnet hatte.
Die Träume von einem zweiten grünen Mandat in Oberfranken für Lösche oder Sowa schienen so gut wie gestorben, als um 18.41 Uhr die erste Schnellmeldung vom Aeroclub einging. "Das ist ja noch trostloser. Die ganzen Skandale und die CSU legt auch noch sechs Prozent zu", sagte eine Kopf schüttelnde grüne Stadträtin Ulrike Heucken.

Doch damit war nicht alles vorbei: Im Laufe des Abends durchlebten die Grünen ein Wechselbad der Gefühle. Weil sich die Auszählung wegen der vielen Briefwähler und der langen Schlangen von Wählern, die teilweise noch um 18 Uhr vor den Kabinen anstanden, quälend in die Länge zog, war lange Zeit ungewiss, ob es nicht doch für ein zweites Mandat für die Grünen in Oberfranken reichen könnte. Bis zum Redaktionsschluss hielt diese Unsicherheit an.

Achtbares Ergebnis für Holland
Die zweiten Verlierer an diesem Abend konnten immerhin noch lächeln: Felix Holland, der SPD-Kreisvorsitzende, erzielte mit 20 Prozent ein achtbares Ergebnis, das in etwa auf Landesniveau und ebenfalls über dem Zweitstimmenergebnis liegt. "Ich kann mit diesem Ergebnis gut leben. Wir haben gegenüber 2008 um etliche Prozentpunkte zugelegt", sagte der Kandidat der SPD.

Lob erhielt Holland auch von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), der von einem "hervorragendem Ergebnis für die Bamberger SPD" sprach. Immerhin sei Holland zum ersten Mal zu einer Landtagswahl angetreten.
Die Freude überwog auch bei Wolfgang Metzner, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat. Zwar sei es schade für den demokratischen Prozess, dass die CSU in Bayern nun über die absolute Mehrheit verfüge. Doch es gebe auch positive Entwicklungen: "Die SPD ist die einzige Oppositionspartei, die zulegen konnte", sagte Metzner.

Ergebnisse der Direktkandidaten und Parteien in den fränkischen Stimmkreisen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Direktkandidaten finden Sie auf dieser Seite.

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